Wilhelm Hellesen

dänischer Erfinder und Unternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Frederik Louis Wilhelm Hellesen (* 2. Februar 1836 in Kalundborg; † 22. Dezember 1892 in Frederiksberg) war ein dänischer Erfinder und Unternehmer. Er gilt als einer der Pioniere der Trockenbatterie. Im Jahr 1887 entwickelte er eine der ersten praktisch nutzbaren Trockenzellen auf Basis des Leclanché-Elements, was den Transport und die Anwendung von Batterien revolutionierte.

Wilhelm Hellesen mit seiner Frau (um 1890)

Frühes Leben

Frederik Louis Wilhelm Hellesen wurde am 2. Februar 1836 in Kalundborg geboren. Als Kind erkrankte er an Lungentuberkulose und verbrachte viel Zeit in Kurorten in Südeuropa, was eine reguläre Schulbildung verhinderte. Sein Vater vermittelte ihm eine Ausbildung als Butterhändler, doch Hellesen interessierte sich intensiv für Physik und Chemie. In seiner Freizeit experimentierte er als Amateur mit Elektrizität und Batterien.[1]

Die Erfindung der Trockenbatterie

Die Batterien der Zeit (basierend auf dem Leclanché-Element von 1866) waren nass, schwer und auslaufgefährdet. Hellesen verdickte den Elektrolyten zu einer Paste, indem er Weizenmehl hinzufügte, was die Leitfähigkeit erhielt, aber Verschütten verhinderte. So entstand 1887 die erste praktische Trockenzelle, die er in den Jahren darauf unter anderem in Deutschland[2] und den Vereinigten Staaten[3] zum Patent anmeldete.[1]

1887 gründete er die Firma W. Hellesen in Kopenhagen. 1889 verkaufte er die ersten Batterien an die Dänische Telefongesellschaft und stellte den Chemiker Valdemar Ludvigsen (1861–1939) ein, der die Technik weiter verbesserte.

Hellesens Entwicklung war unabhängig von ähnlichen Arbeiten durch Carl Gassner (der oft als Hauptpatentinhaber gilt) oder Sakizō Yai in Japan.[1]

Das Unternehmen Hellesens

Die Batterien waren ein sofortiger Erfolg. In den 1890er Jahren exportierte das Unternehmen in über 50 Länder und lizenzierte Hersteller in London, Berlin und Wien. Das ikonische Tiger-Logo wurde von Gunnar Biilmann Petersen entworfen.

Nach Hellesens Tod 1892 führte seine Witwe das Unternehmen mit Ludvigsen fort. 1906 wurde Ludvigsen Alleineigentümer (Firma: A/S Hellesens Enke & V. Ludvigsen). Später hieß es u. a. A/S Tudor-Hellesens, A/S Hellesens und GN Hellesens. Die ersten Autobatterien kamen von Hellesens.[4]

1986 kaufte Duracell das Unternehmen, 1992 wurde es an GP Batteries (Singapur) verkauft. 2005 schloss die letzte Fabrik in Thisted (Dänemark). Die Marke Hellesens gehört heute Duracell.[1]

Tod und Vermächtnis

Wilhelm Hellesen starb am 22. Dezember 1892 in Kopenhagen. Er ist auf dem Vestre Kirkegård in Kopenhagen begraben. Seine Erfindung legte den Grundstein für moderne portable Batterien und beeinflusste die Elektrotechnik weltweit. In Dänemark wird er als nationaler Pionier gefeiert, trotz internationaler Konkurrenz.[1]

Einzelnachweise

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