William James Riddell
britischer Skirennläufer
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William James Riddell, MBE (* 27. Dezember 1909 in London (heutiges London Borough of Wandsworth),[2] Vereinigtes Königreich Großbritannien und Irland[1]; † 2. Februar 2000 im New Forest District, Vereinigtes Königreich[2]) war ein britischer Skirennläufer, der bei drei Alpinen Skiweltmeisterschaften sowie an den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1929 – bei denen die Abfahrt als Demonstrationssportart vorgeführt wurde – teilnahm. Bei den Olympischen Winterspielen 1936, bei denen Ski Alpin erstmals ausgetragen wurden, schied er im einzigen Bewerb aus. Seine beste Platzierung bei einer Weltmeisterschaft war der vierte Rang im Slalom 1931 und 1935 wurde er britischer Meister in der Abfahrt.
| William James Riddell | |||||||
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| Nation | |||||||
| Geburtstag | 27. Dezember 1909 | ||||||
| Geburtsort | London, | ||||||
| Sterbedatum | 2. Februar 2000 | ||||||
| Sterbeort | New Forest District, | ||||||
| Karriere | |||||||
| Disziplin | Abfahrt, Slalom, Alpine Kombination | ||||||
| Verein | Alpine Ski Club, Ski Club of Great Britain, Kandahar Ski Club[1] | ||||||
| Medaillenspiegel | |||||||
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Leben
William James Riddell war der Sohn von Archibald Riddell und Edith Mary Riddell (geb. Lawrie) und wurde in London geboren. Im Säuglingsalter kam er nach Lucknow im heutigen Indien, wo sein Vater als Soldat der Britisch-Indischen Armee diente. In dieser Zeit wäre er beinahe an Dysenterie verstorben, worauf seine Mutter mit ihm nach London zurückkehrte. William James Riddell kam das nächste Mal 1949 im Alter von 39 Jahren nach Indien.[1] Sein Bruder war Peter John Archibald Riddell (* 20. Juni 1914; † 26. März 1985), der mit seiner Ehefrau einen Sohn und eine Tochter hatte.[3]
Riddell besuchte die Harrow School und die University of Cambridge.[2] In den 1930er-Jahren war Riddell Tierfotograf in Afrika und war als Kinderbuchautor tätig. Während des Zweiten Weltkriegs unterrichtete er an der Ski- und Bergsteigerschule im Libanon ungefähr 20.000 Mitglieder der Streitkräfte, indem er ihnen Überlebenstechniken im Gebirge beibrachte. Später schrieb er den Reisebericht „Flight of Fancy“. Für seine Tätigkeit im Zweiten Weltkrieg wurde er als Member of the Order of the British Empire ausgezeichnet.[4]
Am 1. Dezember 1959 heiratete er die Skirennläuferin Jeanette Anne Kessler,[2] die 1972 verstarb.[5] Gemeinsam verfassten sie den Reiseführer „Ski Holidays in the Alps“.[2] Jeanette Kessler war zuvor seit 1930 mit dem Arzt Ripley Oddie verheiratet gewesen. Er verstarb 1959 und die Ehe zwischen Riddell und Oddie/Kessler fand zehn Wochen danach statt.[6]
Am 29. Juni 1973 ging er mit Alison Frances Jackson[7] eine zweite Ehe ein.[8] Aus dieser Ehe bekamen William James und Alison Frances am 5. November 1976 die Tochter Jemma Jeannette,[9] die seit dem 17. August 2002 mit James Nicholas Moulton verheiratet ist.[10] Riddells zweite Frau Alison veröffentlichte 2020 eine Biographie über William James Riddell. Kurz nach deren Veröffentlichung verstarb sie.[1] Er wurde mit der Pery-Medaille und der Arnold-Lunn-Medaille ausgezeichnet.[4]
Riddell selbst fuhr bis ins Alter von über 70 Jahren Ski und verstarb am 2. Februar 2000 im 90 Jahren und 37 Tagen.[2]
Karriere
Zu Beginn seiner Sportkarriere war Riddell Cricketspieler und Leichtathlet. Seine Karriere im Skisport begann mit den allerersten internationalen Skirennen im Jahr 1929, er war jedoch auch versierter Skispringer.[2]
Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 1929 in Zakopane in der Zweiten Polnischen Republik wurde die Abfahrt als Demonstrationssportart durchgeführt, dieses Rennen wurde auch als „Europäische Meisterschaft“ bezeichnet. William James Riddell belegte mit zwei Minuten und zwei Sekunden Rückstand auf den polnischen Sieger Bronisław Czech den achten Rang. Vor ihm lag der um elf Sekunden schnellere Pole Andrzej Krzeptowski und hinter ihm der um elf Sekunden langsamere Pole Władysław Czech. Im ersten Streckenabschnitt belegte er ex aequo mit seinem Landsmann Pelham Maitland den zehnten Rang und im zweiten Streckenabschnitt lag er auf dem sechsten Rang; Maitland belegte auch im zweiten Streckenabschnitt sowie insgesamt den zehnten Rang. 25 Läufer kamen in die Wertung, darunter neun Briten. Unter den Briten belegte Riddell hinter Bill Bracken (Rang 2) und Guy Nixon (Rang 6) den dritten Platz.[11] 1929 gewann er das Mürren Inferno.[2]
In Davos in der Schweiz wurden am 9. und 10. Januar 1930 die Academic World Games ausgetragen. In der Abfahrt mit 119 klassifizierten Sportlern starteten sechs Briten, von Riddell auf Platz 13 der bestplatzierte war. Er lag hinter Georg Weber aus der Schweiz und vor Hasso Wenzel aus den Deutschen Reich. Die Österreicher errangen einen Vierfachsieg durch Gustav Lantschner, Otto Lantschner, Harald Reinl und Hellmut Lantschner. Im Slalom mit 26 Platzierten erreichte Riddell den sechsten Rang und war damit abermals der beste Brite. Der Sieg ging an Otto Lantschner vor den Ex-aequo-Zweiten Beno Leubner (Österreich) und Georg Weber (Schweiz). Zwischen dem Podest und Riddell lag noch Hellmut Lantschner. Der sechste Rang resultierte aus dem siebten Rang im ersten sowie dem sechsten Rang im zweiten Durchgang. Durch diese zwei Platzierungen landete Riddell in der Kombination auf Rang sieben zwischen den Österreichern Christian Blattl und Walter Sterz. Der nächste Brite war Guy Nixon auf Rang zwölf.[12]
Bei den ersten Alpinen Skiweltmeisterschaften, die 1931 im Schweizer Mürren ausgetragen wurden, erreichte Riddell in der vom Schweizer Walter Prager gewonnenen Abfahrt mit zwei Minuten und zehn Sekunden Rückstand den 16. Rang; er lag hinter dem Österreicher Toni Seelos und vor dem Briten Chris Mackintosh. Der beste Brite war Antony Bulwer-Lytton, Viscount Knebworth auf Rang sieben; Peter Lunn befand sich auf Rang 13.[13] In der Langen Abfahrt, in der der Österreicher Gustav Lantschner gewann und Riddells Landsmann Chris Mackintosh die Silbermedaille gewann, belegte Riddell mit einem Rückstand von 49,2 Sekunden den zehnten Rang, wobei er sich vier Sekunden hinter Friedl Däuber aus dem Deutschen Reich und eine Sekunde vor dem Österreicher Hannes Schroll einfand. Sein nächstbesser platzierte Landsmann Bill Bracken lag auf Rang sieben.[14] Im Slalom lag er um 2,1 Sekunden hinter der Bronzemedaille von Friedl Däuber auf Rang vier und war damit der beste Brite. Auf den Sieger, den Schweizer David Zogg, hatte er 3,3 Sekunden Rückstand. Der nächste Brite war Peter Lunn auf Rang sieben, dieser teilte sich seinen Rang mit Hans von Weech aus dem Deutschen Reich.[15] Abfahrt und Slalom führten zu Rang fünf hinter dem Österreicher Toni Seelos und vor Hans von Weech aus dem Deutschen Reich in der Kombination, in der er der beste Brite war. Peter Lunn war auf Rang acht.[16]
Im Jahr darauf fanden die zweiten Alpinen Skiweltmeisterschaften im italienischen Cortina d’Ampezzo statt. In der Abfahrt mit 36 Startern hatte Riddell die Startnummer 19 und landete schlussendlich auf Rang 24 und hatte eine Minute und zwei Zehntelsekunden Rückstand auf den Sieger, den Österreicher Gustav Lantschner. Durch Bill Bracken auf Rang 16, Gordon Cleaver auf Rang 20 und Peter Lunn auf Rang 23 war Riddell der viertbeste Brite. Unmittelbar hinter ihm lag der Italiener Roberto Zardini mit Startnummer 35.[17] Im Slalom kamen 30 Läufer in die Wertung, wobei die vier besten Briten unmittelbar hintereinander die Ränge 13 bis 16 belegten; Riddell war Fünfzehnter. Die anderen Briten waren Peter Lunn (13.), Bill Bracken (14.) und Egerton Boughton-Leigh (16.) sowie dann noch Gordon Cleaver auf Rang 19. Als Team befand sich das Vereinigte Königreich auf Platz drei hinter Österreich und der Schweiz sowie vor dem Deutschen Reich und Italien. Der Sieg ging an Friedl Däuber aus dem Deutschen Reich.[18] Die Alpine Kombination wurde vom Schweizer Otto Furrer gewonnen, Riddell befand sich als drittbester Brite auf Rang 16. Vor ihm lag Karl Neuner aus dem Deutschen Reich und hinter ihm Ferdinando Valle aus dem Königreich Italien. In der Alpinen Kombination lagen die Briten auf dem vierten von fünf Rängen und ließen die Italiener hinter sich.[19]
Bei den fünften Alpinen Skiweltmeisterschaften, die wie die ersten vier Jahre zuvor in Mürren ausgetragen wurden, nahm Riddell nach zwei verpassten Weltmeisterschaften erneut teil. Beim Slalom vom 24. Februar belegte er mit 11,1 Sekunden Rückstand auf den Österreicher Toni Seelos den 13. Rang. Eine Zehntelsekunde vor ihm lag der beste Brite Richard E. Gardner und vier Zehntelsekunden hinter ihm Roman Wörndle aus dem Deutschen Reich. Die weiteren Briten waren Bruce MacLaren auf Rang 21 und Peter Lunn auf Rang 24; ins Ziel kamen 44 Läufer.[20] In der Abfahrt am nächsten Tag gewann Franz Zingerle aus Österreich, ebenfalls kamen 44 Läufer in die Wertung. Riddell mit Startnummer 24 belegte Rang 21 und hatte 26,6 Sekunden Rückstand auf Zingerle. Peter Lunn lag auf Rang zehn, Bruce MacLaren auf Platz 31 und Jimmy Gardner schied aus.[21] Diese Ergebnisse führten zum zwölften Rang in der Kombination – die vom Österreicher Toni Seelos gewonnen wurde –, in der er der beste Brite war. Peter Lunn lag auf Rang 16 und Bruce MacLaren auf Rang 25. 40 Läufer kamen in die Kombinationswertung[22] 1935 wurde er britischer Meister in der Abfahrt.[2]
Als amtierender britischer Abfahrtsmeister durfte er bei den Olympischen Winterspielen 1936 starten, die in Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurden. Im einzigen Bewerb, der Alpinen Kombination, stürzte er schwer gegen einen Baum, wurde in einen Fluss geschleudert und erlitt eine Rückenverletzung.[2]
Riddell war im Laufe seines Lebens Präsident dreier Skiclubs: dem Alpine Ski Club, dem Ski Club of Great Britain und dem Kandahar Ski Club.[1] Seine Präsidentschaft des Kandahar Ski Clubs, die vor dem 7. Januar 1993 begonnen hatte, endete am 2. Februar 2000 mit seinem Tod.[23]
Erfolge
Weltmeisterschaften
- Zakopane 1929: 8. in der Abfahrt
- Mürren 1931: 16. in der Abfahrt, 10. in der Langen Abfahrt, 4. im Slalom, 5. in der Alpinen Kombination
- Cortina d’Ampezzo 1932: 24. in der Abfahrt, 15. im Slalom, 16. in der Alpinen Kombination
- Mürren 1935: 21. in der Abfahrt, 13. im Slalom, 12. in der Alpinen Kombination
Olympische Spiele
Werke
- William James Riddell: Flug durch zwei Welten / James Riddell; mit einem Vorwort von Nevil Shute, 68 Tafeln und 11 Karten. 1935 (270 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell: Let’s be absurd: a book of unnatural history for children eight to eighty / written and illustrated by James Riddell. 1940 (englisch, 125 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026] Veröffentlichung: 1940er-Jahre).
- William James Riddell: Flight of fancy / by James Riddell. 1950 (englisch, 256 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell: Flight of fancy. 1951 (englisch, 256 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell: London in colour: a collection of colour photographs / introductory text and notes by William Gaunt. 1955 (englisch, 110 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell: Dog in the Snow. Hrsg.: The Story Of The Wartime – Middle East Ski School. 1957, ISBN 0-9941323-1-X (englisch, 144 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell: The ski runs of Switzerland. With a foreword by Arnold Lunn. 1957 (englisch, 360 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell, Jeanette Oddie: The Ski Runs of Austria. 1958 (englisch, 262 S., Volltext in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell: Ski Lore and Disorder. Museum Press, 1962 (englisch, 64 S., Volltext in der Google-Buchsuche [abgerufen am 14. Februar 2026]).
- William James Riddell, Jeanette Riddell: Ski holidays in the Alps / James and Jeannette Riddell. 1961 (englisch, 400 S., gov.au [abgerufen am 14. Februar 2026]).
Literatur
- Alison Riddell: Looking Forwards: James Riddell’s Adventurous Life on and off the Snow. Hrsg.: Alison Riddell. 2020, ISBN 978-1-80049-238-7 (britisches Englisch, 194 S., bl.uk [abgerufen am 13. Februar 2026]).
Weblinks
- William James Riddell auf thepeerage.com, abgerufen am 11. Februar 2026.
- Angaben zu William James Riddell in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France, abgerufen am 11. Februar 2026.
- William James Riddell in der Datenbank von Olympedia.org (englisch), abgerufen am 11. Februar 2026.
- William James Riddell in der Datenbank des Internationalen Skiverbands (englisch), abgerufen am 14. Februar 2026
- William James Riddell in der Datenbank des Internationalen Olympischen Komitees, abgerufen am 14. Februar 2026.