Wissenschaftliche Produktionsvereinigung

sowjetische Forschungseinrichtung From Wikipedia, the free encyclopedia

Wissenschaftliche Produktionsvereinigung (russisch Научно-Производственное Объединение Nautschno-Proiswodstwennoje Objedinenije), vielfach abgekürzt NPO (НПО), ist eine Unternehmensstruktur in der Sowjetunion, bzw. Russland und anderen Nachfolgestaaten. Unternehmen mit dieser Struktur weisen eine integrierte Forschung und Entwicklung (F&E) sowie Produktion auf.

Bei der manchmal verwendeten Abkürzung GNPO wird "Gossudarstwenny" (государственный) für "staatlich" vorangestellt. Das vorangestellte "wsessojusny" (всесоюзный) bei der Abkürzung VNPO weist auf eine NPO im Allunion-Verband, die in der gesamten Sowjetunion und nicht nur in einer Unionsrepublik tätig waren, hin.

Geschichte

Am 24. September 1968 beschloss die Kommunistische Partei der Sowjetunion war eine Reform im sowjetischen Forschungs- und Entwicklungsbereich. Die NPO-Struktur wurde geschaffen, um die bis dahin störenden bürokratischen Hürden zwischen Forschung und industrieller Produktion abzubauen. Die Anzahl der wissenschaftlichen Produktionsvereinigungen stieg in den nächsten Jahren an: 63 in 1972, 128 in 1977 und 250 in 1980.

In seltenen Fällen wurde in den wissenschaftlichen Produktionsvereinigungen, Grundlagenforschung, meistens wurde anwendungsorientierte Forschung betrieben. Die Aufteilung der Anteile der F&E sowie in Produktion war dabei höchst unterschiedlich. Der F&E Anteil reichte von unter 10 % bis zu 50 %. Manche wissenschaftlichen Produktionsvereinigung dienten als anwendungsorientiertes Forschungszentren für einen ganzen Industriezweig. Auch wenn sie in fast jedem Industriezweig vertreten waren, waren sie hauptsächlich im Maschinenbau, Elektrotechnik, Flugzeugbau sowie Chemietechnik zu finden.

In manchen wissenschaftlichen Produktionsvereinigungen wurden durchaus positive Aspekte beobachtet wie schnellere Produktentwicklung, bessere Qualität, mehr produzierte Waren oder eine größere Verwendung der in F&E untersuchten Themen durch die Produktion. Jedoch hatten die wissenschaftlichen Produktionsvereinigungen weiterhin mit strukturellen Problemen zu kämpfen denn Planung, Finanzierung, wirtschaftlichen Anreize waren inkonsistent und es kam regelmäßig zu Zielkonflikten. So kam das Budget für F&E sowie Produktion aus verschiedenen Töpfen und ein Fünfjahresplan wurde für die Produktion verordnet während F&E jährlich geplant wurde. Daher war die Integration der F&E sowie Produktion manchmal nur administrativ aber nicht wirklich operational.

Aus diesen Gründen sind Anfang der 1980er die Erwartungen an die NPO-Struktur gesunken und es gab deutlich weniger Impulse neue zu gründen.[1][2]

Beispiele

Einzelnachweise

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