Wilhelm Brück

deutscher Politiker (CDU), Bürgermeister, MdL Württemberg-Baden From Wikipedia, the free encyclopedia

Wilhelm Brück (* 9. April 1892 in Erda, heute Hohenahr; † 9. Februar 1972 in Weinheim) war ein deutscher Politiker (CDU). Von 1945 bis 1948 war er zunächst Bürgermeister, später Oberbürgermeister von Weinheim. 1946 gehörte er der Verfassunggebenden Landesversammlung und danach bis 1950 dem Landtag von Württemberg-Baden an.

Leben

Brück wuchs in Erda im damaligen Landkreis Wetzlar auf. Im Alter von 20 Jahren siedelte er nach Weinheim über.[1] Er war gelernter Dachdeckermeister und betrieb ein Geschäft in Weinheim, das 1964 von einem Gerüstbauer aus Bensheim übernommen wurde.[2]

Politik

Zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Richard Freudenberg von der US-amerikanischen Militärregierung zum Bürgermeister von Weinheim ernannt, Brück wurde einer seiner Beigeordneten. Kurz darauf wechselte Freudenberg ins Amt des Landrats des Landkreises Mannheim. Auf Freudenbergs Anraten hin wurde Wilhelm Brück zum neuen, zunächst kommissarischen Bürgermeister der Stadt Weinheim berufen. Nach seinen Aussagen erfolgte die Ernennung gegen seinen Willen, er stellte sich jedoch nicht gegen die Berufung.[1][3]

Am 27. Januar 1946 fanden die ersten freien Kommunalwahlen statt. Brück kandidierte hierbei als Spitzenkandidat der CDU-Liste. Von den 14 zu vergebenden Sitzen im Stadtrat entfielen sieben auf die CDU, fünf auf die SPD und zwei auf die KPD. Dem Stadtrat oblag auch die Wahl des Bürgermeisters, Wilhelm Brück kandidierte gegen Ernst Becherer. Hierbei kam es zu einem Patt: In drei Wahlgängen erhielten beide Kandidaten jeweils sieben Stimmen. Auf Weisung der Landesregierung und des inzwischen zum Landrat ernannten Ernst Becherer blieb Brück weiterhin im Amt des Bürgermeisters, wenig später bestimmte auch die Regierung des Landesbezirks Baden Brück zum Bürgermeister. Mit Beginn des Jahres 1947 stieg er zum Oberbürgermeister auf, nachdem Weinheim die Marke von 20.000 Einwohnern überschritten hatte.[4]

1946 kandidierte Brück für die Verfassunggebende Landesversammlung. Er wurde im Wahlkreis 21 Mannheim-Land gewählt. Wenig später trat er auch bei der Landtagswahl 1946 an, auch hier zog er über den Wahlkreis Mannheim-Land ins Parlament ein.

1948 fand die erste Direktwahl des Weinheimer Oberbürgermeisters statt. Brück trat als Kandidat der CDU an. Im ersten Wahlgang am 1. Februar erhielt Brück 35,15 Prozent der Stimmen und lag damit hinter dem parteilosen Rolf Engelbrecht, der 40,03 Prozent erhielt. In der Stichwahl am 8. Februar unterlag Brück mit 47,39 Prozent seinem Gegenkandidaten Engelbrecht (52,61 Prozent) und schied damit aus dem Amt des Oberbürgermeisters aus.[5]

1949 gehörte er der 1. Bundesversammlung an, welche Theodor Heuss zum ersten Bundespräsidenten wählte.

Nach der Landtagswahl 1950 schied Brück zunächst aus der aktiven Politik aus. Jedoch gehörte er noch einmal von 1953 bis 1959 dem Weinheimer Stadtrat als Ratsmitglied an.[4]

Ehrungen

1962 wurde Brück zum Ehrenbürger von Weinheim ernannt. Nach ihm wurde die Wilhelm-Brück-Straße in Weinheim benannt.[4]

Einzelnachweise

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