Wittmackia
Gattung der Familie Bromeliengewächse (Bromeliaceae)
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Wittmackia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie der Bromeliengewächse (Bromeliaceae).[1] Die etwa 47 Arten sind in der Neotropis vom südöstlichen Mexiko und karibischen Inseln bis ins tropische Südamerika verbreitet.[1]
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Wittmackia lingulata | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Wittmackia | ||||||||||||
| Mez |
Beschreibung





Vegetative Merkmale
Die Wittmackia-Arten sind immergrüne, ausdauernde krautige Pflanzen. Sie gedeihen epiphytisch, lithophytisch und terrestrisch.[1] Manche Arten bilden durch Ausläufer Bestände. Die Sprossachse ist gestaucht. Diese Trichterbromelien bilden Zisternen, in denen oft Wasser gesammelt wird, also Phytotelmata entstehen.[1]
Die Laubblätter sind deutlich in Blattscheide und -spreite gegliedert.[1] Die grünen, hell-brauen und unregelmäßig purpurfarbenen Blattscheiden sind elliptisch, länglich oder eiförmig und ihr Rand ist zum oberen Ende hin glatt oder gesägt; auf beiden Flächen sind Saugschuppen vorhanden.[1] Die grünen oder manchmal rotweinfarbenen, derben, einfachen, parallelnervigen Blattspreiten sind linealisch bis zungenförmig mit zugespitztem bis gerundetem, gespitzem bis stachelspitzigem oberen Ende. Die Blattränder sind glatte bis stark stachelig gesägt. Bei manchen Arten sind die Blattspreiten zu ihrer Basis hin verschmälert. Die Blattspreiten können gefurcht sein. Die Blattflächen sind grün oder gezeichnet und besitzen auf beiden Blattseiten Saugschuppen, aber dichter auf der Blattunterseite.[1]
Generative Merkmale
Der grüne, matt-purpurfarbene oder weißliche, verkahlende bis dicht flockig behaarte Blütenstandsschaft ist oft mehr oder weniger kurz, dadurch überragt bei manchen Arten (Wittmackia guedesiae, Wittmackia neoregelioides) der Blütenstand den Blatttrichter nicht oder nur wenig oder er ist relativ lang.[1] Die Hochblätter des Blütenstandsschaftes sind wirken verwelkt oder häutig und sind grün, matt-purpurfarben oder hell-braun, kahl bis dicht flockig behaart; sie sind kürzer bis länger als die Internodien, aufrecht bis aufsteigend und linalisch-lanzettlich, lanzettlich oder verkehrt-lanzettlich mit zugespitzem bis spitzem, bespitztem oder stachelspitzigem oberen Ende und glatten bis gesägten Rand.[1] Im je nach Art 4 bis 70 Zentimeter langen, einfachen bis zwei- bis selten dreigeteilten ährigen Blütenstand sind die Teilblütenstände dicht bis locker angeordnet. Die Blütenstandsachsen sind sichtbar oder von den Tragblättern verdeckt. Die grünen, cremefarbenen, matt-purpurfarbenen, hell-braunen oder nur bei Wittmackia tentaculifera leuchtend roten Tragblätter sind eiförmig bis linealisch-lanzettlich mit zugespitzten bis spitzem oberen Ende, glatten bis gesägten Rand und spärlich mit Saugschuppen oder dicht mit flockigen Trichomen bedeckt. Die verwelkt oder häutig wirkenden Tragblätter werden langsam bis plötzlich kleiner je weiter oben im Blütenstand sie sich befinden, sie sind an den Blütenstandsachsen anliegend bis spreizend, sind kürzer bis länger als die Blütenstandsachsen. Die sitzenden oder auf einem 0,5 bis 15 Zentimeter langen, stielrunden bis leicht abgeflachten Blütenstandsschaft befindlichen, rispigen Teilblütenstände sind kugelig-zapfenförmig bis lang-zylindrisch und kahl bis flockig behaart.[1] Die Blütenstandsachse der Teilblütenstände ist gerade und ist sichtbar oder von Deckblättern verdeckt. Die allmählich bis abrupt Richtung oberen Ende des Blütenstandes sich verkleinernden und spirallig angeordenten Deckblätter sind haltbar, sind kürzer als die Fruchtknoten bis die Kelchblätter überragend, symmetrisch, locker bis dicht sich dachziegelig überdeckend angeordnet, aufrecht bis spreizend, linealisch, dreieckig, lanzettlich, ei- oder kreisförmig. Die häutigen bis ledrigen Deckblätter sind grün, cremefarben, gelb, orange-, rotweinfarben oder nur bei Wittmackia tentaculifera leuchtend rot mit zugespitzten bis zurückgekrümmtem, bespitzem, beschwänztem oder stachelspitzigem oberen Ende, glatten bis gesägten Rand. Drei bis etwa hundert sitzende Blüten sind aufrecht bis spreizend, locker bis dicht im Teilblütenstand angeordnet.[1]
Die pentazyklischen (fünf Blütenblattkreise), zwittrigen, radiärsymmetrischen Blüten sind dreizählig. Der Blütenkelch in konisch bis seitlich abgeflacht und zusammengerollt oder nur bei Wittmackia turbinocalyx kreiselförmig-zusammengerollt.[1] Die drei deutlich asymmetrischen, ledrigen Kelchblätter sind an ihrer Basis verwachsen und bilden eine häutigen seitlichen Flügel, der die angrenzenden Kelchblätter überlappt. Die weißen, grünen, gelben, creme-, lila-, purpur-, rosafarbenen oder leuchtend roten Kelchblätter sind kahl bis dicht flockig behaart oder selten braun-wollig beschuppt und sie können stark stachelspitzig sein. Die haltbaren Kelchblätter verdicken sich manchmal nach der Anthese.[1] Die drei freien, weißen oder grünen Kronblätter sind elliptisch oder fast-spatelförmig mit spitzem bis stumpfem oberen Ende. Die Kronblätter können 2 Millimeter oder mehr über ihrer Basis gelappte Schüppchen besitzen oder sie fehlen.[1] Es sind zwei Kreise mit je drei Staubblättern vorhanden; sie überragen die Blütenkrone nicht. Die Staubfäden sind abgeflacht und etwas verdreht am Ansatzpunkt des Staubbeutels. Die Staubbeutel sind rechteckig mit bespitzten bis stachelspitzigen Enden.[1] Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen. Die kahlen bis dicht flockig behaarten Fruchtknoten abgeflacht-eiförmig, ellipsoidal, zylindrisch, verkehrt-eiförmig oder keulenförmig und weiß, gelb, creme-, orange-, rosa-, purpurfarben oder leuchtend-rot.[1] Im Fruchtknoten sind in zentraler Plazentation etwa 30 Samenanlagen enthalten.[1] Die Narbe ist gefaltet-spirallig und papillös.[1]
Die bei Reife gelben, roten, blauen oder schwarzen Beeren sind abgeflacht-eiförmig, eiförmig, ellipsoidal, zylindrisch, verkehrt-eiförmig oder keulenförmig[1] und enthalten relativ viele Samen.
Systematik, botanische Geschichte und Verbreitung
Taxonomie
Die Gattung Wittmackia wurde am 1. November 1891 durch den deutschen Botaniker Carl Christian Mez in Carl Friedrich Philipp von Martius: Flora Brasiliensis, Band 3, 3, S. 180, 274 aufgestellt. Typusart ist Wittmackia lingulata (L.) Mez aufgestellt. Sie hat ursprünglich drei Arten enthalten.[2] Der botanische Gattungsname Wittmackia ehrt den deutschen Botaniker Ludewig Wittmack (1839–1929),[3] dem Autor des Bromelien-Abschnittes in Engler: Die Natürlichen Pflanzenfamilien, 1. Auflage, II. Teil, 4. Abteilung, 1887–1888, S. 32–59.[4] Ein Synonym von Wittmackia Mez ist Wittmackiopsis Mez subgen. Wittmackiopsis.[4]
Botanische Geschichte
Alle Arten wurden durch Smith 1955 in die Untergattung Aechmea Ruiz & Pavon subg. Aechmea gestellt.[2] Durch Aguirre-Santoro 2027 bis 2020 wurden Arten aus der Untergattung Hohenbergia subg. Wittmackiopsis Mez in die Gattung Wittmackia gestellt.[2]
Die Verwandtschaft rund um die Gattung Ronnbergia wurde durch Aguirre-Santoro et al. 2016 und Aguirre-Santoro 2017[1] untersucht und es ergaben sich wesentliche taxonomische Änderungen mit einem erheblich größeren Umfang dieser Gattung.[4] Die Gattung Ronnbergia und Wittmackia gehören zur RonnbergiaAllianz in der Unterfamilie Bromelioideae innerhalb der Familie Bromeliaceae.[1][5]
Arten und ihre Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet der etwa 47 Arten reicht vom südöstlichen Mexiko und karibischen Inseln bis ins tropische Südamerika. Es gibt zwei Diversitätszentren, das eine ist der Mata Atlântica, davon die meisten Arten im südöstlichen brasilianischen Bundesstaat Bahia, das andere ist Jamaika, die Großen Antillen (ohne Hispaniola), ihre angrenzenden Inseln in der westlichen Karibik sowie die Yucatan-Halbinsel. Etwa 17 Arten kommen im karibischen Raum vor.[1][6] Die Arten der beiden Diversitätszentren unterscheiden sich auch morphologisch.[2]
| In der Gattung Wittmackia gibt es seit 2025 etwa 47 Arten:[1][4][7] |
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