West Jersey
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West Jersey war von 1674 bis 1702 eine englische Kolonie im westlichen Teil des heutigen US-Bundesstaates New Jersey. Sie entstand durch die Aufteilung der bisherigen Provinz New Jersey in East Jersey und West Jersey, wobei die genaue Grenze zwischen beiden Gebieten während ihres gesamten Bestehens umstritten blieb. Vor der europäischen Kolonisierung wurde die Region vor allem von den Lenape bewohnt.[1] Seit dem frühen 17. Jahrhundert errichteten zunächst Niederländer und später Schweden einzelne Handels- und Siedlungsplätze im Tal des Delaware River. Die 1638 gegründete Kolonie Neuschweden umfasste auch Gebiete des späteren West Jersey und gründete dort unter anderem Sveaborg, das heutige Swedesboro, sowie Nya Stockholm, das heutige Bridgeport.[2]

Nachdem die Niederländer Neuschweden 1655 erobert hatten, gelangte die Region 1664 unter englische Herrschaft. Das Gebiet wurde als Eigentümerkolonie (Proprietary colony) verwaltet, die sich im Besitz der Krone befand, welche Land an Proprietaries verlieh. Ab den späten 1670er Jahren ließen sich zahlreiche Quäker in West Jersey nieder, zunächst vor allem im heutigen Salem County und später in Burlington. Burlington entwickelte sich zum politischen und wirtschaftlichen Mittelpunkt sowie zur Hauptstadt der Kolonie.[3] Stark beeinflusst wurde die Regierung von West Jersey von den Quäkern, welche eine frühe Form der Demokratie in Amerika errichteten, mit gleichen Rechten für die indigene Bevölkerung, Religionsfreiheit, unabhängigen Gerichten und frei gewählten Räten.[4]
Das Gebiet wurde zunächst in fünf sogenannte Zehntel eingeteilt, deren Grenzen und Besitzverhältnisse durch Vermessungen festgelegt werden sollten. Die Abgrenzung zu East Jersey führte jedoch zu anhaltenden Streitigkeiten, da mehrere Grenzziehungen, darunter die Keith Line und die Coxe–Barclay Line, voneinander abwichen.[5] Auch spätere Vermessungen konnten die Konflikte zwischen Grundbesitzern, Kolonialbehörden und den Eigentümern der beiden Provinzen nicht dauerhaft beenden. Wegen politischer Spannungen und zunehmender Schwierigkeiten bei der Verwaltung verzichteten die Eigentümer von East und West Jersey 1702 auf ihre Regierungsrechte. Beide Gebiete wurden daraufhin unter Königin Anne wieder zur königlichen Provinz New Jersey vereinigt, während einzelne Grenz- und Besitzstreitigkeiten noch bis ins 19. Jahrhundert fortbestanden.[5]