Wiesbaden-Rheingauviertel

Ortsbezirk in Wiesbaden-Kernstadt From Wikipedia, the free encyclopedia

Rheingauviertel, Hollerborn ist ein Ortsbezirk der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden.

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Wappen von Rheingauviertel, Hollerborn
Wappen von Rheingauviertel, Hollerborn
Wappen von Wiesbaden
Wappen von Wiesbaden
Rheingauviertel, Hollerborn
Ortsbezirk von Wiesbaden
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Karte
Koordinaten 50° 4′ 32″ N,  13′ 36″ O
Höhe 136–187 m ü. NHN
Fläche 2,47 km²
Einwohner 23.088 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte 9347 Einwohner/km²
Ausländeranteil 29,9 % (31. Dez. 2024)
Postleitzahl 65185, 65187, 65195, 65197
Vorwahl 0611
Adresse der
Verwaltung
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
Website www.wiesbaden.de
Politik
Ortsvorsteher Dorothée Riemeier (Grüne)
Stellv. Ortsvorsteher Ellen Wilkens (SPD),
Carsten Schmelz (CDU)
Quelle: Landeshauptstadt Wiesbaden: EWZ - HW am 31. Dezember 2024 (Memento vom 8. September 2025 im Internet Archive)
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Als Wohnviertel im Südwesten der Landeshauptstadt entstand es weitgehend zwischen den Jahren 1902 und 1908 im Stil des Historismus als sogenanntes Gründerzeitviertel.

Eine typische Straße im Rheingauviertel
Wohnhaus mit Jugendstilfassade von 1907
Die Heinrich-von-Kleist-Schule

Als Wiesbaden zur Zeit des Kaiserreiches und vor allem um die Jahrhundertwende 1900 seine Blütezeit als Weltkurstadt erlebte, der Kaiser alljährlich im Mai zur Kur weilte und die Stadt die meisten Millionäre Deutschlands zählte, gab es ein enormes Bevölkerungswachstum (von ca. 33.000 Einwohnern im Jahre 1870 auf ca. 109.000 Einwohner 1910). Dies machte umfangreiche Stadterweiterungen notwendig. Neben den östlichen und nördlichen ausgedehnten Villengebieten entstand vor allem eine meist viergeschossige geschlossene Wohnbebauung um die Ringstraße (Kaiser-Friedrich-Ring und Bismarckring), welche in einem Viertelkreisbogen vom südlich gelegenen Hauptbahnhof bis zum nordwestlich gelegenen Sedanplatz um das historische Zentrum der Stadt, das sogenannte Historische Fünfeck, führte. Außerhalb der Ringstraße entstand im Süden das Dichterviertel, im Nordwesten das Feldherrenviertel und dazwischen das Rheingauviertel.

Maßgebenden Anteil an seiner Gestaltung hatte der Stadtbaumeister Felix Genzmer, der von 1881 bis 1903 in Wiesbaden wirkte. Die reich geschmückten Bürgerhäuser sind überwiegend im Stil des Historismus entstanden und beherbergten zum Großteil herrschaftliche Bürgerwohnungen mit 3,50 m hohen Decken, Stuck und Flügeltüren und hatten oft riesige Ausmaße von bis zu 200 m². In späteren Jahren wurden diese Wohnungen oftmals der besseren Vermietbarkeit wegen in kleinere Einheiten aufgeteilt.

Heute wohnen im Rheingauviertel hauptsächlich Studenten und junge Familien mit gehobenem Bildungsgrad und mittlerem Einkommen.

Das Kerngebiet des Rheingauviertels wird im Norden begrenzt von der Dotzheimer Straße, im Osten vom Kaiser-Friedrich-Ring, der Teil der Ringstraße ist, im Süden von der Schiersteiner Straße und im Westen vom Lorelei- bzw. Konrad-Adenauer-Ring, wobei sich das verwaltungstechnische Rheingauviertel auch noch westlich davon erstreckt, jedoch hier modernere Bebauung aufweist. Südwestlich der Niederwaldstraße (zwischen Karlsbader Platz und Schiersteiner Straße) findet sich ebenfalls modernere Bebauung aus den 1960er Jahren. Die meisten Straßen sind als Alleen ausgebildet und haben meist kleine Vorgärten zur Straße hin.

Am westlichen Ende der Rheinstraße steht die evangelische Ringkirche mit ihrem 65 m hohem Zwillingsturm.

Eine Sehenswürdigkeit am Rande des Kerngebiets ist das Bauarbeiterdenkmal.

Seinen Namen verdankt das Viertel der Namensgebung seiner Straßenzüge. Diese sind allesamt nach Orten im Rheingau benannt:

Im Kerngebiet des Viertels befinden sich:

  • Eltviller Straße[1]
  • Erbacher Straße[2]
  • Hallgarter Straße[3]
  • Johannisberger Straße[4]
  • Kiedricher Straße[5]
  • Loreleiring[6]
  • Marcobrunnerstraße[7]
  • Niederwaldstraße[8]
  • Oestricher Straße,[9] unterer Teil
  • Rauenthaler Straße[10]
  • Rüdesheimer Straße[11]
  • Wallufer Straße und Wallufer Platz[12]
  • Winkeler Straße[13]

Außerhalb des Kerngebietes befinden sich:

  • Aßmannshäuser Straße[14]
  • Eibinger Straße[15]
  • Geisenheimer Straße[16]
  • Hattenheimer Straße[17]
  • Kauber Straße[18]
  • Lorcher Straße[19]
  • Marienthaler Straße[20]
  • Mittelheimer Straße[21]
  • Oestricher Straße,[22] oberer Teil

Hollerborn ist ein alter Flurname und setzt sich aus den Begriffen Holler für Holunder und born für Quelle zusammen.

Wahlergebnisse Ortsbeirat Wiesbaden-Rheingauviertel/Hollerborn

Ortsbeiratswahl Rheingauviertel/Hollerborn 2021
Wahlbeteiligung: 38,1 %
 %
40
30
20
10
0
31,5 %
21,0 %
19,3 %
11,2 %
10,2 %
5,2 %
1,6 %
n. k. %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
  −8
−10
−12
+5,5 %p
−10,5 %p
−2,7 %p
+11,2 %p
+0,4 %p
−3,3 %p
+1,6 %p
−2,2 %p
Sitzverteilung im Ortsbeirat Rheingauviertel/Hollerborn 2021
      
Insgesamt 15 Sitze

Seit 1972 wird zeitgleich, aber unabhängig davon, mit den Wahlen zur Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung der Ortsbeirat Wiesbaden-Rheingauviertel/Hollerborn gewählt (Angaben in der Tabelle in Prozent).

CDUSPDGRÜNEFDPREPLinkeFreie WählerULWPiraten BIGWahlbeteiligung
2021 19,3 21,0 31,5 10,2 11,2 5,2 1,6
201622,031,526,09,88,52,2 39,3
201125,132,125,44,61,96,9 37,0
200631,134,918,04,36,65,1 32,9
200131,736,816,39,65,6 40,8
199732,541,021,94,7 55,2
199328,634,718,47,810,5 60,6
198931,847,713,26,0 66,3
198538,844,510,65,7 61,8
198147,738,66,77,3 61,3
197750,043,07,0 66,0
197238,752,58,9 71,4

Die Sitzverteilung im Ortsbeirat Wiesbaden-Rheingauviertel/Hollerborn sieht danach wie folgt aus (bis 1997 galt die Fünf-Prozent-Hürde):

CDUSPDGRÜNEFDPREPLinkeFreie WählerULW BIGGesamt
2021335121- 15
201635421 15
201145411 15
200655311 15
200156211 15
1997573 15
199345312 15
19895721 15
19856711 15
19817611 15
1977861 15
1972681 15

Literatur

  • Jörg Koch: Wohnen in Schmuck und Grün. Rheingauviertel und Feldherrnviertel. In: ders.: Wiesbaden. 55 Meilensteine der Geschichte. Menschen, Orte und Ereignisse, die unsere Stadt bis heute prägen. Sutton, Tübingen 2023, ISBN 978-3-96303-485-5, S. 68f.

Einzelnachweise, Anhang

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