Wiliberg

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Wiliberg (schweizerdeutsch: ˈʋiːlibærɡ)[6] ist eine Einwohnergemeinde im Schweizer Kanton Aargau. Sie gehört zum Bezirk Zofingen, liegt im oberen Uerkental und grenzt an den Kanton Luzern. Wiliberg ist flächenmässig die zweitkleinste und bezüglich der Einwohnerzahl die kleinste Gemeinde des Kantons.

Schnelle Fakten Lage der Gemeinde ...
Wiliberg
Wappen von Wiliberg
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Aargau Aargau (AG)
Bezirk: Zofingenw
BFS-Nr.: 4288i1f3f4
Postleitzahl: 5058
Koordinaten: 644104 / 235474
Höhe: 652 m ü. M.
Höhenbereich: 513–685 m ü. M.[1]
Fläche: 1,17 km²[2]
Einwohner: 170 (31. Dezember 2024)[3]
Einwohnerdichte: 145 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
8,2 %
(31. Dezember 2024)[4]
Gemeindeammann: Patric Jakob[5]
Website: www.wiliberg.ch
Blick vom Reidermoos auf Wiliberg
Blick vom Reidermoos auf Wiliberg
Lage der Gemeinde
Karte von Wiliberg
Karte von Wiliberg
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Geographie

Die Gemeinde liegt an einem kurzen Seitental östlich der Uerke. Dieser in nordwestlicher Richtung fliessende Bach bildet gleichzeitig die Grenze zum Kanton Luzern. Das steil ansteigende Seitental geht im Osten in eine kleine Hochebene über. Es gibt zwei Hauptsiedlungen, das Dorf Wiliberg am Rande der Hochebene und das Quartier Buchacker am Südhang des Buechwalds. In einem weiteren Seitental an der südlichen Gemeindegrenze liegen die Höfe Hinter Wiliberg und Sacher.[7]

Die Fläche des Gemeindegebiets beträgt 117 Hektaren, davon sind 21 Hektaren bewaldet und 14 Hektaren überbaut.[8] Der höchste Punkt befindet sich auf 685 Metern auf der Hochebene, der tiefste auf 520 Metern an der Uerke. Nachbargemeinden sind Bottenwil im Norden, Staffelbach im Nordosten, Reitnau im Südosten sowie die luzernischen Gemeinden Reiden im Südwesten und Wikon im Westen.

Geschichte

Luftansicht (ca. 1925), Aufnahme durch Walter Mittelholzer

Die erste urkundliche Erwähnung von Wileberch erfolgte im Jahr 1160 in den Acta Murensia des Klosters Muri. Der Ortsname lässt sich aus dem althochdeutschen Wilinberg ableiten und bedeutet «Berg(siedlung) des Wilo».[6] Im Mittelalter lag das Dorf im Herrschaftsbereich der Grafen von Kyburg. Nachdem diese 1273 ausgestorben waren, übernahmen die Habsburger die Landesherrschaft und die Blutgerichtsbarkeit. 1251 verkauften Bürger der Stadt Zofingen die niedere Gerichtsbarkeit an das Kloster Engelberg. Um 1350 entstand das Muhenamt, ein gesonderter Gerichtsbezirk, dem auch Wiliberg angehörte. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Wiliberg gehörte nun zum Untertanengebiet der Stadt Bern, dem so genannten Berner Aargau. 1528 führten die Berner die Reformation ein.

Jahrhundertelang war Wiliberg ein autonomer Steckhof. Als die Berner im Jahr 1751 alle Steckhöfe auf dem Gebiet der Landvogtei Lenzburg auflösten, ging Wiliberg aus unbekannten Gründen vergessen. Dadurch gerieten die Einwohner in eine schwierige Lage, da sie nirgends mehr zugehörig waren. Die Anerkennung als eigenständiges Gemeinwesen erfolgte erst am 16. Januar 1781 nach mehreren Bittschriften. Im März 1798 nahmen die Franzosen die Schweiz ein, entmachteten die «Gnädigen Herren» von Bern und riefen die Helvetische Republik aus. Seither gehört die Gemeinde zum Kanton Aargau. Wegen seiner Abgeschiedenheit ist Wiliberg seither kaum gewachsen, sodass die Landwirtschaft noch heute eine dominierende Rolle spielt.

Wappen

Die Blasonierung des Gemeindewappens lautet: «Geteilt von Weiss mit blauer Traube an grüner Rebe mit zwei Blättern und von Blau mit halbem gelbem Mühlrad.» Das Wappen erschien erstmals 1811 auf dem Gemeindesiegel und soll die zwei Hauptgeschlechter des Dorfes symbolisieren, die Müller und die Lässer (Weinleser). Bis 1966 war die Weinrebe kleiner gezeichnet und stand auf einem grünen Dreiberg.[9]

Bevölkerung

Die Einwohnerzahlen entwickelten sich wie folgt:

Wiliberg: Einwohnerzahlen von 1764 bis 2024
Jahr  Einwohner
1764
 
58
1798
 
106
1803
 
115
1837
 
168
1850
 
197
1860
 
214
1870
 
217
1880
 
193
1888
 
172
1900
 
133
1910
 
145
1920
 
125
1930
 
127
1941
 
133
1950
 
155
1960
 
137
1970
 
114
1980
 
127
1990
 
148
1991
 
147
1992
 
145
1993
 
152
1994
 
153
1995
 
158
1996
 
153
1997
 
151
1998
 
160
1999
 
161
2000
 
157
2001
 
154
2002
 
156
2003
 
158
2004
 
153
2005
 
153
2006
 
156
2007
 
155
2008
 
160
2009
 
157
2010
 
155
2011
 
168
2012
 
170
2013
 
169
2014
 
165
2015
 
167
2016
 
167
2017
 
164
2018
 
166
2019
 
163
2020
 
167
2021
 
168
2022
 
167
2023
 
166
2024
 
170
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[10][11] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[12]

Am 31. Dezember 2024 lebten 170 Menschen in Wiliberg, der Ausländeranteil betrug 8,2 %. Bei der Volkszählung 2015 bezeichneten sich 65,3 % als reformiert und 15,0 % als römisch-katholisch; 19,7 % waren konfessionslos oder gehörten anderen Glaubensrichtungen an.[13] Sämtliche Einwohner gaben bei der Volkszählung 2000 Deutsch als ihre Hauptsprache an.[14]

Politik und Recht

Die Versammlung der Stimmberechtigten, die Gemeindeversammlung, übt die Legislativgewalt aus. Ausführende Behörde ist der fünfköpfige Gemeinderat. Er wird im Majorzverfahren vom Volk gewählt, seine Amtsdauer beträgt vier Jahre. Der Gemeinderat führt und repräsentiert die Gemeinde. Dazu vollzieht er die Beschlüsse der Gemeindeversammlung und die Aufgaben, die ihm vom Kanton zugeteilt wurden. Für Rechtsstreitigkeiten ist in erster Instanz das Bezirksgericht Zofingen zuständig. Wiliberg gehört zum Friedensrichterkreis XVI (Zofingen).[15]

Wirtschaft

In Wiliberg gibt es gemäss der im Jahr 2015 erhobenen Statistik der Unternehmensstruktur (STATENT) rund 30 Arbeitsplätze, davon je 50 % in der Landwirtschaft und im Dienstleistungsbereich.[16] Die meisten Erwerbstätigen sind Wegpendler und arbeiten in den Regionen Zofingen oder Aarau.

Verkehr

Wiliberg liegt weit abseits der Verkehrsachsen und ist über Nebenstrassen vom Suhrental und Wiggertal aus erreichbar. Es gibt keine Verbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, eine Buslinie nach Zofingen wurde 2008 eingestellt.

Bildung

Die Gemeinde verfügt seit dem Schuljahr 2021/22 über keine eigene Primarschule mehr und befindet sich wie der Kindergarten in Reitnau. Aufgrund gesunkener Schülerzahlen hätte die Dorfschule eigentlich bereits früher geschlossen werden sollen, doch 2011 übernahm die Privatschule Wannenhof das Gebäude, und die einheimischen Kinder besuchten den Unterricht zusammen mit auswärtigen Privatschülern.[17] Die Sekundarschule und die Realschule können in Reitnau oder Staffelbach besucht werden, die Bezirksschule in Schöftland. Das nächstgelegene Gymnasium ist die Kantonsschule Zofingen.

Persönlichkeiten

  • Reinhard Müller (* 1929 in Wiliberg; † 2002 in Wiliberg), Landwirt und Politiker, Nationalrat

Literatur

Einzelnachweise

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