White House State Ballroom
Neubau des East Wing des Weißen Haus
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Der White House State Ballroom (englisch für Staatsballsaal des Weißen Hauses) ist der bauliche Ersatz für den East Wing (englisch für Ostflügel) des White House Complex (englisch für Komplex des Weißen Hauses) in Washington, D.C., der seit September 2025 gebaut wird. Wie am 31. Juli 2025 angekündigt, besteht der Zweck des Neubaus darin, einen 8360 m² großen Veranstaltungsort mit einer Sitzplatzkapazität von etwa 900 Personen zu schaffen.[3] Spätere Entwürfe sehen eine Kapazität von bis zu 1350 Personen vor.[4]




Hintergrund
Bisher finden offizielle Veranstaltungen im Weißen Haus im East Room (englisch für Ostsaal) des Hauptgebäudes statt, der über eine Kapazität von 200 Sitzplätzen verfügt, oder in speziell errichteten Zelten auf dem Gelände des Weißen Hauses für Staatsbankette.[5] Donald Trump beschrieb die für Veranstaltungen genutzten Zelte als „keinen schönen Anblick“.[5]
Während Barack Obamas erster Amtszeit, spätestens im Jahr 2010, sprach der damalige Privatmann Trump mit Obamas leitendem Berater David Axelrod und äußerte den Wunsch, auf dem Gelände des Weißen Haus einen Ballsaal zu bauen. Im Jahr 2016, während Obamas zweiter Amtszeit, bot Trump – nunmehr Präsidentschaftskandidat – an, 100 Millionen US-Dollar für die Finanzierung eines Ballsaals im Weißen Haus zu zahlen. Das wurde jedoch abgelehnt.[5]
Bau

Die Pläne für den Ballsaal, entworfen von McCrery Architects, einem Architekturbüro aus Washington, das für seine neoklassizistischen Entwürfe bekannt ist,[6][7] wurden vom Weißen Haus am 31. Juli 2025 vorgestellt.[5][8] Der Bau soll vor dem Ende von Trumps Amtszeit im Jahr 2029 abgeschlossen sein.[5]
Clark Construction erhielt im August 2025 den Bauauftrag über 200 Millionen US-Dollar, und am 12. September 2025 gab Trump bekannt, dass mit dem Bau des Ballsaals begonnen wurde. Am 4. September teilte die National Capital Planning Commission (NCPC) mit, dass die Pläne für den Ballsaal noch nicht eingereicht seien, und stellte klar, dass sein Genehmigungsverfahren nur für den Bau, nicht aber für Abriss- oder Baustellenvorbereitungsarbeiten erforderlich sei. Ursprünglich waren 650 Sitzplätze geplant, doch im September sagte Trump, diese Zahl sei auf 900 nach oben korrigiert worden, und im Oktober sagte er, der Saal werde 999 Personen fassen können.[9]
Die Abrissarbeiten wurden während des Regierungsstillstands im Oktober 2025 fortgesetzt. Am 23. Oktober war der Abriss der bisherigen Bebauung weitgehend abgeschlossen, auch der Jacqueline Kennedy Garden wurde dabei vollständig zerstört.[10] In einem Memo des Office of Management and Budget des Weißen Hauses hieß es, der Bau werde ausschließlich von privaten Spendern finanziert und sei von den Verhandlungen über den Bundeshaushalt nicht betroffen.[11]
Anfang Dezember 2025 wurde bekannt, dass sich der Architekt James McCrery aufgrund von Meinungsverschiedenheiten mit Trump aus dem Projekt zurückgezogen hat und nun für den Bau des Ballsaals, dessen neuester Entwurf mittlerweile 1350 Sitzplätze vor sieht, nur noch als Berater tätig ist.[12][13][4]
Bunker
Der als Presidential Emergency Operations Center (PEOC) bezeichnete Regierungsbunker, der sich unter dem abgerissenen East Wing befand, blieb zunächst erhalten und sollte im Zuge der Baumaßnahmen für den White House State Ballroom erweitert und ertüchtigt werden.[14][15] Im Januar 2026 wurde bekannt, dass das PEOC abgerissen wurde.[16]
Kosten und Finanzierung
Nachdem die Trump-Regierung zunächst 250 Millionen US-Dollar als Baukosten für den Saal nannte,[5] erhöhte sich die Schätzung Ende 2025 auf 400 Millionen US-Dollar.[17] Sie sollen nach Angaben von Trumps Sprecherin Karoline Leavitt von Trump selbst und privaten Spendern getragen werden.
Am 22. Oktober veröffentlichte das Weiße Haus eine Liste von Unternehmen und Privatpersonen, die für die Finanzierung des Ballsaals gespendet hatten, ohne jedoch die Höhe der einzelnen Spenden offenzulegen:[18]
Unternehmensspender:
Einzelne und familiäre Stiftungsgeber:
- Adelson Family Foundation
- Stefan E. Brodie, Biotech-Unternehmer, 2002 wegen Verletzung der US-Sanktionen gegen Kuba verurteilt[19]
- Charles und Marissa Cascarilla
- J. Pepe und Emilia Fanjul
- Edward und Shari Glazer, Sohn und Schwiegertochter von Malcolm Glazer
- Harold Hamm
- Betty Wold Johnson Foundation, Stiftung der Familie von Woody Johnson, Gründer von Johnson & Johnson
- Benjamin Leon
- Kelly Loeffler und Jeffrey Sprecher
- Familie Lutnick
- Laura and Isaac Perlmutter Foundation
- Stephen A. Schwarzman
- Konstantin Sokolov, ein Private-Equity-Investor[20]
- Paolo Tiramani, CEO des Bauunternehmens BOXABLE[21]
- Cameron Winklevoss und Tyler Winklevoss
T-Mobile teilte auf Anfrage mit, dass diese nicht direkt für das Projekt, sondern an eine Stiftung gespendet hat, die mit dem National Park Service bei der Verbesserung historischer Orte der Hauptstadt kooperiert.[10]
Kritik und Kontroversen
Laut The Hill bezeichneten Kritiker den Zeitpunkt des Baus als ungünstig, da die Arbeitsmarktberichte schlecht seien und Trumps Zölle die Wirtschaft insgesamt belasteten.[22]
Ethikexperten äußerten Bedenken hinsichtlich der privaten Finanzierung des Baus sowie möglicher Interessenkonflikte und Versuche von Spendern, den Präsidenten zu beeinflussen. Das Weiße Haus gab keine Auskunft darüber, ob ein Ausschreibungsverfahren durchgeführt wurde.[23] Das Unternehmen Alphabet spendete 22 Millionen US-Dollar für den Bau als Teil eines Vergleichs für eine Klage, die Trump 2021 eingereicht hatte und in der er dem Unternehmen vorwarf, seine Rechte aus dem ersten Verfassungszusatz verletzt zu haben.[24]
Von der New York Times befragte Experten bezeichneten den vorgeschlagenen Zeitplan für eine Fertigstellung vor 2029 als „optimistisch“. Sie führten Bedenken und Zweifel von Historikern und Denkmalschützern an, dass beim Bau der Denkmalschutz im Mittelpunkt stehen würde, und wiesen darauf hin, dass das Weiße Haus vom National Historic Preservation Act von 1966 ausgenommen sei. Der Bau werde stattdessen durch unverbindliche Empfehlungen des Komitees zur Erhaltung des Weißen Hauses überwacht.[25]
Am 10. August 2025 berichtete die Washington Post, dass das Projekt noch nicht, wie gesetzlich vorgeschrieben, der National Capital Planning Commission (NCPC) zur Prüfung vorgelegt worden sei und solche Genehmigungen oft Jahre dauerten. Die Regierung behauptete, eine Executive Order von 1964 erlaube es dem Präsidenten, die Kommission zu umgehen. Nachdem ein Reporter der Post jedoch auf die gesetzliche Anforderung hingewiesen hatte, erklärte das Weiße Haus, die Kommission werde „zu gegebener Zeit Teil dieses Prozesses sein“.[26]
Kritik wurde daran geübt, dass der Plan zum vollständigen Abriss des East Wings der Öffentlichkeit erst während der laufenden Abrissarbeiten bekanntgegeben wurde, während Trump noch im Sommer bei der ersten Vorstellung der Planungen davon gesprochen hatte, dass der bisherige Gebäudebestand unangetastet bleibe. Vertreter des National Trust for Historic Preservation bemängelte das Fehlen der gesetzlich vorgeschriebenen Abrissgenehmigung. Dem Sturm der öffentlichen Entrüstung entgegnete Pressesprecherin Karoline Leavitt, dass die Empörung „gekünstelt“ („fake“) und Trump gewählt worden sei, weil er ein guter Bauherr sei.[11]