Wettbergstein
Kreuzstein bei Nettelrede
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Der auch Junkerstein genannte Wettbergstein ist ein Kreuzstein bei Nettelrede, einem Stadtteil von Bad Münder am Deister im Landkreis Hameln-Pyrmont. Er ist der größte Kreuzstein im südlichen Niedersachsen.[1]

Geschichte
Der Familie von Wettberg gehörte ab dem 15. Jahrhundert der Burgmannshof in Münder, dem späteren Bad Münder am Deister. Der 1575 gebaute Wettbergsche Adelshof wird heute als Heimatmuseum von Bad Münder genutzt.
Zu den Besitzungen des reich begüterten und hoch geachteten Junkers Christoffer von Wettberg gehörte der bewaldete Taubenberg, ein nördlich von Münder beim Dorf Nettelrede gelegener Ausläufer des Deisters.[2] Christoffer von Wettberg kam hier am 16. Januar 1583 durch einen umstürzenden Baum ums Leben. Seine Witwe ließ an der Unglücksstelle einen Kreuzstein für den Verunglückten, der kein Sterbesakrament mehr hatte erhalten können, aufstellen.[3]
Das Haus Wettberg starb im Jahr 1644 gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges aus.[4] Der Wettbergstein ist der älteste erhaltene Kreuzstein in der Gegend des Deisters.[5] Er steht nordöstlich von Nettelrede im Genossenschaftsforst Nettelrede unweit eines Holzabfuhrweges.[6]
Beschreibung

Der Wettbergstein ist ein 87 cm breiter und 18 cm starker Sandsteinquader.[4] Der oben giebelförmig gestaltete Kreuzstein ist mit 220 cm ungewöhnlich hoch.[7]
Der Stein zeigt auf seiner Vorderseite im Relief ein auf einem Halbkreisbogen stehendes 2 cm tief herausgearbeitetes längsorientiertes Balkenkreuz. Auf den vier das einen Meter hohe Kreuz umgebenden Flächen ist eine Inschrift in Fraktur eingraviert. Der Giebel des Steins zeigt einen Wappenschild mit Ochsenkopf, dem Wappenbild der Familie Wettberg.[7]
Auf der Rückseite des Steins ist oben ein 80 cm hohes, auf einem Halbkreisbogen stehendes und im Giebeldreieck endendes längsorientiertes Balkenkreuz im Relief herausgearbeitet. Darunter ist der Schriftzug „De vnglückliche bohm“ eingraviert. Etwa in der Mitte der Rückseite ist die Darstellung eines nach rechts umgestürzten Baumes im Relief herausgearbeitet.[7]
Inschriften
- Wettberg- oder Junkerstein
- Vorderseite im Profil
- Rückseite
- Rückseite im Profil
Die mittelniederdeutschen Inschriften sollen sich etwa 400 Jahre lang gut erhalten haben. Erst in den letzten Jahren habe die Lesbarkeit gelitten.[4]
„Anno Dni
1583 den
[…] Januarii is
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wetberg dorch
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[…]er selen got
gnedich sy.“
Kulturdenkmal
Der Junker- oder Wettbergstein ist als obertägig erhaltenes archäologisches Denkmal (gemäß § 3 Abs. 2 NDSchG) eingetragen.
Literatur
- Günther Klapproth: Gedenksteine im Deister, Cadmos-Verlag, Hannover 2003, ISBN 3 7842 0664 6
- Werner Müller und Günther E. H. Baumann, „Flurdenkmale im südlichen Niedersachsen Katalog der Wanderausstellung; Alfeld 5.2.-2.3.79, Bockenem 9.3.-1.4.79, Zell a. d. Pram (Österreich) 14.-17.6.79“. Elze, 1979. Seite 20.