Wolf von Gersdorff
deutscher Verwaltungsjurist und Politiker (DNVP)
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Leben
Wolf entstammte der uradeligen Familie von Gersdorff, war ein Sohn des Ludwig Wolf Wigand von Gersdorff (1834–1870) und der Bertha Strutz (1839–1899) aus Uhyst. Der Vater fiel als Oberleutnant im Garde-Jäger-Bat. bei Sainte-Marie-aux-Chênes (Gravelotte). Sein Großvater Ludwig Hermann von Gersdorff (1790–1837) war ebenfalls Offizier, der Urgroßvater Wolf von Gersdorff (1765–1832) dagegen mehrfacher Gutsbesitzer, kurfürstl. sächs. Kammerjunker und preußischer Landrat.
Gersdorff studierte Rechtswissenschaften in Leipzig und war seit 1885 Mitglied der Studentenverbindung Canitz-Gesellschaft Leipzig.[1] Nach bestandenem Staatsexamen und anschließender Referendarzeit war von Gersdorff 1895–1905 Landrat in Arnswalde, seit 1905 Vortragender Rat im preußischen Innenministerium, sowie anschließend Regierungspräsident von Merseburg (1910–1922), königlicher Kammerherr, Ehrenbürger von Wittenberg und Vorsitzender des Kuratoriums der Luthergesellschaft in Wittenberg. Von 1925 bis 1931 amtierte Gersdorff auch als Präses der Provinzialsynode in der Kirchenprovinz Brandenburg der Evangelischen Kirche der altpreußischen Union.[2] Zudem war er Vorsitzender des Kuratoriums der Lutherhalle (1910–1945) und Ehrendoktor der Universität Halle-Wittenberg. Von 1924 bis 1933 vertrat er die DNVP im Preußischen Landtag.
Wolf von Gersdorff war Präsident der Stiftung Bethanien und Rechtsritter des Johanniterordens.
Familie
1896 heiratete Wolf von Gersdorff in Berlin Anna von Etzel (1871–1953), Tochter der Sophie Magnus[3] und des Hauptmanns a. D. Eugen von Etzel in Berlin geboren. Anna und Wolf hatten zwei Kinder, Gabriele und Wolf-Wigand, beide in Arnswalde (Neumark) geboren, und drei Enkelkinder.
Literatur
- Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1957. Band III, Band 15 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1957, S. 211–212.
- Heinz Boberach, Carsten Nicolaisen, Ruth Pabst: Handbuch der deutschen evangelischen Kirchen 1918 bis 1949: Organe – Ämter - Verbände - Personen. Band 1: Überregionale Einrichtungen. In: Arbeiten zur kirchlichen Zeitgeschichte; Reihe A, Quellen, Band 20, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2010, ISBN 978-3-525-55794-5, S. 219.