Willy Onclin
belgischer Kirchenrechtler
From Wikipedia, the free encyclopedia
Willy Onclin (* 22. Februar 1905 in Hamont; † 15. Juli 1989 in Heverlee) war ein belgischer Kirchenrechtler. Er wirkte am Zweiten Vatikanischen Konzil mit und war an der Reform des Codex Iuris Canonici beteiligt.[1]
Leben
Willy Onclin besuchte die öffentliche Schule in Val-Meer, wo er seit 1907 lebte. Er setzte seine Ausbildung in klassischen Geisteswissenschaften am Seminar in Sint-Truiden fort und studierte anschließend Theologie am Priesterseminar in Lüttich. Am 7. April 1929 wurde er vom Bischof von Lüttich, Louis-Joseph Kerkhofs, zum Priester geweiht. 1932 promovierte er in Kirchenrecht an der Katholischen Universität Löwen, wo er 1934 auch in Zivilrecht promovierte. Seine juristische Ausbildung setzte er am Gericht der Römischen Rota und an der Akademie für Deutsches Recht in München fort.
Nach seiner Rückkehr nach Löwen wurde Onclin 1938 zum Professor für Kirchenrecht ernannt. In Löwen lehrte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1975 Rechtsgeschichte, Eherecht, Beziehungen zwischen Kirche und Staat, Theologie und Kirchenrecht. Er sprach fließend Latein, Französisch, Englisch und Niederländisch. Onclin war an der Eröffnung der niederländischen Abteilung der Katholischen Universität Löwen beteiligt, bevor diese in zwei autonome Universitäten (Katholieke Universiteit Leuven und Université catholique de Louvain) aufgeteilt wurde.
Onclin wirkte während des Zweiten Vatikanischen Konzils an der Ausarbeitung des Dekrets Christus Dominus mit und arbeitete auch an Optatam totius und Gravissimum educationis mit. Er war Mitglied der Kommission De disciplina cleri et populi christiani und Berater der Kommissionen De episcopis et diosesium regimine und De seminariis, de studiis et de educatione catholica. Außerdem war er an der Reform des Codex Iuris Canonici beteiligt.[2] Er half bei der Gründung und Aufrechterhaltung der Consociatio internationalis studio iuris canonici promovendo, einer internationalen Vereinigung von Kirchenrechtlern zur Förderung des Studiums und der Pflege der Wissenschaft des kanonischen Rechts. Nach Abschluss des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1969 war er als Sekretär der Bischofssynode in Rom tätig. Außerdem war er von 1932 bis 1984 Mitglied der Redaktion von Ephemerides Theologicae Lovanienses, einer Zeitschrift für Theologie und Kirchenrecht der Universität Löwen.
Willy Onclin wurde 1942 Ehrenkanoniker der St.-Pauls-Kathedrale in Lüttich, 1962 Päpstlicher Ehrenprälat, 1967 Ehrendoktor der Universität Navarra[3] und 1975 Apostolischer Protonotar.[4] Im 1983 veröffentlichten Codex Iuris Canonici wurden seine Verdienste im Vorwort gewürdigt.[5]
Literatur
- Mathijs Lamberigts: Willy Onclin, Louvain Canon Lawyer, Peritus at Vatican II. In: Ephemerides Theologicae Lovanienses. Band 100, Nr. 3–4, 2024, S. 581–621, doi:10.2143/ETL.100.3.0000000 (kuleuven.be).
- Luc de Fleurquin: Mons. Willy Onclin. Doctor Honoris causa de la Universidad de Navarra (1905-1989). In: Ius Canonicum. Band 30, Nr. 59, 1990, S. 15–18, doi:10.15581/016.30.17345.