Wolf von Beneckendorff

deutscher Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Wolf von Beneckendorff (Künstlername), eigentlich Wolf Beneckendorff (* 1. März 1891 in Stralsund; † 26. Januar 1960[1] in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Wolf (von) Beneckendorff (Porträt von Emil Stumpp, 1929)

Leben

Hans Franz Wolf Beneckendorff wurde geboren als Sohn des Kaufmanns Johann Karl Ulrich Beneckendorff und seiner Ehefrau Julie Klara geb. Stubbe.[2] Er steht in keinem Kontext mit der gleichnamigen Adelsfamilie.[3][4][5][6][7]

Beneckendorff wurde Schauspieler und debütierte 1909. Er absolvierte ein Studium an der Schauspielschule des Deutschen Theaters in Berlin. 1910 führte er seinen Geburtsnamen als Künstlername und war am Märkischen Wander-Theater in Berlin, welches als Wanderbühne agierte.[8] Beneckendorff war in den Zwanziger Jahren ein bekannter Darsteller auf Berliner Bühnen, spielte aber auch in Hamburg, Köln, München und Düsseldorf. Dort stellte er, wie auch in einigen Filmen, prädestiniert durch Erziehung und Aussehen, vorwiegend den Typus des Aristokraten dar. Während der Endphase des Zweiten Weltkrieges gastierte er längere Zeit in der Schweiz.

Bei seiner Rückkehr nach Berlin ging er an das Theater am Schiffbauerdamm, wo er von Bertolt Brecht ins Berliner Ensemble übernommen wurde. Der Bühnenschauspieler Beneckendorff wurde durch filmische Inszenierungen, wie zum Beispiel des Stückes Mutter Courage und ihre Kinder, auch dem Kinopublikum bekannt. Daneben wirkte Beneckendorff in Hörspielproduktionen mit und trat seit 1953 meist im Fach des komischen Alten oder des Adligen in Nebenrollen in zahlreichen DEFA-Filmen und in Produktionen des DDR-Fernsehens auf. 1956 ist sein bürgerlicher Geburtsname als Künstler nachgewiesen. Im Juni 1959 feierte er sein 50-jähriges Bühnenjubiläum.

In der Absicht, ihn auszurauben, schlugen vier 19- bis 22-jährige Männer Beneckendorff am 26. Januar 1960 in seiner Wohnung in Berlin-Adlershof nieder. Dabei erstickte er an seiner zerbrochenen Zahnprothese.[9] Die Täter wurden am 28. April 1960 zu je 13 Jahren Zuchthaus verurteilt.

Begraben wurde Beneckendorff auf dem Friedhof der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinden in Berlin.[10] Der Lyriker Jens Gerlach widmete ihm in „Dorotheenstädtische Monologe“ ein Gedicht.[11]

Ein Nachruf findet sich im Deutschen Bühnenjahrbuch von 1961, in dem er als Wolf Beneckendorff, Spielleiter und Schauspieler geführt wird.[12][13] Der Filmhistoriker Günter Peter Straschek verfügte über eine zehnseitige Beneckendorff-Sammlung.

Filmografie (Auswahl)

Theater

Hörspiele

Literatur

Einzelnachweise

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