Wilhelm Gail
deutscher Architekturmaler
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Wilhelm Gail (* 7. März 1804 in München; † 26. Februar 1890 ebenda) war ein deutscher Architekturmaler.



Leben
Gail wurde als Sohn eines kurfürstlichen Galerieaufsehers geboren. Dem Wunsch seines Vaters entsprechend studierte er nach dem Gymnasium ab 1817 zunächst Architektur bei Karl von Fischer an der Akademie der bildenden Künste in München, wechselte aber 1820 zur Malerei. Nach Abschluss seines Studiums nahm er 1822 bis 1825 weiteren Unterricht im Atelier seines Schwagers, des Malers Peter von Hess. In dieser Zeit entstanden etliche Landschaftsbilder, in denen er Fauna und Brauchtum seiner Heimat darstellte.
Auf Einladung des Baron von Malzen, des königlich-bayerischen Geschäftsträgers am sardischen Hof, reiste Gail 1825 nach Italien. Dort schuf er Architekturbilder und Genrestücke, die unter den Titeln Monuments romains dans les états de sardaigne und Scènes populaires de Genova als Lithografien veröffentlicht wurden.
Nach seiner Rückkehr nach München 1828 verarbeitete Gail seine Erinnerungen in zahlreichen Bildern von Bauwerken (z. B. der antiken Wasserleitung in der Campagna, des Klosterhofs in Viterbo), die ihn schnell bekannt machten.
1830 brach Gail zu einer Studienreise nach Paris auf. Nach Ausbruch der Julirevolution ging er nach Chartres und reiste weiter in die Normandie. Es folgten 1830/31 eine weitere Studienreisen nach Italien und 1832/33 eine durch Spanien, bei der er zahlreiche Studien sammelte. Endgültig in München sesshaft verarbeitete er seine Reiseeindrücke in Ölbildern, Aquarellen, Radierungen und lithographischen Mappenwerken.
1854 wurde Gail zum Generalbevollmächtigten und bald darauf zum Kabinettsrat des bayerischen Herzogs Nikolaus von Leuchtenberg ernannt.
Wilhelm Gail starb im Alter von 85 Jahren.
Grabstätte

Die Grabstätte von Wilhelm Gail befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 5 - Reihe 16 - Platz 9, Standort).[1]
Illustrationen (Auswahl)
- In: Album deutscher Künstler in Originalradirungen. - Düsseldorf: Buddeus, 1841. Digitalisierte Ausgabe der Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf
Literatur
- Hyacinth Holland: Gail, Wilhelm. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 49, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 237–239.
- Brigitte Huber: Wilhelm Gail. In: Allgemeines Künstlerlexikon. Die Bildenden Künstler aller Zeiten und Völker (AKL). Band 47, Saur, München u. a. 2005, ISBN 3-598-22787-6, S. 280.