Wohnhausgruppe Wätjenstraße 31 bis 54

Wohnanlage in Bremen-Schwachhausen From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Wohnhausgruppe Wätjenstraße 31 bis 54 in Bremen-Schwachhausen, Ortsteil Riensberg, wurde zur Mitte des 20. Jahrhunderts gebaut und durch den Architekten Hubert Behérycz geplant. Sie wird aktuell (2026) zum Wohnen genutzt.

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BW

Die Gebäude stehen seit 2024 unter bremischem Denkmalschutz.[1]

Geschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte aufgrund des akuten Wohnungsbedarfs neben anderen Stadterweiterungen auch das nordöstliche Schwachhausen für den sozialen Wohnungsbau erschlossen werden. Die Bebauung wurde von unterschiedlichen Architekturbüros entworfen, die für insgesamt sechs Wohnungsbaugesellschaften tätig waren.

Die zwischen 1954 und 1956 an der Wätjenstraße/Ecke Klattenweg entstandenen Wohnbauten wurden durch den Architekten Hubert Behérycz (Bremen) im Auftrag der Beamten-Baugesellschaft Bremen geplant. Er entwarf hier auf beiden Straßenseiten 77 Wohneinheiten in drei Wohnblöcke in mit 1-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen sowie gemeinsamer Grünanlage.

Behérycz plante vor- und rückspringenden Baukörper bei unterschiedlichen Gebäudehöhen. Die Wohnblöcke B, C und D stehen in Nordwest-Südost-Richtung parallel zueinander. Die Blöcke weisen je drei Baukörper auf – eine Ausnahme bildet der nördlichste Block B, der aufgrund des Grundstückzuschnitts mit nur zwei Baukörpern ausgeführt werden musste. Während sich die viergeschossigen Bauteile von Block C und D im rückwärtigen Grundstücksbereich befinden, konzipierte der Architekt für Block B einen fünfgeschossigen Kopfbau als höchstes Bauwerk und städtebaulichen Akzent an der Straßenecke.

Eine differenzierte Gestaltung erfolgte auch durch die Verwendung von Putz, Sichtmauerwerk und Sichtbeton sowie durch skulpturale Elemente wie die Treppenhauserker mit konkav gewölbten Wandvorlagen, die differenzierten Balkone an den Südwestfassaden sowie durch unterschiedliche Fenster (Größe, Format) und plastische Flugdächer über den Dachaustritten.

Das Ensemble von 1954 besteht aus den Bauten der Wätjenstraße:

  • Nr. 31: zweigeschossiges Haus Kügler[2]
  • Nr. 33: zweigeschossiges Haus Adams[3]
  • Nr. 35: eingeschossige Garagenanlage[4]
  • Nr. 39: zweigeschossiges Doppelhaus Typ A[5]
  • Nr. 41: zweigeschossiges Doppelwohnhaus Typ A[6]
  • Nr. 43: zweigeschossiges Doppelwohnhaus Typ A[7]
  • Nr. 44/46/48: dreigeschossiger Wohnblock D[8]
  • Nr. 45: zweigeschossiges Doppelwohnhaus Typ A[9]
  • Nr. 47: zweigeschossiges Doppelwohnhaus Typ A[10]
  • Nr. 49: zweigeschossiges Doppelwohnhaus Typ A[11]
  • Nr. 50/52/54: drei- und viergeschossiger Wohnblock C[12]

sowie im Klattenweg:

  • Nr. 55/57/59: fünfgeschossiger Wohnblock B[13]

Da Behérycz noch weitere Wohnhäuser in diesem Quartier ausführte, wurde es bald scherzhaft Behéryczhausen genannt. Der Architekt war in Bremen zudem u. a. Planer der Wohnanlage Contrescarpe 105–110 (1955), Schule im Ellener Feld – Kolk 2 (1956), Kinder-Erholungsstätte der Hans-Wendt-Stiftung – Am Lehester Deich (1959), sowie der Wohnhäuser Westseite des Neuen Markts (1959), Rotbuchenweg 4 (1958), Friedrich-Ebert-Straße 1/9 (1971).

Das Landesamt für Denkmalpflege Bremen befand: „… Die künstlerisch-architektonische Gesamtkonzeption des Ensembles hebt sich deutlich von dem durchschnittlichen Gestaltungsaufwand der umliegenden, zeitgenössischen Wohnblöcke ab. Die Wohnanlage dokumentiert nicht nur die Bandbreite stadtplanerischer und baulicher Aufgaben im Bremer Wohnungswesen nach Kriegsende, sondern veranschaulicht auch den Stadtentwicklungsprozess in der Nachkriegszeit ….“

Literatur

  • Eberhard Syring: Bremen und seine Bauten 1950–1979, Carl Schünemann Verlag, Bremen 2014, ISBN 978-3-944552-30-9

Einzelnachweise

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