Wilson Katiyo
simbabwischer Schriftsteller
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Wilson Katiyo (* 1947; † 2003) war ein simbabwischer Schriftsteller, bekannt für die Romane A Son of the Soil (1976) und Going to Heaven (1979).[1] Sein drittes Manuskript Tsiga blieb bei seinem Tod unvollendet.[1]
Leben
Katiyo engagierte sich bereits als Schüler an der Fletcher High School politisch und ging in den 1970er-Jahren wegen Repressionen ins Exil nach Europa.[1] Nach der Unabhängigkeit kehrte er 1980 nach Simbabwe zurück und wurde als hoher Beamter im Informationsministerium tätig.[1] Er trat zudem im Dokumentarfilm House of Hunger von Chris Austin an der Seite von Musaemura Zimunya und Dambudzo Marechera auf, die ihre Rolle in der neuen Nation widerspiegelt.[1] Im Jahr 1987 verließ Katiyo Simbabwe erneut und lebte bis 2003 in Paris und London.[1] Er starb 2003.[1]
Wirken
Katiyos Debütroman A Son of the Soil (1976) erzählt die Kindheit und Jugend eines Jungen in einer rassistisch segregierten Gesellschaft und ist trotz der Darstellung kolonialer Gewalt von der Hoffnung auf Erneuerung geprägt.[1] Die Fortsetzung Going to Heaven (1979) behandelt die ersten kulturellen Begegnungen und Erfahrungen eines simbabwischen Protagonisten im Vereinigten Königreich der späten 1960er-Jahre nach der Flucht nach England.[1] Das Werk steht beispielhaft für die frühe Diaspora-Literatur Simbabwes und wird als wichtiger Auslandsroman der Epoche eingeordnet.[2] Tsiga – als unvollendetes Spätwerk – setzt sich in nichtlinearer Erzählweise mit der Ernüchterung der frühen Unabhängigkeitsjahre auseinander.[1] In Überblicken zur simbabwischen Literatur wird Katiyo regelmäßig neben Autorinnen und Autoren wie Dambudzo Marechera, Charles Mungoshi und Stanlake Samkange genannt.[3]
Weblinks
- Wilson Katiyo (1947–2003) bei Semantic Scholar