Willibald Mayerl
deutscher Bergmann und Maler
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Leben
Mayerl wurde als Sohn eines aus Österreich-Ungarn nach Sachsen eingewanderten Hauers geboren. Seine Mutter war eine Näherin aus Slowenien. Er besuchte die Volksschule in Niederwürschnitz und wurde anschließend Tagejunge im Lugauer Vertrauensschacht. Mit 16 Jahren fuhr er als Fördermann ein. Nach dem zweijährigen Besuch der Bergschule Freiberg war er vollausgebildeter Bergmann. Er nahm dann als Soldat des Deutschen Heers am Ersten Weltkrieg teil. Danach besuchte er die Ingenieurschule Mittweida und wurde Steiger und Markscheider beim Gersdorfer Steinkohlenbauverein.
Als Autodidakt begann er etwa ab 1928 in seiner Freizeit zu malen. 1930 stellte er erstmals einige seiner Bilder aus. Es folgten zahlreiche weitere Ausstellungen. 1931 erhielt er ein Stipendium der 1928 begründeten Deutschen Albrecht-Dürer-Stiftung zur Förderung deutscher bildender Künstler der Stadt Nürnberg.[1]
Mayerl wurde nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs zur Wehrmacht eingezogen, nahm am Krieg teil und geriet in Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung arbeitete er als Oberingenieur bei der Wismut AG und in den Erzgruben Saalfeld.
Mayerl hinterließ etwa 800 Gemälde mit dem Signum „WML“.
1976 schuf Karlheinz Mund einen Dokumentarfilm über Willibald Mayerl unter dem Titel: WML – Steiger oder Maler.
Rezeption
„Seine großformatigen, dunkelfarbenen und expressiven Bilder haben das Leben der Bergleute zum Gegenstand. Die derbe Realistik der Gemälde ist dokumentarisch. Stilgeschichtlich ist Mayerls Malwerk eine volkskünstlerisch-naive Entsprechung zur proletarisch-revolutionären Kunst.“[2]
Ehrungen
- 1973: Kunstpreis der Stadt Leipzig
- 1967: Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
- 1979: Kunstpreis der DDR
Ausstellungen (unvollständig)
Einzelausstellungen
- 1933: Chemnitz, Kunsthütte
- 1959: Karl-Marx-Stadt, Städtische Kunstsammlungen
- 1961: Altenburg/Thüringen, Lindenau-Museum
- 1967: Berlin, Kunstkabinett Pankow
- 1967: Weimar, Kunsthalle am Theaterplatz
- 1969: Dresden, Albertinum
- 1970: Zwickau, Städtisches Museum
- 1972: Berlin, Neue Berliner Galerie im Alten Museum
- 1974: Ahrenshoop, Kunstkaten
Ausstellungsbeteiligungen
- 1932: Berlin, Berliner Sezession
- 1946: Freiberg, Stadt- und Bergbaumuseum („Dresdner Künstler“)
- 1947: Stollberg, Rathaus („Bildende Kunst im Kreise Stollberg“)
- 1964: Berlin, Alte Nationalgalerie („Anklage und Aufruf. Deutsche Kunst zwischen den Kriegen“)
- 1964/65: Altenburg, Lindenau-Museum („Vom kritischen Realismus zur sozialistischen Gegenwartskunst“)
- 1968: Halle/Saale, Staatliche Galerie Moritzburg („Sieger der Geschichte“)
Postum
- 1978/1979: Berlin, Altes Museum („Revolution und Realismus. Revolutionäre Kunst in Deutschland 1917 bis 1933“)
- 1984/1985: Karl-Marx-Stadt, Städtisches Museum am Theaterplatz („Retrospektive 1945 – 1984. Bildende Kunst im Bezirk Karl-Marx-Stadt“)
- 1988: Berlin, Museum für Deutsche Geschichte („Künstler im Klassenkampf“)
Museen und öffentlichen Sammlungen mit Werken Mayerls (unvollständig)
- Altenburg/Thür.: Lindenau-Museum
- Berlin: Neue Nationalgalerie[3]
- Chemnitz: Neue Sächsische Galerie (Der Steiger, Ölgemälde, 1957)[4]
- Oelsnitz: KohleWelt-Museum Steinkohlenbergbau Sachsen[5]
Literatur (chronologisch)
- Josef Müller: Ein Bergmann stellt aus. In: Bildende Kunst, Berlin, 1959, S. 497–499
- Horst Rößler: Der Bergmann und Maler Willibald Mayerl (= Der Heimatfreund für das Erzgebirge. Heft 10, Nr. 22). 1977, S. 224–227.
- Prof. Joachim Adsuar (Hrsg.): Willibald Mayerl – Bergmann und Maler 1896 – 1977. Sächsische Medienwerkstatt audioscop, Zwönitz 1994.
- Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 586
Weblinks
- Willibald Mayerl war Hohndorfer. In: freiepresse.de. Abgerufen am 19. September 2020.
- …der die Bergleute so malt, wie sie sind! Mayer-Ausstellung im Bergbaumuseum Oelsnitz