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Wilhelm Kleemann (Politiker, 1795)

deutscher Domänenpächter und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Johann Friedrich Wilhelm Kleemann (* 22. April 1795 in Ebeleben; † 12. Juni 1881 in Sondershausen) war ein deutscher Domänenpächter und Politiker.

Wilhelm Kleemann (1795–1881)

Leben

Wilhelm Kleemann war ein Sohn des Domänenpächters Johann Ernst Gottfried Kleemann (1759–1805) und dessen Ehefrau Christine Louise Johanne Wilhelmine geb. Walther (1760–1820), ein Enkel des Domänenpächters Johann Friedrich Kleemann in Walkenried. Ferdinand Kleemann (1798–1856) war sein Bruder. Er war evangelisch-lutherischer Konfession und heiratete am 11. Mai 1818 in Bernburg seine Cousine Auguste Kleemann (* 9. Januar 1796 in Bernburg; † 21. September 1867 in Ebeleben[1]), die Tochter des Geheimen Kammerrats Johann Friedrich Carl Kleemann. Seine Tochter Therese (1819–1905) heiratete den Architekten Carl Scheppig; die Tochter Luise (1827–1910) wurde die Mutter des Musikwissenschaftlers Hugo Riemann. Sein Sohn Alfred (1837–1908) verehelichte sich mit Emilie Hülsemann (1839–1917), Tochter des Finanzministers Wilhelm Hülsemann.

Kleemann erhielt zunächst Unterricht von einem Hauslehrer und besuchte dann das Gymnasium in Gotha. Danach machte er eine landwirtschaftliche Lehre in Friedrichswerth bei Gotha. Nach dem frühen Tod des Vaters und des älteren Bruders Ernst (1784–1810) wurde ihm als 18-Jährigem im November 1813 die Pacht der Domänen Ebeleben und Marksußra anvertraut und später immer wieder verlängert. Er betrieb dort u. a. auch eine Bierbrauerei.[2]

Im Jahr 1840 war er Mitgründer des Vereins zur Beförderung der Landwirthschaft in Sondershausen,[3] war dort bis 1874 Vorstandsmitglied und dann Ehrenpräsident. Er war Ehrenmitglied der landwirtschaftlichen Vereine in Erfurt (1842), Nordhausen (1849), Mühlhausen (1860), des Kleinwächterschen in Schlesien (1861), der Hannoverschen in Celle (1864) und des Centralvereins der Provinz Sachsen (1875)[4]. Er wurde 1821 zum Oberamtmann und 1838 zum Amtsrat[5] ernannt. Ab Errichtung der Thüringischen Bank in Sondershausen 1855 war er mehrere Jahre Mitglied des Verwaltungsrats, auch später in den 1870er Jahren.[6]

Zum 50-jährigen Pachtjubiläum 1863 erhielt er die „große goldne Medaille für landwirthschaftliches Verdienst“.[7] Er erhielt 1858 das Schwarzburgische Ehrenkreuz III. Klasse[8] und 1879 das Kreuz II. Klasse[9]. Beim Amtsantritt von Fürst Karl Günther 1880 wurde er mit dem Titel Geheimer Kammerrat geehrt.[10]

Vom 1. Dezember 1867 bis zum 20. November 1876 war er vom Fürsten gewähltes lebenslanges Mitglied im Landtag des Fürstentums Schwarzburg-Sondershausen.[11] Ab dem 24. Juni 1868 war er dort Alterspräsident.

Am 14. Juni 1879 gab Kleemann, hochbetagt, die Pacht ab; 1880 zog er nach Sondershausen. Er starb nach längerem Leiden am 12. Juni 1881. Die Leichenpredigt hielt der spätere Oberhofprediger Arnold Zahn, der mit Wilhelms Enkelin Anna geb. Riemann verheiratet war.[12]

Literatur

  • Wilhelm Kleemann. In: Regierungs- und Nachrichtsblatt für das Fürstenthum Schwarzburg-Sondershausen vom 21. Juni 1881, S. 295f.
  • Genealogie der Familie Kleemann 1620‒1898. Mit einer im Anhange befindlichen Stammtafel. Zusammengestellt von Wilhelm Kleemann, Chemiker in Döhren b. Hannover. Hannover 1898. [45 S. + 1 Graphik.] S. 17ff.
  • Jochen Lengemann (Mitarbeit: Karl-Heinz Becker, Jens Beger, Christa Hirschler, Andrea Ziegenhardt): Landtag und Gebietsvertretung von Schwarzburg-Sondershausen 1843–1923. Biographisches Handbuch. 1998. ISBN 3-437-35368-3, S. 211 f.

Nachweise

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