Wąsosz
Stadt in der Woiwodschaft Niederschlesien, Polen
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Wąsosz (deutsch Herrnstadt) ist eine Stadt mit 2551 Einwohnern (Stand 1. Januar 2024) in der Stadt- und Landgemeinde Wąsosz im Powiat Górowski der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.
| Wąsosz | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Niederschlesien | |
| Powiat: | Górowski | |
| Gmina: | Wąsosz | |
| Fläche: | 3,24 km² | |
| Geographische Lage: | 51° 33′ N, 16° 42′ O | |
| Einwohner: | 2551 (1. Januar 2024) | |
| Postleitzahl: | 56-210 | |
| Kfz-Kennzeichen: | DGR | |
Geographische Lage

Wąsosz liegt etwa zwanzig Kilometer südöstlich von Góra (Guhrau), in der Bartschniederung, auf einer Landzunge zwischen dem rechten Ufer der Bartsch und dem linken Ufer der Orla, die hier der Vereinigung zustreben. Die Umgebung der Stadt wird vom Bartschbruch geprägt.
Geschichte







Die Stadt Herrnstadt ließ 1290 der Glogauer Herzog Heinrich III. von seinem Vogt Otto Halbesalcz im Bezirk der alten Kastellanei Sandowel (Sandewalde an der Bartsch) anlegen – wohl neben einer älteren Burg Wąszosz (auch Wąźiorz, Wąźciorz, Wąsosze, Wansose, Wanschosch[1]) – und erteilte ihr dasselbe Deutsche Recht, wie es auch die Städte Sagan und Sprottau (lateinisch Saganus et Sprotavia) besaßen; ihr Name lautete zuerst Hernstat.[2] Die slawische Landesburg Sandowel,[3] deren Ringwall auf der Feldmark Tschistey noch heute erkennbar ist, lag sechs Kilometer flussabwärts am rechten Ufer der Bartsch und kann als Vorläuferin Herrnstadts angesehen werden.[4] Seit 1294, sicher seit 1323, gab es herzogliche Kastellane auf dem Schloss zu Herrnstadt.[1] Seit 1312 gehörte die Stadt zum Fürstentum Oels, 1345 kam sie in den Pfandbesitz des Herzogs Johann von Steinau. Im Jahr 1418 war Siegmund v. Haugwitz Hauptmann zu Trachenberg und auf Herrnstadt, 1432–1489 gehörte die Stadt den Grafen Dohna,[1] In den Hussitenkriegen wurden die Stadtbewohner 1432 von den Hussiten bedrängt, wobei es zu keiner Brandstiftung kam.[5] 1486 hatte sich der berüchtigte Herzog Hans II. von Sagan und Priebus im Schloss festgesetzt, wurde jedoch vom ungarischen König Matthias Corvinus vertrieben.[6] 1490 wurde die Stadt den Gebrüdern Albrecht und Balthasar Sopke (Sopki, Sopky, Sobke) von Saul verliehen, 1502 verglichen sich diese mit Hedwig v. Wyclynska wegen ihres Leibgedinge-Rechts auf Herrnstadt.[1] (Ein Dorf namens Saul liegt neun Kilometer nördlich von Herrnstadt.)
Ein von Herzog Konrad dem Weißen († 1452) dem Albrecht Sopke von Saul auf Herrnstadt erteilter Lehenbrief über Schloss und Stadt Herrnstadt samt Zubehör wurde 1490 von Herzog Albrecht I. von Münsterberg (1468–1511) erneuert, 1492 vom böhmischen König Vladislav II. bestätigt und 1505 von Herzog Karl I. von Münsterberg (1476–1536) ebenfalls beglaubigt. 1506 verschrieben die beiden herzöglichen Gebrüder Albrecht I. und Karl I. von Münsterberg dem Albrecht Sopke von Saul auf Herrnstadt, Hauptmann des Fürstentums Troppau, alle fürstlichen Rechte an den Gütern und Vorwerken Halb-Wiersewitz, Rypin, Schweiner, Schatz und Burlowitz bei Herrnstadt sowie an dem „Wolwram-Wust“ genannten Vorwerk zu Glawe bei Trebnitz.[7] Albrecht Sopke besaß Herrnstadt noch 1507. Nach ihm soll die Stadt vorübergehend dem Breslauer Bischof Johannes V. Thurzo († 1520) gehört haben.[1] Im Jahr 1512 verkaufte der Herzog von Münsterberg und Oels die Stadt an den Freiherrn Siegmund von Kurtzbach auf Trachenberg und Militsch, dessen Söhne Stadt und Burg 1524 (1925) dem Herzog Friedrich II. von Liegnitz käuflich überließen.[1]
Im Jahr 1536 wurde das Gut Stadtvorwerk Herrnstadt mitsamt seinem alten Zubehör von Herzog Friedrich II. von Liegnitz an Hans v. Zedlitz auf Samitz verkauft.[8] 1611 erkaufte Bernhard v. Nostitz das Stadtvorwerk Herrnstadt.[9][1] Dasselbe verkauften 1629 Herrnstadts Bürgermeister und Ratsmann Georg v. Nostitz und dessen Ehefrau Mariana an Sebastian Schwartz, Burggraf zu Wohlau und Herrnstadt.[10]
In den Jahren 1625 und 1665 waren hier große Überschwemmungen. 1631 grassierte in Herrnstadt die Pest, 1656 wiederum und forderte diesmal 139 Menschenleben. 1710 ging die Stadt bis auf das Pfarrhaus und 27 Privathäuser infolge grober Fahrlässigkeit eines Tuchmachers ganz in Flammen auf.[11] Im Jahr 1577 war das Schloss von den schlesischen Fürsten und Ständen in einen guten Verteidigungszustand gebracht worden, weshalb es im Dreißigjährigen Krieg umkämpft war: Anfangs hatten die Schweden das Schloss besetzt, 1634 erstürmten Wallensteins Truppen Burg und Stadt, und 1645 brachte wieder der schwedische Obrist Anderson beides in seine Gewalt. Später ließ man die Festungswerke eingehen und die Wehrgräben einebnen.[6] 1665 erkaufte Christoph v. Nostitz und Driewitz das Stadtvorwerk Herrnstadt von Carl Daneg von Sdanitz.[12][1]
Während des Siebenjährigen Kriegs wurde die Stadt 1759 von dem russischen General Holmer stark beschossen und weitgehend eingeäschert, wobei auch das Schloss Schaden genommen haben dürfte. Durch solche Kriegseinwirkungen wurden die gewerblichern Aktivitäten der Stadt zurückgeworfen, namentlich die zeitweilig prosperierende Tuchmacherei. Die Lage der Stadt im Bartschbruch erzwang umständliche Verkehrswege, was einem schnellen Wachstum der Stadt nicht förderlich war; die ausgedehnten Wiesen auf ihrer Feldmark waren durch Überschwemmungen gefährdet.[4] Um die Kriegsschäden möglichst auszugleichen, die besonders in Schlesien durch den Siebenjährigen Krieg entstanden waren, nahm Friedrich II. im platten Land durch Einleitung von Meliorationsmaßnahmen eine umfangreiche Koloniengründung in Angriff. Durch Räumung und Regulierung der Bartsch wurde im Amt Herrnstadt 1776–1785 Bruchland anbaufähig gemacht. Neu gegründet wurden die Kolonien Herrndorf, Königsdorf, Königsbruch, Wilhelmsbruch, Bartschdorf und die Wirsebintze, von denen die beiden letzteren später zu einer Gemeinde zusammengelegt wurden.[13]
Vor längerer Zeit bereits – wohl schon vor 1741, als Schlesien preußisch wurde – war der Gutsbezirk Stadtvorwerk Herrnstadt eine landesherrliche Domäne geworden. Eigentümer war zu preußischer Zeit der königliche Domänenfiskus. Das Domänenamt Herrnstadt hatte im Schloss seinen Verwaltungssitz. Im Jahr 1893 gehörten zur Domäne Stadtvorwerk Herrnstadt die Vorwerke Gahle und Schubersee, und die Flächengröße des Gutsbezirks wurde mit 769 Hektar beziffert, wovon 544 Hektar Ackerland, 143 Hektar Wiesen, 32 Hektar Weiden und 50 Hektar Hofraum etc. waren. Die Domäne, auf der es eine Branntweinbrennerei gab, wurde von einem Gutspächter bewirtschaftet.[14]
Im Jahr 1910 hatte Herrnstadt zwei evangelische Kirchen, eine katholische Kirche, eine gewerbliche Fortbildungsschule, eine Branntweinbrennerei, einer Brauerei, ein Holzsägewerk, Mühlen, einer Ziegelei sowie Kram- und Viehmärkte.[15] Am 2. Dezember 1912 wurden auf dem 979,3 Hektar großen Stadtbezirk 164 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 158 Pferde, 379 Stück Rindvieh, vier Schafe, 389 Stück Borstenvieh, 141 Ziegen sowie 175 Gänse, 92 Enten, 1455 Hühner und 51 Bienenstöcke hielten. Am 1. Dezember 1913 standen im Stadtbezirk 1882 Apfelbäume, 869 Birnbäume, 1739 Pflaumen- und Zwetschgenbäume, 547 Kirschbäume, acht Aprikosenbäume, 46 Pfirsichbäume und 38 Walnussbäume. Zu den gleichen Zeiten wurden im 799,0 Hektar umfassenden Gutsbezirk Stadtvorwerk Herrnstadt 43 viehhaltende Haushaltungen gezählt, die zusammen 74 Pferde, 340 Stück Rindvieh, 90 Stück Borstenvieh, 71 Ziegen sowie 26 Gänse, 17 Enten und 340 Hühner hielten. Im Gutsbezirk standen 733 Apfelbäume, 238 Birnbäume, 272 Pflaumen und Zwetschgenbäume, 360 Kirschbäume, zwei Aprikosenbäume, ein Pfirsichbaum und zwei Walnussbäume.[16]
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Stadtvorwerk Herrnstadt laut Katasteramt einen Flächeninhalt von 758 Hektar und 69 Ar, und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 208 Einwohner.[17] Am 30. September 1928 erfolgte die Eingliederung des Gutsbezirks Stadtvorwerk Herrnstadt aus dem Amtsbezirk Stadtvorwerk in die Stadt Herrnstadt.[18]
- Häuser und Straßen in der Stadt
- Häuser am zentralen Platz (2018)
- Häuser am zentralen Platz (2018)
- Häuser am zentralen Platz mit der St.-Joseph-Kirche im Hintergrund (2018)
- Gasse in der Innenstadt (2018)
Zwei Kirchen und das Schloss befinden sich unmittelbarer Nähe des zentralen Platzes der Stadt. Um 1935 hatte Herrnstadt unter anderem ein Hotel, elf Gasthäuser und Restaurants, ein Bankhaus und eine Sparkasse, eine Branntweinbrennerei, eine Buchdruckerei, zwei Getreidehandlungen, zwei Holzsägewerke, vier Mühlen, vier Viehhandlungen, eine Wurstfabrik, einen Zeitungsverlag, zwei Zementwarenfabriken, eine Ziegelei und eine Reihe von Gemischtwarenläden, Fachgeschäften, Warenhändlern, Dienstleistern sowie Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.[19]
Die Stadt Herrnstadt gehörte 1945 zum Kreis Guhrau im Regierungsbezirk Breslau der preußischen Provinz Niederschlesien im Deutschen Reich. Sie war Verwaltungssitz des Landkreises Guhrau und Sitz des Amtsgerichtes Herrnstadt.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Herrnstadt im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen in der Region wurde die Stadt von der Sowjetunion mit dem größten Teil Schlesiens der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die polnische Administration benannte Herrnstadt in Wąsosz um. Die einheimischen Stadtbewohner wurden – soweit sie nicht zuvor geflüchtet waren – von der polnischen Verwaltungsbehörde aus Herrnstadt vertrieben. Die neu angesiedelten Bewohner waren teilweise Zwangsumgesiedelte aus Ostpolen, das an die Sowjetunion gefallen war.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1756 | 1237 | [20] |
| 1770 | 1129 | [20] |
| 1781 | 1371 | [20] |
| 1786 | 1366 | königliche Stadt mit 246 Prvatwohnhäusern, von denen die meisten mit Ziegeln gedeckt sind, drei evangelischen Kirchen und einer katholischen Kapelle; Garnison: eine Eskadron Husaren; Einwohner betreiben Ackerbau, Bierbrauerei, Tuchmacherei und andere Handwerke[20] |
| 1803 | 1488 | [21] |
| 1810 | 1536 | [21] |
| 1816 | 1513 | davon 1379 Evangelische, 124 Katholiken und zehn Juden[21] |
| 1821 | 1607 | offene Stadt an der Bartsch, mit 243 Privatwohnhäusern und elf Fabriken, Mühlen und Magazinen[21] |
| 1825 | 1780 | darunter 157 Katholiken und acht Juden; offene Stadt mit 248 Wohnhäusern sowie einer evangelischen Pfarrkirche und einer seit 1707 bestehenden katholischen Kuriatalkirche; Garnison: 3. Eskadron und Stab des 2. Leibhusaren-Regiments, mit Lazarett, Garnisonstall und Reitbahn[22] |
| 1840 | 1875 | darunter 1659 Evangelische, 208 Katholiken und acht Juden[23] |
| 1852 | 2092 | am Jahresende[24] |
| 1864 | 2230 | am 1. Dezember, Gemeindebezirk Herrnstadt und Gutsbezirk Herrnstadt (königliche Domäne) zusammen[25] |
| 1867 | 2430 | am 3. Dezember, davon 2260 in der Stadt und 170 im Gutsbezirk[26] |
| 1871 | 2440 | am 1. Dezember, davon 2283 in der Stadt (1904 Evangelische, 323 Katholiken, vier sonstige Christen und 52 Juden) und 157 im Gutsbezirk (142 Evangelische und 15 Katholiken)[26] |
| 1885 | 2294 | am 1. Dezember, davon 2118 in der Stadt (1675 Evangelische, 374 Katholiken, neun sonstige Christen und 60 Juden) und 176 im Gutsbezirk (135 Evangelische und 41 Katholiken)[27] |
| 1890 | 1982 | davon 1552 Evangelische, 379 Katholiken und 47 Juden[28] |
| 1900 | 1956 | Stadt mit zwei evangelischen Kirchen, einer katholischen Kirche, einem königlichen Schloss, einem Amtsgericht sowie einer Spiritusbrennerei und einer Ziegelei[29] |
| 1910 | 1975 | am 1. Dezember, Stadt mit einer gewerblichen Fortbildungsschule, einer Branntweinbrennerei, einer Brauerei, einem Holzsägewerk, Mühlen, einer Ziegelei sowie Kram- und Viehmärkten[15] |
| 1925 | 2229 | [28] |
| 1933 | 2532 | [28] |
| 1939 | 2968 | [28] |
Religionen

Bei der Aussetzung der Stadt zu deutschem Recht im Jahr 1290 wurden der Kirche zwei Hufen zugewiesen.[30] In Herrnstadt hielt die Reformation 1524 Einzug, nachdem zuvor in Glogau evangelisch gepredigt worden war. Die vor 1945 hier lebende Stadtbevölkerung war überwiegend evangelischer Konfession.
Das noch heute existierende Gebäude der Stadtkirche St. Matthiae wurde 1580 von Herzog Georg II. zu Liegnitz und Brieg von Grund auf neu erbaut.[11] Es hat einen Westturm, war anfänglich als Ziegelrohbau ausgeführt und wurde später überputzt. Es ist mit Strebepfeilern besetzt; die Fenster sind spitzbogig. Das polygonal geschlossene, gegen das Langhaus eingezogene Chor hat wie dieses eine Flachdecke.[30] Als um das Jahr 1526 die Reformation in Herrnstadt eingeführt wurde, kam die Stadtkirche an die Evangelischen, die sie bis 1694 behielten. Am 4. März des Jahres wurde sie vom Landeshauptmann Baron v. Nostitz versiegelt und ihnen abgenommen, am 16. Dezember 1707 aber vermöge der Altranstädter Konvention wieder zurückerstattet. Bei dem Stadtbrand von 1710 ging sie mit in Flammen auf. Am 23. Oktober 1759 wurde sie erneut eingeäschert und war erst 1767 notdürftig wieder instandgesetzt.[31] Mit Hilfe einer staatlichen Zuwendung und ansehnlicher Kollekten, unter anderem auch aus St. Petersburg, Hamburg und Breslau, wurde sie vollkommen wieder hergestellt.[11] 1845 fand eine umfassende Renovierung statt, 1847 wurde die Orgel umgebaut; in ihrem abgestumpften Turm hingen damals drei Glocken.[31] 1907/1908 erfolgte eine Außen- und Innenrenovierung, bei das Vorhandene sorgsam geschont wurde.[32][33]
Die Evangelischen besaßen außerdem die sogenannte ‚Landkirche‘ St. Andreae, eine Filialkirche, die zwei Kilometer vor der Stadt auf städtischer Flur lag.[30] Sie wurde 1605 instandgesetzt, war ganz aus Holz und zum Teil in Blockbauweise errichtet worden. Als den Evangelischen die Stadtkirche weggenommen worden war, hielten sie darin ihren Gottedienst. Die Seelsorge oblag zu dieser Zeit dem Diakon Samuel Gebauer. Als dieser gestorben war, wirkte der Amtsverwalter Johann Christoph v. Brinkmann auf die Schließung der Kirche hin. Trotz der Proteste der Kirchengemeinde erschien 1698 der Landeshauptmann Baron v. Nostiz in Begleitung einer Eskorte aus Glogau und verfügte die Sperrung der Kirche. Die Kirche wude jedoch nach der Altranstädter Konvention zusammen mit der Matthiaskirche wieder zurückgegeben.[11]
Ebenfalls außerhalb der Stadt stand die 1657 erbaute Begräbniskirche St. Salvator. Diese Kirche war später bei dem freien Platz errichtet worden, an dem viele Pesttote der Seuche von 1656 beerdigt worden waren. 1756 wurde der Turm repariert. Die Kirche hatte das russische Bombardement von 1759 überdauert und diente den Evangelischen als Pfarrkirche, bis die Stadtkirche wiederhergestellt war.[11]
Die Katholiken hielten ihren Gottesdienst lange Zeit in der Kapelle auf dem Schlossgelände. 1892 wurde mit dem Bau einer neuen Pfarrkirche begonnen, die 1894 fertiggestellt war.[34]
- Katholische Kirche Herrnstadt, erbaut 1892–1894
- Turmseite mit Portal (2009)
- Innenraum mit Gestühl, Kanzel und Altar (2009)
- Grundriss
Die Gebäude der Stadtkirchen wurden nach 1945 zugunsten der Römisch-katholischen Kirche in Polen zwangsenteignet. Die seit 1945 und Vertreibung der einheimischen Stadtbewohner anwesende polnische Einwohnerschaft ist größtenteils katholischer Konfession.
Wappen

Das Stadtwappen von Herrnstadt zeigte ursprünglich auf rotem Feld über einer waagerechten, mit ihren Spitzen nach oben gekehrten weißen Mondsichel eine Burgfassade in Weiß mit drei Burgtürmen, die Zinnen und ein Spitzdach haben und von denen der mittlere Turm größer ist als die beiden anderen. Über dem Dach des mittleren Turms sowie über den beiden Spitzen der Mondsichel schwebt jeweils ein 6-zackiger Stern. Die Mondsichel ist in neuerer Zeit öfters als Kahn dargestellt und die Verbindungsmauer zwischen den Türmen weggelassen worden.[1]
Gemeinde
Zur Stadt und Landgemeinde Wąsosz gehören die Stadt selbst und 32 Dörfer mit 31 Schulzenämtern.
Persönlichkeiten
- Gottfried Held von Hagelsheim (1670–1724), Mediziner
- Friedrich Roth-Scholtz, auch Rothscholtz (1687–1736), deutscher Buchhändler und Verleger
- Karl Eitner (1805–1884), deutscher Schriftsteller, Übersetzer und Privatgelehrter
- Theodor Altwasser (1824–1879), deutscher Schriftsteller und Dichter
- Kuno Fischer (1824–1907), deutscher Philosoph, geb. im Stadtteil Sądowel (Tschistey, 1936–1945 Sandewalde)
- Sigrid Keler, geborene Mehle (1942–2025), Politikerin, Finanzministerin des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Siehe auch
Literatur
- Martin Zeiller: Herrnstat. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae (= Topographia Germaniae. Band 11). 1. Auflage. Matthaeus Merians Erben, Frankfurt am Main 1650, S. 150 (Volltext [Wikisource]).
- Herrnstadt, Stadt, zwischen Bartsch und Orla, Kreis Guhrau, Regierungsbezirk Breslau, Provinz Schlesien. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Herrnstadt (meyersgaz.org).
- Friedrich Albert Zimmermann: Beiträge zur Beschreibung von Schlesien, Band 7, bei Johann Ernst Tramp, Brieg 1787, S. 210–216 (Google Books).
- Johann Georg Knie: Alphabetisch-Statistisch-Topographische Uebersicht aller Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Provinz Schlesien. Breslau 1830, S. 939 (Google Books).
- Schlesisches Güter-Adreßbuch. Verzeichniß sämmtlicher Rittergüter und selbständigen Guts- und Forstbezirke, sowie solcher größeren Güter, welche innerhalb des Gemeindeverbandes mit einem Reinertrag von etwa 1500 Mark und mehr zur Grundsteuer veranlagt sind. Fünfte Ausgabe. Verlag Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1894, S. 36, Ziffer 328 (Google Books).
- Karl Raediger: Geschichte der Stadt und der Kirchengemeinde Herrnstadt, Kreis Guhrau – Festschrift zur Einweihung der erneuerten Matthiaskirche, bei Drache, Herrnstadt 1908 (Lesesaal Herder).
- Josef Partsch: Schlesien – Eine Landeskunde für das deutsche Volk auf wissenschaftlicher Grundlage, Teil II: Landschaften und Siedelungen, Ferdinand Hirt, Breslau 1911, S. 463–464 (Google Books).
Weblinks
- Stadt Herrnstadt (Territorial.de)
- Webpräsenz der Stadt
