White Power

Begriff der rechtsradikalen Szene From Wikipedia, the free encyclopedia

White Power (im Sinne von: Weiße Macht) ist ein oft verwendeter Schlüsselbegriff in der Neonaziszene.

Symbol Weiße Faust
Symbol eines Keltenkreuzes

Entstehungsgeschichte

Der Begriff White Power und das Symbol der White-Power-Faust entstand als Provokation gegenüber dem Black‑Power-Slogan der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA.[1] Aufgegriffen wurde es unter anderem von dem Briten Ian Stuart (Donaldson), dem Sänger der Rechtsrockband Skrewdriver im Lied "White Power"(erschienen 1983),[2] und später zum Wahlspruch (auch abgekürzt als "WP")[3] für die nationalsozialistische und rassistische Theorie von der Vorherrschaft der „weißen Rasse“.[3]

Symbole

Die weiße, aufwärts gerichtete, meist rechte geballte Faust ist eines der weltweit am häufigsten verwendeten Symbole im Neonazi-Umfeld.[4] Die Faust wird häufig eingeschlossen durch den ebenfalls weißen Schriftzug White Power (WP)[3], Supreme White Power (SWP)[5] oder White Pride World Wide (WPWW)[5]. In der rechtsextremen Skinhead-Szene wird die Faust auch oft in einem Lorbeerkranz gezeigt.[6]

Ein weiteres häufig in Verbindung mit White Power stehendes Symbol ist das Keltenkreuz.[4] Seit dem 14. November 2008 ist in Deutschland das Tragen des stilisierten Keltenkreuzes (wie rechts abgebildet) strafbar.[7][4]

Okay-Zeichen als White-Power-Geste

Angebliche Interpretation des OK-Zeichens als White-Power-Symbol, mit gespreizten Fingern.

Seit 2017 wird vereinzelt das Tauchzeichen für Okay von der White-Power-Szene missbraucht. Demnach bilden Zeigefinger, Daumen und Arm ein „P“, während die übrigen Finger, hier bewusst abgespreizt, ein „W“ bilden sollen.[8]

Tauchzeichen „OK“, mit angelegten Fingern.
Das Tauchzeichen „OK“, hier mit angelegten Fingern.

Das Zeichen geht auf einen Hoax namens „Operation O-KKK“ aus dem Internetforum 4chan zurück. Dabei wurde das eigentlich harmlose und weit verbreitete Handzeichen als rechtsextremistisches Symbol dargestellt, um Aufregung bei Medien und der politischen Linken zu erzeugen und diese somit zu „trollen“.[9][10] Die Verbreitung geschah über False-Flag-Konten auf dem Sozialen Medium Twitter. Die Konten behaupteten, das Handzeichen, das an die Buchstaben „W“ und „P“ erinnert, stünde für „White Power“ oder „White Pride“, eine Assoziation, die vorher nichtexistent war.[11]

Das Zeichen wurde unter anderem von rechten Medienpersönlichkeiten und Politikern wie Mart und Martin Helme, Mike Cernovich, Donald Trump, Milo Yiannopoulos sowie Marine Le Pen[12] gezeigt.[13][14][9] Auch gewalttätige Rechtsextremisten wie der Christchurch-Attentäter Brenton Tarrant und der Attentäter des Anschlags auf eine Moschee in Bærum sowie einige Teilnehmer des Sturms auf das Kapitol in Washington 2021 benutzten das Symbol.[15][16][17] Die Anti-Defamation League stufte das OK-Zeichen 2019 offiziell als Hasssymbol ein, merkt allerdings an, dass es ohne zusätzliche kontextuelle Evidenz nicht eindeutig als „trollendes“ Verhalten oder rechtsextrem eingestuft werden kann. Die weit überwiegende Mehrheit der Benutzungen des Symbols sei nach wie vor vollkommen harmlos.[18][10][19]

Mehrere Personen sind wegen der Benutzung des OK-Symbols seit 2017 gekündigt oder anderweitig von ihrem Arbeitgeber gemaßregelt worden.[20][21][22] Die Brandenburger Landesvorsitzende des AfD-Jugendverbands Junge Alternative Anna Leisten wurde im August 2023 vom Landesvorstand der AfD Brandenburg abgemahnt, weil sie in einem Instagram-Posting vom August 2022 neben einem Redakteur des rechtsextremen Magazins Compact das Zeichen verwendet hatte.[23]

Siehe auch

Einzelnachweise

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