Wolframblau
anorganische chemische Verbindung des Wolframs
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Wolframblau ist eine anorganische chemische Verbindung des Wolframs aus der Gruppe der Oxidhydroxide. Neben H0,5WO3 werden weitere Wolframoxidhydroxide bestimmter Zusammensetzung und mit Oxidationszahlen zwischen 5 und 6 wegen der tiefblauen Farbe ihrer Lösungen[3] als Wolframblau bezeichnet und entsprechen in vielfacher Hinsicht dem Molybdänblau.[4]
| Kristallstruktur | |||||||
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| _ W5,5+ _ O2− Kristallstruktur von H0,5WO3 | |||||||
| Allgemeines | |||||||
| Name | Wolframblau | ||||||
| Verhältnisformel | H0,5WO3 | ||||||
| Kurzbeschreibung |
blauer Feststoff[1] | ||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||
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| Eigenschaften | |||||||
| Molare Masse | 232,42 g·mol−1 | ||||||
| Aggregatzustand |
fest[1] | ||||||
| Dichte |
7,35 g·cm−3[1] | ||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||
Gewinnung und Darstellung
Wolframblau H0,5WO3 entsteht durch Einwirkung von Reduktionsmitteln auf Wolfram(VI)-oxid.[1]
Eigenschaften
Wolframblau H0,5WO3 ist ein braunes bis violettes Pulver, das sehr leicht oxidierbar ist. Bei Kontakt mit Wasser oxidiert es unter Wasserstoff-Abgabe. Bei langsamer Oxidation können blaues H0,33WO3 und H0,1WO3 gewonnen werden. H0,5WO3 gibt bei thermischer Zersetzung neben Wasser auch noch Wasserstoff ab. Es besitzt eine Kristallstruktur vom DO9-Typ mit leicht tetragonaler Verzerrung.[1][5]
Verwendung
Wolframblau dient als Nachweis von Wolframaten (z. B. Natriumwolframat) bzw. Wolfram(VI)-Verbindungen[6], aus denen es durch Reduktion entsteht.[4] Früher wurde es auch als Mineralblau bezeichnet und diente Ende des 19. Jahrhunderts als Pigment in der Malerei.[7]