Wleń

Stadt in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Wleń ['vlɛɲ] (deutsch Lähn) ist eine Stadt im Powiat Lwówecki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Sie ist Sitz der gleichnamigen Stadt- und Landgemeinde mit 3900 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024).

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Wleń
Wappen von Wleń
Wleń (Polen)
Wleń (Polen)
Wleń
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Lwówecki
Gmina: Wleń
Fläche: 7,18 km²
Geographische Lage: 51° 1′ N, 15° 40′ O
Einwohner: 1569 (1. Januar 2024)
Postleitzahl: 59-610
Telefonvorwahl: (+48) 75
Kfz-Kennzeichen: DLW
Wirtschaft und Verkehr
Eisenbahn: Jelenia Góra–Żagań
Nächster int. Flughafen: Breslau
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Geographische Lage

Die Kleinstadt liegt am Fluss Bober, 15 Kilometer südöstlich der Kreisstadt Lwówek Śląski (Löwenberg) und 15 Kilometer nördlich von Jelenia Góra (Hirschberg).

Geschichte

Blick von der Burg auf das Stadtgebiet
Rathausplatz mit Rathaus
Pfarrkirche
Schloss Kleppelsdorf

Lähn wurde im Jahre 1214 von Herzog Heinrich I. und seiner Gemahlin Hedwig von Andechs als Stadt gegründet. Oberhalb der Stadt liegt die 1646 zerstörte Burg Lehnhaus (Lähnhaus). Unterhalb der Ruine befanden sich die Hedwigskapelle von 1662 und das Barockschloss mit Park. Am 18. August 1813 wurde Lähn von italienischen Söldnern, die den Russen unter Kaiserow weichen mussten, bis auf die Kirchen und wenige Häuser niedergebrannt. Gegen Ende des ersten Quartals des 19. Jahrhunderts hatte der Ort 171 Häuser.[1][2] Am Anfang des 20. Jahrhunderts hatte Lähn eine evangelische Kirche, eine katholische Kirche, ein Pädagogium, das Amtsgericht Lähn, Sandsteinbrüche und einige mittelständische gewerbliche Betriebe.[3]

Die Stadt Lähn gehörte 1945 zum Landkreis Löwenberg im Regierungsbezirk Liegnitz der preußischen Provinz Niederschlesien des Deutschen Reichs.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Lähn zusammen mit fast ganz Schlesien von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt und von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde in Wleń umbenannt, abgeleitet von der Erwähnung des Ortes als Wlan in einer päpstlichen Urkunde von 1155 (siehe Knoblich 1863, S. 10). Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde, soweit sie nicht schon vorher geflohen war, 1945/46 vertrieben.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Stadt zur Woiwodschaft Jelenia Góra (Hirschberg).[4]

Im Juni 2014 fand in der Stadt eine Gedenkfeier anlässlich ihres 800-jährigen Bestehens statt.[5]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner Anmerkungen
18250826davon 184 Katholiken[1]
18290800davon 164 Katholiken[2]
18400 942davon 690 Evangelische[6]
18901094vorwiegend Evangelische, 258 Katholiken[7]
19001062meist Evangelische[3]
19331433[7]
19391460[7]
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Gemeinde

Zur Stadt- und Landgemeinde Wleń mit einer Fläche von 86 km² gehören die Stadt selbst und zwölf Dörfer mit Schulzenämtern.

Sehenswürdigkeiten

  • Rathaus auf dem Marktplatz
  • Schloss Kleppelsdorf (Pałac Książęcy) aus dem 16. Jahrhundert[8]

Persönlichkeiten

Literatur

  • Karl August Müller: Vaterländische Bilder, in einer Geschichte und Beschreibung der alten Burgfesten und Ritterschlösser Preussens. Flemming, Glogau 1837, S. 398–412.
  • August Knoblich: Chronik von Lähn und Burg Lähnhaus am Bober. Urkundliche Beiträge zur Geschichte der Städte, Ritterburgen, Fürsten und Adelsgeschlechter Schlesiens. Aderholz, Breslau 1863 (Digitalisat).
  • Thomas Feldmann: Lähn am Bober. Eine Durchsicht alter Postkarten. In: Löwenberger Heimatgrüße. 10/2007, S. 21–23.
  • Izabela Taraszczuk: Bürgerinitiative zum Errichten einer Gedenktafel zur evangelischen Kirche im niederschlesischen Lähn/Wleń. In: Löwenberger Heimatgrüße. Goldammer Verlag, Rothenburg ob der Tauber 1/2014, S. 13–14.
Commons: Wleń – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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