Wolfgang Heibges
deutscher Marineoffizier und U-Boot-Kommandant im Zweiten Weltkrieg
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Wolfgang Heibges (* 1. Juli 1922 in Lippstadt; † 4. April 2005 in Glücksburg) war ein deutscher Marineoffizier (Fregattenkapitän) und Kommandant des U-Bootes U 999.
Er war der Sohn von Stephan Heibges (1888–1938) und verbrachte seine Kindheit in Paderborn. Er trat im April des Jahres 1940 in die Kriegsmarine als Offiziersanwärter ein. Er war Mitglied der Crew 40. Von April 1940 bis zum Februar 1942 machte er seine Grund- und Bordausbildung und seine Lehrgänge. Vom Februar 1942 bis zum Juni 1942 war er Wachoffizier und Kommandant der 38. Minensuchflottille und begann im Juni 1942 mit seiner U-Bootausbildung. Im Dezember 1942 wurde Heigbes zur Bremer Vulkan-Werft zur Baubelehrung von U 278 kommandiert um Wachoffizier des Bootes zu werden. In Bord dieses Bootes absolvierte Heibges vier Feindfahrten im Nordmeer. Einen Monat nachdem er U 278 verlassen hatte, im Juni 1944, begann er seinen Kommandanten-Lehrgang bei der 3. U-Lehrdivision in Schleswig und bei der 24. U-Flottille in Memel. Im November 1944 übernahm er U 999 von Wilhelm Peters und führte mit dem Boot hauptsächlich Ausbildungsfahrten in der Ostsee durch. Mit Heibges erster Fahrt mit U 999 als Kommandant, Mitte März 1945, sollte er das U-Boot nach Hamburg zu verlegen. Er nahm im Zuge der Räumung Ostpreußens vor der Roten Armee in Hela bei Danzig, 50 Passagiere, Hitlerjungen sowie Frauen und Kinder mit, die vor der immer näherkommenden Roten Armee flüchteten. Er brachte sie in vier Tagen aus der Danziger Bucht über die Ostsee nach Warnemünde. Der der damals 22-jährige Heibges riskierte hiermit das Kriegsgericht, indem er mit dieser Entscheidung gegen die bestehende Befehlslage handelte, denn „… die Ausbildung für den Fronteinsatz gilt selbst im Frühjahr 1945 immer noch als vorrangig und darf durch Evakuierungen nicht gefährdet werden.“[1] Am Abend des 4. Mai 1945 gab Heibges U 999 in der Geltinger Bucht seiner Besatzung den Selbstversenkungs-Befehl. Dies ging auf den Regenbogen-Befehl zurück. Dieser Befehl wurde zwar von Dönitz aufgehoben, aber dennoch ließen zahlreiche Kommandanten ihre Schiffe und U-Boote versenken. Danach kamen er und seine Männer in alliierte Kriegsgefangenschaft.
Im Jahr 1958 trat er in die Bundesmarine ein. 1971 schied er als Fregattenkapitän aus der Bundesmarine aus.
Heibges erhielt 1988 die Rettungsmedaille Ostsee 1945 des Kuratoriums Erinnerungsstätte Albatros - Rettung über See für seinen Einsatz bei der Rettung von Flüchtlingen, Verwundeten und Soldaten. Erinnerungsstücke und Dokumente von U 999 schenkte Heibges 2003 dem Haus der Geschichte. Heibges Enkelin Charlotte Segebarth nahm mit einer Dokumentation zur Flüchtlings-Rettung am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2003 zum Thema Weggehen - Ankommen teil und belegte den fünften Platz.[2]
Sonstiges
Heibges war Mitglied der katholischen Studentenverbindungen AV Palatia Göttingen (seit 1950) und KDStV Sauerlandia Münster im CV.[3]
Weblinks
- www.museumsmagazin.com ( vom 22. November 2008 im Internet Archive)