Willi Schrade

deutscher Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Willi Schrade (* 31. Januar 1935 in Königsberg, Deutsches Reich; † 18. Juni 2025 in Frankfurt (Oder)) war ein deutscher Schauspieler.

Willi Schrade (1960)

Leben

Herkunft und Kindheit

Willi Schrade verbrachte seine Kindheit in Königsberg. Nachdem er mit seiner Familie infolge des Zweiten Weltkriegs aus Ostpreußen hatte flüchten müssen, setzte er seine Schulzeit an einer Internatsschule in Wiesenburg/Mark fort, die er mit dem Abitur verließ.[1]

Schauspielstudium

Anschließend absolvierte Schrade von 1955 bis 1958 sein Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen Babelsberg.[2] Erste Theaterengagements als Bühnendarsteller hatte er in den 1950er-Jahren am Volkstheater Rostock, am Maxim Gorki Theater und am Bergtheater Thale.

Karriere in der DDR

Sein Filmdebüt hatte Schrade im Jahr 1957 mit einer kleineren Rolle als Halbwüchsiger in dem Liebesfilm Vergeßt mir meine Traudel nicht. Es folgte eine größere Rolle in dem Film Sonnensucher (1958) unter der Regie von Konrad Wolf, dessen Aufführung jedoch aufgrund der kritischen Darstellung des Uranbergbaus in der DDR lange verboten war. In den 1959 erschienenen Filmen Verwirrung der Liebe und Reportage 57 spielte er jeweils an der Seite von Annekathrin Bürger die männliche Hauptrolle.

Nachdem Schrade anfangs oft den gutaussehenden Publikumsliebling gespielt hatte, stagnierte seine Filmkarriere ab den 1960er-Jahren, und er musste sich fortan zumeist mit Nebenrollen in Film- und Fernsehproduktionen begnügen. Er blieb aber dennoch ein sehr häufig verpflichteter Darsteller beim Fernsehen der DDR sowie auch bei der DEFA.[3][4] So hatte er in den beiden DEFA-Klassikern Nackt unter Wölfen (1963) und Die Legende von Paul und Paula (1973) jeweils kurze Auftritte und wirkte auch zwischen 1968 und 1990 in sechs Folgen der Fernsehreihe Der Staatsanwalt hat das Wort mit. In dem Kinderfilm Die Suche nach dem wunderbunten Vögelchen (1964) hatte er einen etwas größeren Auftritt als Hauptwachtmeister Wiesel.

Gelegentlich war Willi Schrade auch als Synchronsprecher tätig und lieh dabei unter anderem dem britischen Schauspieler Max Butterfield (1931–1991) seine Stimme.[5]

Wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geriet Schrade Mitte der 1970er-Jahre durch seine Mitwirkung in dem DDR-Straßenfeger Zur See, in dem er als Matrose Willi Schmidt eine der Hauptrollen spielte.[6][7] In der Fernsehreihe Polizeiruf 110 wirkte Schrade in verschiedenen Rollen zwischen 1973 und 2007 in 19 Folgen mit. In den Filmen Hallo Taxi, Spuk unterm Riesenrad, El Cantor, Ein Katzensprung, Das Versteck, Verlobung in Hullerbusch, Alma schafft alle, Der Direktor und Kai aus der Kiste sowie auch in einer Folge der Miniserie Treffpunkt Flughafen hatte Schrade beispielsweise jeweils einen Auftritt als Volkspolizist.[8] In Schwester Agnes spielte er einen Kunden im Dorfkonsum. In dem Film Der Baulöwe war Schrade als Automechaniker zu sehen, in Spuk im Hochhaus mimte er einen Möbelpacker, in dem Film Offiziere mimte er einen Hauptmann der Nationalen Volksarmee und in Coming Out, dem ersten Film in der DDR mit der Thematik Homosexualität, spielte Schrade ebenfalls eine Nebenrolle als Vater des Jeans-Jungen (Dirk Kummer). In der Miniserie Feuerwache 09 spielte er einen Berufsfeuerwehrmann.[9]

Karriere nach der Wende

Nach der Wiedervereinigung war Schrade in den 1990er-Jahren noch gelegentlich in gesamtdeutschen Fernsehproduktionen wie beispielsweise Liebling Kreuzberg, Tatort, Der Landarzt, Die Straßen von Berlin, Frauenarzt Dr. Markus Merthin und Für alle Fälle Stefanie zu sehen.[10]

Nachdem Schrade rund zehn Jahre lang in keiner Film- und Fernsehproduktion mitgewirkt hatte, stand er im Jahr 2006 für den Film Letzte Ausfahrt Westberlin wieder vor der Kamera. Zuletzt war er im Jahr 2007 als Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma für eine Folge der Reihe Polizeiruf 110 an der Seite von Horst Krause zu sehen.

Insgesamt spielte Willi Schrade in seiner rund fünf Jahrzehnte lang andauernden Karriere in über 190 Film- und Fernsehproduktionen mit.[11][12][13]

Privates

Willi Schrade lebte jahrzehntelang in Potsdam, war verheiratet und hatte einen Sohn.

Im Jahr 2013 interviewte ihn der Tagesspiegel über sein Hobby, das Laufen.[14]

Willi Schrade starb am 18. Juni 2025 im Alter von 90 Jahren. Er wurde am 16. Juli 2025 im Ruheforst Schlaubetal beigesetzt.

Filmografie (Auswahl)

Commons: Willi Schrade – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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