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Wu Qing

chinesische Feministin, frühere Hochschullehrerin und Volksabgeordnete From Wikipedia, the free encyclopedia

Wu Qing (chinesisch 吴青; geboren am 9. November 1937 in Peking) ist eine chinesische Feministin, frühere Hochschullehrerin und Volksabgeordnete, die durch ihren Einsatz für Frauenrechte, ländliche Bildung und rechtsstaatliche Kontrolle staatlichen Handelns bekannt wurde.[1] Im Jahr 2001 erhielt sie für ihre Arbeit zugunsten von Frauen und Rechtsstaatlichkeit in der Volksrepublik China den Ramon-Magsaysay-Preis.[1]

Leben und Wirken

Wu Qing wuchs als Tochter der Schriftstellerin Bing Xin und des Hochschullehrers Wu Wenzao in einer bekannten chinesischen Intellektuellenfamilie auf.[2] Im Jahr 1957 begann sie, ermutigt durch Zhou Enlai, am Pekinger Fremdspracheninstitut zu studieren, aus dem später die Pekinger Fremdsprachenuniversität hervorging.[2] Ab 1960 lehrte sie dort Englisch und später auch Amerikanistik, im Jahr 2000 zog sie sich aus der universitären Lehre zurück.[2] In den späten 1970er-Jahren wurde sie als Fernsehdozentin für Englisch bekannt.[1] Ein Programm zu Community Leadership am Massachusetts Institute of Technology führte sie in die politische und zivilgesellschaftliche Arbeit.[1] 1984 wurde sie erstmals in den Volkskongress des Pekinger Bezirks Haidian gewählt, in dem sie die Universität vertrat.[1] Sie übte mehrere Amtszeiten als gewählte Vertreterin in einem Bezirksvolkskongress in Peking aus.[3] Neben ihren Bezirksmandaten gehörte sie dem Pekinger Volkskongress auf kommunaler Ebene an.[4]

Wu Qing verstand ihr Mandat nicht als bloße Zustimmung zu staatlichen Vorgaben, sondern als Aufgabe zur Kontrolle von Regierungshandeln anhand von Gesetzen und Verfassung.[1] Sie hielt wöchentliche Bürgersprechstunden ab, nahm Beschwerden aus ihrem Wahlkreis auf und nutzte dabei eine von ihr ständig mitgeführte Verfassung als Arbeitsgrundlage.[5] Im Jahr 1988 gehörte sie zu den ersten Abgeordneten, die in einem Volkskongress mit Nein stimmten, was damals als seltenes öffentliches Zeichen der Ablehnung galt.[5] Nach ihrer Unterstützung der Studentenbewegung von 1989 sollte sie nicht erneut kandidieren, wurde jedoch von Wählern nominiert und gewann ihr Mandat zurück.[5][3] 1985 gründete sie das Forum für Frauenstudien, das zu den frühen nichtstaatlichen Organisationen Chinas gezählt wird.[1] Über dieses Forum arbeitete sie zu Frauenfragen, förderte Gender-Bewusstsein und half 1989, einen der ersten universitären Kurse Chinas zu Feminismus aufzubauen.[1] Mit Kolleginnen in Peking richtete sie zudem einen Telefondienst zu Familienplanung, Kinderbetreuung, sexueller Belästigung und Scheidung ein.[1] Für Frauen aus ländlichen Regionen setzte sie auf Alphabetisierung, berufliche Qualifizierung, Rechtsbildung und Kleinkreditprojekte.[1] 1999 half sie beim Aufbau eines Trainingszentrums, in dem Landfrauen und Mädchen ohne Schulabschluss Fähigkeiten zur wirtschaftlichen Selbstständigkeit erwerben sollten.[1] Es gab einen Kurs an der Ausbildungsschule für ländliche Frauen in Peking, in dem Wu Qing Frauen aus zwölf Provinzen zugleich unternehmerisch und staatsbürgerlich unterrichtete.[3] Teil ihrer Bildungsarbeit war der Aufruf an Frauen, lesen zu lernen, zu wählen und selbst bei Wahlen anzutreten.[1] Würdigung erhielt sie 2001 mit dem Ramon-Magsaysay-Preis, dessen Stiftung ihre wegweisende Arbeit für Frauen und Rechtsstaatlichkeit hervorhob.[1] Sie gilt als eine führende Persönlichkeit der chinesischen Frauenbewegung, die Fonds für die Bildung von Frauen in ländlichen Regionen eingerichtet hat.[6] Sie war die erste chinesische Frau, die den Preis erhielt.[5]

Einzelnachweise

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