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Wußwerk

Ortsteil von Alt Zauche-Wußwerk From Wikipedia, the free encyclopedia

Wußwerk (bis 1938 Wusswergk, niedersorbisch Wózwjerch) ist ein Ortsteil der Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk im Landkreis Dahme-Spreewald in Brandenburg. Bis zum Zusammenschluss mit Alt Zauche im Jahre 2003 war Wußwerk eine eigenständige Gemeinde, die vom Amt Oberspreewald verwaltet wurde.

Schnelle Fakten Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk ...
Wußwerk
Koordinaten: 51° 56′ N, 14° 3′ O
Höhe: 55 m ü. NHN
Fläche: 23,26 km²
Einwohner: 175 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 8 Einwohner/km²
Eingemeindung: 26. Oktober 2003
Postleitzahl: 15913
Vorwahl: 035475
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Fachwerkhof Wußwerk

Lage

Wußwerk liegt in der Niederlausitz etwa zwölf Kilometer östlich der Stadt Lübben (Spreewald). Umliegende Ortschaften sind der zur Gemeinde Neu Zauche gehörende Ortsteil Caminchen im Norden, Neu Zauche im Osten, Burg-Kauper im Südosten, die zur Stadt Lübbenau/Spreewald gehörenden Ortsteile Leipe und Lehde im Süden, Alt Zauche im Südwesten, Burglehn und der Lübbener Ortsteil Radensdorf im Westen sowie der wiederum zu Neu Zauche gehörende Ortsteil Briesensee im Nordwesten.

Wußwerk liegt im nördlichen Teil des Biosphärenreservats Spreewald. Im Süden schließt sich der Innere Oberspreewald an. Im Norden ist Wußwerk von den weitläufigen Waldgebieten des Briesener Luchs umgeben.

Geschichte

Wußwerk auf dem Urmesstischblatt 4050 Straupitz von 1846

Wußwerk wurde erstmals im Jahr 1340 als „Wußwerch“ urkundlich erwähnt.[2] Der Ortsname stammt aus der wendischen Sprache und bedeutet „Dorf unterhalb eines Hügels“. Der Ortsname entspricht der Ortslage.[3] In frühen Jahren lebte die Bevölkerung in Wußwerk insbesondere vom Fischfang.

Bis 1938 hieß der Ort amtlich „Wusswergk“, die Schreibweise des Ortsnamens wurde anschließend im Zuge der Germanisierungen von Ortsnamen im Dritten Reich in das heutige „Wußwerk“ geändert.

Vor 1815 lag Wußwerk im niederlausitzischen Krummspreeischen Kreis des Kurfürstentum, ab 1806 Königreich Sachsen. Der Ort wurde dort vom Amt Neu Zauche verwaltet. Als Resultat der politischen Neuordnung nach dem Wiener Kongress kam Wußwerk in das Königreich Preußen. Dort lag die Gemeinde im Landkreis Lübben (Spreewald) im Regierungsbezirk Frankfurt. Am 25. Juli 1952 wurde Wußwerk dem neu gegründeten Kreis Lübben im Bezirk Cottbus zugeordnet. Nach der Wende in der DDR lag Wußwerk zunächst im Landkreis Lübben in Brandenburg. Am 1. Oktober 1992 schloss die Gemeinde sich dem neu gebildeten Amt Straupitz an, welches später in „Amt Oberspreewald“ umbenannt wurde. Nach der brandenburgischen Kreisreform vom 6. Dezember 1993 wurde Wußwerk dem Landkreis Dahme-Spreewald zugeordnet. Am 26. Oktober 2003 erfolgte der Zusammenschluss mit Alt Zauche zur Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk. Zeitgleich fusionierte das Amt Oberspreewald mit dem benachbarten Amt Lieberose zum Amt Lieberose/Oberspreewald.[4]

Gemäß der Auffassung des Brandenburger Landtags gehört Wußwerk zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden.[5][6] Die Gemeinde Alt Zauche-Wußwerk klagte im Mai 2017 mit einem Teilerfolg für den Gemeindeteil Wußwerk gegen diesen Entschluss.[7]

Bevölkerungsentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Anzahl Einwohner[8]
Jahr 187518901910192519331939194619501964197119811985198919952002
Einwohner 391330255261252273386363257212189187188179184
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Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Lausitz zählte Arnošt Muka im Jahr 1884 eine Einwohnerzahl von 372, davon waren 189 Sorben (51 %) und 183 Deutsche.[9] Ernst Tschernik zählt 1956 bei 381 Einwohnern nur noch einen sorbischsprachigen Einwohner sowie zwei Einwohner mit Sorbischkenntnissen.[10]

Verkehr

Wußwerk ist über die durch den Ort verlaufende Kreisstraße 6115 an die nördlich verlaufende Landesstraße 44 von Lübben nach Lieberose angeschlossen.

Ab 1898 hatte Wußwerk mit dem Bahnhof Wusswergk einen Haltepunkt an der Teilstrecke Lübben Hauptbahnhof–Straupitz der schmalspurigen Spreewaldbahn. Dies erleichterte den Weiterverkauf landwirtschaftlicher Güter enorm. Im Jahr 1967 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt und die Gleise wurden abgebaut.

Wirtschaft und Tourismus

In früheren Jahrhunderten betrieben die Bewohner Fischfang und die traditionelle Spreewald-Landwirtschaft einschließlich der Nutzung der umliegenden Wälder. Im Lauf der Entwicklung wurden Teile der Feuchtgebiete nutzbar gemacht, wodurch sich die Wirtschaftsgrundlage auf Wiesen- und Viehwirtschaft, auf die Forstwirtschaft und den Gemüseanbau verlagerte: Das Gewinnen von Heu auf den Spreewaldwiesen und die Haltung von Vieh waren essenziell. Die Holzungen in der Umgebuing dienten nicht nur zur Gewinnung von Brenn- und Baumaterial, sondern auch der Zeidlerei (Waldimkerei). Schließlich wurde auf den künstlich angelegten Kaupen (Sandbänken) Gemüse, insbesondere die bekannten Spreewaldgurken und Meerrettich, angebaut. Im 19, und 20. Jahrhundert entwickelte sich der Kahnfährbetrieb für den beginnenden Tourismus zu einer Nebeneinnahmequelle.[11] Ein größerer Kahnfährhafen wurde angelegt, der bis etwa 1970 als Ausgangspunkt für Kahnfahrten in den Hochspreewald diente.[2] Nach der deutschen Wiedervereinigung erlangte der Tourismus eine neue Bedeutung und so entstand eine neue Abfahrtstelle, fünf Kilometer südlich des Dorfes am Südfließ.

Der nach 1990 neu angelegte und ausgewiesene Gurken-Radweg führt durch den Ort.

Commons: Alt Zauche-Wußwerk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Wußwerk auf der Seite des Amtes Lieberose/Oberspreewald
  • Wußwerk in der RBB-Sendung Landschleicher vom 14. Dezember 1997

Nachweise

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