Wilhelm Ruthe
deutscher Weinhändler
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Wilhelm Ruthe (* 30. September 1865 in Jahnsfelde; † 23. November 1954 in Wiesbaden) war ein deutscher Weinhändler.

Ruthe betrieb eine Weingroßhandlung in Wiesbaden und war Hoflieferant für den Kaiser. Er war Vorsitzender der Rheingauer Weinhändlervereinigung und Pächter des Weinsalons im Kurhaus Wiesbaden. Dort trug er ein umfangreiches Flaschenmuseum zusammen.
Profiteur der Arisierung 1938
1938 profitierte Wilhelm Ruthe von der Arisierung in der Wein- und Sektbranche in Mainz. Der jüdische Inhaber der Sektkellerei Schönberger, Eugen Schönberger war seit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 stetigem Druck ausgesetzt. Während der Reichspogromnacht vom 9./10. November 1938 wurde Schönbergers Wohnung von der SA verwüstet, die Produktionsanlagen der Sektkellerei wurden allerdings in intaktem Zustand hinterlassen. Unter erheblichem Druck des Kreiswirtschaftsberaters Jamin und mit der Assistenz der Industrie- und Handelskammer Mainz bei diesem Arisierungsvorgang musste Eugen Schönberger den Kaufvertrag mit dem Wiesbadener Weinhändler Wilhelm Ruthe unterzeichnen und die Sektkellerei weit unter Wert an ihn verkaufen.[1]
Im Rheingau an der Landstraße zwischen Erbach und Hattenheim, ließ die Rheingauer Weinhändlervereinigung im Hattenheimer Mannberg zu seinen Ehren ein Denkmal errichten.
Ehrungen
- 1953: Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland
Literatur
- Otto Renkhoff: Nassauische Biographie. Kurzbiographien aus 13 Jahrhunderten. 2. Auflage. Historische Kommission für Nassau, Wiesbaden 1992. ISBN 3-922244-90-4, S. 670, Nr. 3671.
Weblinks
- Wilhelm Ruthe bei der Gesellschaft für Geschichte des Weines e. V.
- Ruthe, Friedrich Wilhelm. Hessische Biografie. (Stand: 6. September 2024). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).