Wilhelm Gericke (Kaufmann)
deutscher Kaufmann und Politiker
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Wilhelm Gericke (* 19. Januar 1838 in Moabit; † 12. Juni 1926 in Berlin) war ein deutscher Kaufmann und Kommunalpolitiker. Er war im Volksmund als „König von Moabit“ bekannt.

Leben
Gericke führte ein Unternehmen, das auf Lieferungen für den Maschinenbau- und Baubedarf spezialisiert war. Er wohnte in der Straße Alt-Moabit, zunächst in der Nr. 23, danach in Nr. 44 und schließlich ab 1878 als Hausbesitzer in Nr. 13.[1]
Gericke war von 1874 bis 1920 Mitglied der liberalen Fraktion[2] der Berliner Stadtverordnetenversammlung, zudem war er im Vorstand der Versammlung.[3] Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums als Stadtverordneter in Moabit wurden ihm zahlreiche Ehrungen zuteil. Er macht sich viele Jahre um den Ausbau des Stadtteils Moabit verdient.[4] Unter anderem war er Mitglied der Kanaldeputation.[1]
Gericke wurde im 89. Lebensjahr[5] von einer Straßenbahn überfahren und erlag seinen Verletzungen im Elisabeth-Krankenhaus von Berlin. Sein Leichnam wurde auf dem Friedhof der evangelischen St.-Johannis-Gemeinde in Alt-Moabit beigesetzt. Die Vossische Zeitung schrieb in einem Nachruf:
- „Mit Gerickes Namen ist nicht nur das Werden Moabits eng verknüpft, auch andere Stadtteile haben von der Mitarbeit dieses Bürgers, der mehr als 50 Jahre seine besten Kräfte in den Dienst seiner Vaterstadt gestellt hat, wesentlichen Nutzen gezogen. Mit dem Oberbürgermeister Kirschner, Geh. Justizrat Cassel und vielen anderen Führern im Stadtparlament verband ihn jahrelang Freundschaft.“[6]
Ein Ölgemälde von Gericke fand einen Ehrenplatz im Berliner Rathaus.[6][7]
Die Wilhelm-Gericke-Moabit-Stiftung[8] und der Gerickesteg in Moabit sind nach ihm benannt. 1894 wurde ihm der Rote Adlerorden IV. Klasse verliehen.[9]