White-Dot-Syndrome

Gruppe von entzündlichen Erkrankungen der Netzhaut (Retina) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die White-Dot-Syndrome, deutsch Idiopathische Syndrome mit weißen Flecken, sind eine Gruppe entzündlicher Erkrankungen der Netzhaut (Retina).[1][2] Es handelt sich um eine heterogene Gruppe mit Beteiligung der Retina, dem retinalen Pigmentepithel und der Aderhaut (Chorioretinopathie). Entgegen der Bezeichnung „White-Dot-Syndrome“ werden nicht bei allen Erkrankungen weiße Punkte erzeugt, gemeinsam sind Läsionen im Augenhintergrund.[3]

Schnelle Fakten Klassifikation nach ICD-10 ...
Klassifikation nach ICD-10
H35.0 Retinopathien des Augenhintergrundes und Veränderungen der Netzhautgefäße
H30.9 Chorioretinitis, nicht näher bezeichnet
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ICD-10 online (WHO-Version 2019)
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Nicht zu verwechseln ist das durch Weißfleckensyndrom-Virus ausgelöste Weißfleckensyndrom, auch englisch White spot syndrome genannt.

Die genaue Definition und Zuordnung ist noch nicht einheitlich festgelegt.

Einteilung

Als zu dieser Gruppe gehörig werden angesehen:[1][4]

  • Akute posteriore multifokale plakoide Pigmentepitheliopathie (APMPPE, AMPPPE)
  • Akute retinale Pigmentepitheliitis (ARPE)
  • Akute zonale okkulte äußere Retinopathie (AZOOR)
  • Birdshot-Chorioretinopathie[5]
  • Multiple evanescent white dot Syndrom (MEWDS)
  • Multifokale Choroiditis und Panuveitis (MCP)
  • Punktförmige innere Chorioretinopathie (PIC)
  • Serpiginöse Chorioretinopathie[6]

Verbreitung

Die Häufigkeit wird mit 0,45 auf 100.000 pro Jahr angegeben. Es kann eine Assoziation mit anderen Immunkrankheiten bestehen.[7]

Etwa 1 – 5 % aller Uveitis-Patienten im Kindesalter haben dieses Syndrom.[2]

Die meisten Betroffenen sind bei Erkrankungsbeginn jünger als 50 Jahre.[8]

Ursache

Die Ursache ist bislang nicht bekannt. Es werden infektiöse, virale, genetische und autoimmune Auslöser diskutiert.[9]

Klinische Erscheinungen

Klinische Kriterien sind häufig Sehstörung mit verschwommenem Sehen und Gesichtsfelddefekte.[8]

Diagnostik

Die Diagnose erfolgt im Rahmen einer augenärztlichen Untersuchung.[10]

Literatur

  • J. C. Wang, K. M. McKay, A. B. Sood, I. Laíns, L. Sobrin, J. B. Miller: Comparison of choroidal neovascularization secondary to white dot syndromes and age-related macular degeneration by using optical coherence tomography angiography. In: Clinical ophthalmology. Band 13, 2019, S. 95–105, doi:10.2147/OPTH.S185468, PMID 30643383, PMC 6318713 (freier Volltext).
  • M. L. Raven, A. L. Ringeisen, Y. Yonekawa, M. S. Stem, L. J. Faia, J. L. Gottlieb: Multi-modal imaging and anatomic classification of the white dot syndromes. In: International journal of retina and vitreous. Band 3, 2017, S. 12, doi:10.1186/s40942-017-0069-8, PMID 28331634, PMC 5357819 (freier Volltext) (Review).
  • R. B. Pearlman, P. R. Golchet, M. G. Feldmann, L. A. Yannuzzi, M. J. Cooney, J. E. Thorne, J. C. Folk, E. H. Ryan, A. Agarwal, K. C. Barnes, K. G. Becker, L. M. Jampol: Increased prevalence of autoimmunity in patients with white spot syndromes and their family members. In: Archives of ophthalmology. Band 127, Nummer 7, Juli 2009, S. 869–874, doi:10.1001/archophthalmol.2009.132, PMID 19597107, PMC 5674788 (freier Volltext).

Einzelnachweise

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