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Wzywając pana Smitha

polnischer antifaschistischer Experimentalfilm (1943) From Wikipedia, the free encyclopedia

Calling Mr. Smith (polnisch Wzywając pana Smitha oder Wzywamy Pana Smitha) ist ein polnisch-britischer Kurzfilm und Experimentalfilm der Avantgarde mit antifaschistischer Intention von 1943. Er wurde von Franciszka Themerson und Stefan Themerson geschaffen.[1]

TitelWzywając pana Smitha
Calling Mr. Smith
OriginaltitelWzywając pana Smitha
OriginalsprachePolnisch
Erscheinungsjahr1943
Schnelle Fakten Titel, Originaltitel ...
Film
Titel Wzywając pana Smitha
Calling Mr. Smith
Originaltitel Wzywając pana Smitha
Originalsprache Polnisch
Erscheinungsjahr 1943
Länge 11 Minuten
Produktion Franciszka Themerson, Stefan Themerson
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Produktion

Der Film wurde geschrieben, produziert, gefilmt und geschnitten von Franciszka und Stefan Themerson in Zusammenarbeit mit dem Filmbüro des Ministry of Information and Documentation (Dziennika Polskiego i Dziennika Żołnierza) der Polnischen Exilregierung in London.[1] Er basiert auf Materialie aus dem Black Book of Poland von 1942, einem polnischen Report zu Kriegsverbrechen der Deutschen Besatzer in Polen.[2]

Inhalt

Der 10[3] oder 11-minuten-lange Film stellt Stand- und Bewegtbilder aus Kriegsfotografien und Wochenschauen (darunter auch deutsches Propagandamaterial, wie etwa ein Ausschnitt des Massakers von Bydgoszcz[4]) gegenüber, welche die Gräuel des Krieges zeigen, untermalt von bunten Lichtblitzen.[1][5][6] Er verwendet Techniken wie anamorphotische Verfahren, die Dufaycolor-Technik, Zeichentrickanimation, Fotomontagen, Fotogramme und Doppelbelichtung.[7][8] Die weibliche Erzählstimme[8] ist „amorph“ und „abstrakt“.[1][5][6]

Die Filmmusik besteht aus klassischen Musikstücken von Johann Sebastian Bach, Frédéric Chopin und Karol Szymanowski, sowie einer verfremdeten Version der damaligen deutschen Nationalhymne (Horst-Wessel-Lied).[1][6][7]

Rezeption und Bewertung

Der Film wurde in Großbritannien aufgrund einer kontroversen Szene zensiert, die eine gehängte Frau am Galgen zeigte. Die britischen Zensoren forderten die Entfernung dieser Szene, was Themerson ablehnte.[8][9] Somit konnte der Film nicht in öffentlichen Kinos gezeigt werden.[10] Dennoch wurde der Film von zeitgenössischen britischen Kritikern positiv aufgenommen und als „Sensation in Londoner Filmkreisen“ („a sensation in London film circles“) bezeichnet; er gilt auch als „der einzige experimentelle Film, der während des Krieges in England gedreht wurde“ („the only experimental film made in England during the war“).[2][1] Obwohl die Rhetorik des Films für seine Zeit und seine Herkunft als gängig galt, wurde die Kombination von Bildern mit klassischer Musik und der Gesamtton positiv aufgenommen.[2][5][11]

Ziel des Films war es, der britischen Öffentlichkeit (dem titelgebenden Jedermann „Mr. Smith“) den Schrecken der deutschen Besatzung vor Augen zu führen und ihre Passivität zu kritisieren.[1][5][6][8] Durch den Kontrast zwischen Bach-Musik und einer zeitgenössischen (und verfremdeten) deutschen Nationalhymne, Bildern von Kulturgütern und einer kindlichen, comicartigen Schriftart und Kriegsgräueln stellte der Film den Zuschauern die Frage: Wie konnte eine kultivierte Nation wie Deutschland so schreckliche, barbarische Gräueltaten begehen?[7][8] Der Film zeigte auch die Zerstörung der polnischen Kultur durch die Deutschen.[9] Einige Bilder des Films greifen auf die polnische Märtyrerverehrung zurück (insbesondere auf die Vorstellung von Polen als Christus Europas – Mesjanizm polski).[7][8]

Die Verwendung deutscher Wochenschauen wurde als frühes Beispiel für Found Footage und als Satire auf Propaganda beschrieben.[8]

Der Filmstil wurde als futuristisch und dadaistisch beschrieben und gilt als von Norman McLarens Hell Unlimited (1936)[7] und Themersons eigenem Europa (1935) inspiriert.[2]

Da der Film auch Szenen deutscher Gräueltaten an polnischen Juden enthielt, gilt er auch als einer der frühen Holocaust-Filme.[12]

Einzelnachweise

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