Wicker (Film)
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Wicker ist eine romantische Fantasykomödie von Eleanor Wilson und Alex Huston Fischer, die auf der Kurzgeschichte The Wicker Husband von Ursula Wills-Jones basiert. Im Film spielt Olivia Colman eine unverheiratete Fischerin, die verspottet und gemieden wird und sich von einem Korbmacher einen Mann flechten lässt, der von Alexander Skarsgård verkörpert wird. Wicker feierte Ende Januar 2026 beim Sundance Film Festivals seine Premiere.
| Film | |
| Titel | Wicker |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 105 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Alex Huston Fischer, Eleanor Wilson |
| Drehbuch | Alex Huston Fischer, Eleanor Wilson |
| Produktion | Lia Buman, Tom Carver, Olivia Colman, Andrea Cornwell, Tim Headington, Ryan Heller, Oliver Kassman, Justin Lothrop, David Michôd, Ed Sinclair, Brent Stiefel, Brad Zimmerman |
| Musik | Anna Meredith |
| Kamera | Lol Crawley |
| Schnitt | Sofi Marshall |
| Besetzung | |
| |
Handlung
Eine unverheiratete Fischerin lebt am Rand eines Küstendorfs. Sie kommt nur in die Stadt, um ihren Fang zu verkaufen, was den Bewohnern ganz recht ist, riecht man die Fischerin doch schon von Weitem. Sie selbst ist glücklich, wenn sie so schnell wie möglich in ihr Haus am Flussufer zurückkehren kann, denn die Einsamkeit tut ihr gut.
Als sie eines Nachmittags nach dem Straßenverkauf etwas zu lange auf dem Marktplatz verweilt, wird sie Zeugin der Hochzeit einer der begehrtesten Frauen der Stadt, der Tochter des örtlichen Arztes. Ehe sie sich versieht, soll sie als Nächste heiraten, nachdem sie beim dörflichen Brautstraußwerfen „gewonnen“ hat. Andere wären glücklich, doch die Fischerin versetzt die Situation in große Bedrängnis. Da kommt ihr eine Idee. Sie bestellt sich beim Korbmachermeister einen Mann aus Korbgeflecht.
Er ist von einer stattlichen Erscheinung und erfüllt der Fischerin fortan ihre sexuellen Wünsche. Schnell spricht sich unter den anderen Frauen im Dorf herum, wie zufrieden sie mit ihm ist. Die Unzufriedenheit der Frauen mit ihren eigenen Partnern bedroht nun die gesamte patriarchalische Struktur des Dorfes. Die Schneiderin, die ältere Schwester der frisch verheirateten Arzttochter, will dem ein Ende setzen und schürt bei der Fischerin Zweifel an der Treue ihres geliebten Mannes.[1][2]
Produktion
Literarische Vorlage und Filmstab
Der Film basiert auf der Kurzgeschichte The Wicker Husband Ursula Wills-Jones’ aus dem Jahr 2008.[3][4][5] In dieser bittet eine mürrische Fischerin in einer rückständigen mittelalterlichen Stadt den örtlichen Korbmacher, ihr einen Partner zu flechten.[2] Die Geschichte lässt sie mit den in ähnlichen literarischen Werken geläufigen Worten Once upon a time there was an ugly girl... beginnen.
Regie führten Alex Huston Fischer und Eleanor Wilson, die auch Wills-Jones’ Kurzgeschichte für den Film adaptierten. Zu den früheren Filmen, die sie gemeinsam drehten, gehört die Science-Fiction-RomComSave Yourselves! aus dem Jahr 2020.[6] Den Filmschnitt übernahm Sofi Marshall. Zuvor arbeitete sie für Filme wie Somewhere Quiet von Olivia West Lloyd, Paint von Brit McAdams und I Saw the TV Glow von Jane Schoenbrun.
Besetzung und Kostüme
Die Britin Olivia Colman, die 2019 für ihre Rolle als Queen Anne in Giorgos Lanthimos’ The Favourite – Intrigen und Irrsinn den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle erhielt, spielt die Fischerin. Elizabeth Debicki ist in der Rolle der Schneiderin zu sehen. Peter Dinklage spielt den Korbmachermeister, bei dem die Fischerin einen geflochtenen Mann in Auftrag gibt. Verkörpert wird dieser von dem schwedischen Schauspieler Alexander Skarsgård. Nabhaan Rizwan spielt ihren Nachbarn, den Schneider, und Scott Alexander Young den Schuhmacher.[2] Richard E. Grant spielt den Arzt und Marli Liu dessen Tochter, die eine der begehrtesten Frauen der Stadt ist.[1] Weiter auf der Besetzungsliste findet sich Sunita Mani, die bereits in Save Yourselves! spielte. Das Casting übernahmen Kharmel Cochrane, Adél Csemez und Gréti Fellner.
Die Kostüme entwarfen Tóth András Daniel und Godena-Juhász Attila. Die beiden Ungarn lernten sich während ihres Studiums an der Moholy-Nagy-Universität für Kunsthandwerk und Gestaltung kennen und arbeiteten nach ihrem Abschluss als Team weiter.[7] Gemeinsam waren sie für die Filme Die Munsters von Rob Zombie und Archive von Gavin Rothery tätig.
Dreharbeiten und Filmmusik
Gedreht wurde in Ungarn. Als Kameramann fungierte der Brite Lol Crawley, der für seine Arbeit an Der Brutalist im Jahr 2025 mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Das Szenenbild entwarf Renátó Cseh.
Die Filmmusik komponierte die Schottin Anna Meredith, zu deren bekanntesten früheren Arbeiten die Tragikomödie Eighth Grade von Bo Burnham und der Katastrophen-Thriller The End We Start From von Mahalia Belo gehören.
Veröffentlichung
Die Weltpremiere von Wicker erfolgte am 24. Januar 2026 beim Sundance Film Festival.[8] Im Nachgang sicherte sich Black Bear die Rechte am Film.[9]
Rezeption
Von den bei Rotten Tomatoes aufgeführten Kritiken sind 95 Prozent positiv.[10] Bei Metacritic erhielt der Film einen Metascore von 68 von 100 möglichen Punkten.[11]
Peter Debruge vergleicht den Film in seiner Kritik für Variety mit einer Fabel, die perfekt für alle geeignet ist, die mit dem Gedanken spielen, ihren KI-Chatbot zu heiraten. Dinge, wie der dargestellte Hochzeitsbrauch, der Braut ein schweres Kupferhalsband um den Hals zu legen und dem Bräutigam eine Karotte über die Genitalien zu schnallen, würden dem Film einen ausgesprochen respektlosen Ton verleihen, ähnlich wie die ungebildeten Bauern in Monty Python and the Holy Grail dargestellt werden.[2]
Stephen Saito schreibt in seiner Kritik, in dieser Geschichte, die sich um Holz dreht, wimmele es nur so von Doppeldeutigkeiten, doch Wicker besteche vor allem durch eine seltene Raffinesse. Schon die erste Einstellung des blubbernden Wassers, in der die von Olivia Colman gespielte Fischerin vorgestellt wird, sei eine der besten Leistungen in der beeindruckenden Karriere von Kameramann Lol Crawley und hinterlasse einen bleibenden Eindruck. Der Film wechsele fließend zwischen bissiger Satire und zutiefst menschlichen Momenten, während die Figuren mit ihrer Rolle in der Welt ringen. Nachdem Alex Huston Fischer und Eleanor Wilson in ihrem Spielfilmdebüt Save Yourselves ähnliche, aber kleinere Themen aufgegriffen hätten, sei bei Wicker eine brillant-witzige Komödie herausgekommen , die auch tiefgründige Themen behandelt. Alexander Skarsgård spiele den Korbmann alles andere als hölzern, sondern verleihe der Rolle echte Seele und Würde, was durch das aufwendige Make-up, das den ganzen Film über beeindruckend sei, noch verstärkt werde.[1]
Literatur
- Ursula Wills-Jones: The Wicker Husband. Kurzgeschichte, 2008.
Weblinks
- Wicker bei IMDb
- Wicker im Programm des Sundance Film Festivals (englisch)