Wladimir Czumikow

nach Deutschland emigrierter russischer Übersetzer und Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben und Wirken

Wladimir Czumikow stammte aus einer russischen Familie, die in Livland lebte. Sein Vater Alexander Czumikow (1819–1902) war ein anerkannter Pädagoge und Staatsrat in Reval. Wladimir Czumikow besuchte das Livländische Landesgymnasium in Fellin seit 1885 und danach das Gymnasium in Dorpat.[1] Anschließend studierte er in St. Petersburg, Strassburg (1896/97)[2], München, Leipzig (1899) und Grenoble. In dieser Zeit übersetzte er einige Werke russischer Schriftsteller in das Deutsche.

Danach kehrte er nach Reval zurück und war dort als Redakteur einer Zeitschrift tätig. Anschließend wurde er Beamter im Außenministerium in St. Petersburg.[3] 1917 zog Wladimir Czumikow in den Kaukasus, 1918 nach Kiew und danach nach Deutschland. 1919 kehrte er nach der estnischen Unabhängigkeit nach Tallinn (Reval) zurück, und eröffnete danach in Tartu (Dorpat) ein Geschäft für russische Literatur. Später zog er nach Deutschland und starb 1943 im besetzten westlichen Polen im Alter von 72 Jahren.

Übersetzungen

Wladimir Czumikow übersetzte zehn Werke von Leo Tolstoi und Anton Tschechow, die in vielen Auflagen in verschiedenen Verlagen bis in die Gegenwart herausgegeben wurden.[4] Außerdem veröffentlichte er einige kleinere Übersetzungen in den Zeitschriften Jugend, Simplicissimus, Die Neue Zeit und Zukunft.[5]

Lew Tolstoi
  • Ein Präludium Chopins, Malcomes, Stuttgart 1898 (Digitalisat)
  • Auferstehung, Diederichs, Leipzig 1899 (Digitalisat)
  • Patriotismus und Regierung, Diederichs, Leipzig 1900 (Digitalisat)[6]
  • Moderne Sklaven, Diederichs, Leipzig 1901
  • Aufruf an die Menschheit, Diederichs, Leipzig 1901
Anton Tschechow
  • Starker Tobak und andere Novellen, Langen, München 1898
  • Gesamnelte Werke, 4 Bände, Einzige autorisierte Übersetzung, Diederichs, Leipzig
    • Ein bekannter Herr. Humoristische Geschichten, 1900 (Digitalisat)
    • Ein skandalöses Kunstwerk, 1901
    • Dramen, 1902 (mit Die Möwe und Onkel Wanja)
    • Die Bauern, 1902
Nikolai Nekrassow
  • Frühling, Kantate von Sergej Rachmaninoff, 1903, Text umgedichtet von Wladimir Czumikow
Wikisource: Wladimir Czumikow – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

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