Wilhelm Wurm
deutscher Badearzt in Bad Teinach
From Wikipedia, the free encyclopedia
Wilhelm Albert Wurm (* 4. April 1831 in Nürnberg; † 16. Februar 1913 in Bad Teinach) war ein deutscher Mediziner, Schriftsteller und Jäger, der als Badearzt in Bad Teinach wirkte. Er war der bedeutendste Auerwildforscher des 19. Jahrhunderts.[1]

Leben
Wilhelm Wurm war ein Sohn des Nürnberger Gymnasialprofessors Johann Wurm und dessen Ehefrau Johanna, geborene Brühl. Er studierte an der Universität Erlangen Medizin und promovierte am 31. Oktober 1861 an der Ludwig-Maximilians-Universität München zum Doktor der Medizin.
Wilhelm Wurm wirkte zunächst als Assistent an den Wasserheilanstalten Brunnthal und Dianabad in München und später von 1865 bis 1867 und von 1870 bis 1903 als Badearzt in Bad Teinach.
Er beschäftigte sich intensiv mit dem Verhalten des größten einheimischen Waldhuhnes, des Auerhuhns, und veröffentlichte 1874 mit seiner Schrift „Das Auerwild, dessen Naturgeschichte, Hege und Jagd“ sein erstes Werk zu dieser Thematik, das er dem erfolgreichsten Hahnenjäger, seiner Majestät Franz Joseph I., Kaiser von Österreich, König von Ungarn, widmete, wofür er das Österreichische Goldene Verdienstkreuz mit der Krone verliehen bekam.

Er bekannte sich in dieser Zeit offen zum Darwinismus und beteiligte sich am Ehrengeschenk der deutschen Anhänger zu Darwins 69. Geburtstag, einem vom Rechnungsrat und Naturforscher Emil Rade (1832–1931) initiierten, von Ernst Haeckel geförderten und im Wesentlichen von Arthur Fitger mit insgesamt 21 Blättern gestalteten mit Silber-(und Gold-)beschlägen reich verzierten 50 cm hohen und 43 cm breiten Album (Darwin-Album von 1877),[2] in dem ab Blatt 3 zahlreiche Fotografien seiner Anhänger in je ein bis zehn passepartoutartig geschnittenen Feldern eingefügt sind. Als Dr. Wilhelm Wurm zu Bad Teinach im Schwarzwald wurde er auf Blatt 11 in diesem Album, das Darwin im Februar 1877 überreicht wurde, aufgenommen.[3]
In der zweiten, umfassenderen und 1885 erschienenen Auflage des Buches „Das Auerwild“ veröffentlichte er seine Erkenntnisse über die Ursache der Taubheit des schleifenden Auerhahnes, schrieb über die Entdeckung des Wildhahnrot und erörterte die Zehenstifte. Er veröffentlichte zahlreiche seiner weiteren Publikationen in Jagdzeitschriften und war Mitherausgeber der Zeitschrift Hohe Jagd.
Im Jahr 1884 war er Mitbegründer des württembergischen Schwarzwaldvereins.
Wilhelm Wurm wurde im Jahr 1894 für seine Verdienste der Titel Hofrat verliehen.
Er war mit Joseph Victor von Scheffel befreundet, der des Öfteren in Teinach zur Kur weilte und von Wurm in dieser Zeit ärztlich betreut wurde.
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Tetronerythrin, ein neuer organischer Farbstoff. In: Zeitschrift für wissenschaftliche Zoologie, 21, S. 535–537 (PDF)
- Das Auerwild, dessen Naturgeschichte, Hege und Jagd. Ein monographischer Beitrag zur Jagdzoologie. Julius Hoffmann, Stuttgart 1874 (MDZ)
- Waldgeheimnisse. 2. Auflage, Krabbe, Stuttgart 1895 (books.google.de)
Literatur
- Walter Bacmeister: Dr. Wilhelm Wurm †. In: Falco, 9, 1913, S. 14–16 (PDF).
- Carl Richard Hennicke: Hofrat Dr. W. Wurm †. In: Ornithologische Monatsschrift, 38, 1913, S. 205–208 (PDF).
- Kurt Lampert: Hofrat Dr. Wilh. Wurm †. In: Jahreshefte des Vereins für vaterländische Naturkunde in Württemberg, 71, 1915, S. LXXXV–LXXXVIII (PDF).
Weblinks
- Literatur von und über Wilhelm Wurm im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Werke von und über Wilhelm Wurm in der Deutschen Digitalen Bibliothek
- Kalliope-Verbund: Wurm, Wilhelm (1831–1913)
- Hofrat Dr. Wilhelm Wurm. In: ZOBODAT.at. OÖ Landes-Kultur GmbH.