Werner Schöberlein
deutscher Agrarwissenschaftler
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Werner Schöberlein (* 10. November 1933 in Pöritzsch, Landkreis Schleiz, Thüringen) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler. Schöberlein widmet sich vorrangig der Grundlagenforschung zur Saatgutproduktion.

Leben und Wirken
Nach dem Oberschulbesuch in Schleiz nahm Schöberlein eine Landwirtschaftslehre in Pöritzsch mit dem Abschluss als Staatlich geprüfter Landwirt in der Versuchsstation des Instituts für Pflanzenzüchtung in Kleinaga auf. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg studierte er von 1956 bis 1961 Agrarwissenschaft mit Spezialisierung auf Pflanzenzüchtung, Genetik und Saatgutproduktion. Nach dem Abschluss als Diplomlandwirt war er als Sachbearbeiter für mehrjährige Futterpflanzen an der Zentralstelle für Sortenwesen[1] in Nossen für das Prüfen von Sorten und Zuchtstämmen der Gras- und Kleearten verantwortlich. 1970 erfolgte die Promotion zum Dr. agr. bei Wilhelm Lampeter am Institut für Grünland und Feldfutterbau an der Karl-Marx-Universität mit der Dissertationsschrift Untersuchungen an mehrjährigen Gramineen über die Abhängigkeit der generativen Triebbildung vom Entwicklungsstand der Herbsttriebe und Möglichkeiten seiner Beeinflussung im Hinblick auf höhere Saatguterträge. Es folgte 1980 die Habilitation an der Martin-Luther-Universität zu Untersuchungen zur Saatgutproduktion mehrjähriger Gramineen unter besonderer Berücksichtigung der Ansaat, des Erntezeitpunktes und der Saatgutqualität. 1988 wurde Schöberlein zum ordentlichen Professor an die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen.
Umfassende Forschungsarbeit leistete Werner Schöberlein zur effektiven Saatguterzeugung von Zuchtsorten mehrjähriger Grasarten sowie zur Erhaltung der Saatgutqualität.
Seit seiner Emeritierung im Jahre 1998 befindet er sich im Ruhestand und lebt in Leipzig.
Ehrungen/Mitgliedschaften
- 1978 Forschungspreis Stufe I der Martin-Luther-Universität
- 1996 Ehrendoktor der Staatlichen Agraruniversität Sankt Petersburg in Puschkin[2]
- 1999 Julius-Kühn-Medaille[3]
- 2000 Ehrendiplom Landwirtschaftliche Universität Brno in Gold[4]
- seit 1998 Ehrenmitglied des Saatgutverbandes Sachsen
Literatur/Schriften (Auswahl)
- Literatur von und über Werner Schöberlein im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Norbert Lütke Entrup (Hrsg.), Werner Schöberlein (Mitwirkender): Lehrbuch des Pflanzenbaus, Bd. 2, Kulturpflanzen, Verlag Bonn: AgroConzept 2011, ISBN 978-3-9810575-8-4.
- Diethard Rost, Werner Schöberlein (Hrsg.): Erkenntnisgewinnung über Boden, Pflanze und Umwelt durch feldexperimentelle Arbeit: Beiträge zur wissenschaftlichen Tagung aus Anlass des 35jährigen Bestehens der Versuchsstation Seehausen, Verlag Halle/S.: Abteilung Wiss.-Publ. der Martin-Luther-Univ. Halle-Wittenberg. 1992, ISBN 978-3-86010-367-8.
- Werner Schöberlein (als Mitautor): Richtlinien für die Durchführung von Sortenwertprüfungen bei landwirtschaftlichen Kulturarten, Verlag Nossen, Zentralstelle für Sortenwesen 1964.
- Werner Schöberlein (als Mitautor): Luzernefutter und Luzernesamenbau. Fortschrittsbericht für die Landwirtschaft, 16/1965, Deutsche Akademie der Landwirtschaften zu Berlin
- Werner Schöberlein: Vom Fregeschen Ökonomiehof (Rittergut) bis zur Gegenwart. In: PRO LEIPZIG 2013, zweite Auflage, Abtnaundorf Eine historische und städtebauliche Studie, Seite 46.
Weblinks
- Archiv Sachsen
- Biografisches Lexikon zur Geschichte der Pflanzenzüchtung von Gerhard Röbbelen, Band 2, Seite 279 ff. zur Biografie Werner Schöberlein