Windpark Reinhardswald
in Bau befindlicher Windpark im Landkreis Kassel
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Windpark Reinhardswald ist ein in Bau befindlicher Windpark im Landkreis Kassel. Er befindet sich im nördlichen Reinhardswald auf den Flächen Farrenplatz und Langenberg des Gutsbezirks Reinhardswald. Mit Fertigstellung wird er mit 100,8 MW der leistungsstärkste Windpark in Hessen sein und könnte mit vom Betreiber prognostizierten 290.000 MWh Energie rechnerisch rund 75.000 Haushalte versorgen. Mit seinen damit prognostizierten knapp 2.900 Volllaststunden käme er wegen der neuen Anlagen und dem günstigen Windstandort fast an den mittleren Nutzungsgrad deutscher Offshore-Windparks heran.[1][2][3]
| Windpark Reinhardswald | |||
|---|---|---|---|
| Lage | |||
|
| |||
| Koordinaten | 51° 34′ 53″ N, 9° 32′ 9″ O | ||
| Land | |||
| Daten | |||
| Typ | Windpark | ||
| Primärenergie | Windenergie | ||
| Leistung | 100,8 Megawatt | ||
| Eigentümer | Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG | ||
| Betriebsaufnahme | geplant 2026 | ||
| Turbine | 18 Windkraftanlagen vom Typ VESTAS V150-5,6 MW | ||
| Eingespeiste Energie (geplantes Regelarbeitsvermögen) | 290 GWh | ||
| Website | wp-reinhardswald.de | ||
| Stand | Januar 2026 | ||

Geschichte und Bau
Die 2012 gegründete Energiegenossenschaft Reinhardswald initiierte die Planung von ursprünglich 20 Windkraftanlagen. 2019 wurden die Genehmigungsunterlagen eingereicht, im Februar 2022 die Genehmigung vom Regierungspräsidium Kassel erteilt. Eilanträge gegen die Genehmigungen stoppten die 2022 angelaufenen Arbeiten an den Zufahrtswegen, die 2023 nach einem Gerichtsurteil fortgesetzt wurden.[3] Ende 2024 wurde mit dem Bau der Anlagen begonnen. 2025 wurden die Betontürme errichtet und für 2026 ist die Fertigstellung geplant.[4]
Technik
Es handelt sich um 18 Anlagen des Herstellers VESTAS Typ V150-5,6 MW mit einer Nennleistung von jeweils 5,6 MW, insgesamt 100,8 MW. Bei einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotorradius von 75 m wird die Gesamthöhe der Anlagen 241 m über Geländeoberkante betragen. Die meisten Stahlbetonfundamente haben eine Tiefe von 3 m und einen Durchmesser von rund 30 m.[2]
Betreiberstruktur
Gesellschafter der Windpark Reinhardswald GmbH & Co. KG sind:
- 51,0 % Energiegenossenschaft Reinhardswald eG
- 20,3 % Städtische Werke AG, Kassel
- 20,0 % EAM Natur Energie GmbH
- 8,7 % Stadtwerke Eschwege GmbH
In der Energiegenossenschaft Reinhardswald eG sind die vier Anliegerkommunen Fuldatal, Trendelburg, Grebenstein, Immenhausen sowie eine Privatperson Mitglied. Damit ist der Windpark in der Hand regionaler Akteure und Gewinne fließen in die Region.[2]
Kritik
Gegen die Errichtung des Windparks gab es Protest, z. B. von "Aktionsbündnis Märchenland/Rettet den Reinhardswald" und "Windpark Reinhardswald dagegen", teilweise auch aus dem rechtsextremen Milieu. Dabei wurden Falschbehauptungen beispielsweise zum Ausmaß der Baumfällungen vorgebracht, die aufgrund großflächiger Sturmschäden der Fichtenbestände relativ gering ausfielen.[5] Die Partei AfD sprach sich gegen den Windpark aus. Der Protest und die Klagen verzögerten und verteuerten das Projekt, das ursprünglich 2023 fertig gestellt sein sollte.[4][6]
