Xanadu (Film)
Film von Robert Greenwald (1980)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Xanadu ist ein US-amerikanischer Musical-Fantasy-Film des Regisseurs Robert Greenwald aus dem Jahr 1980; seine Hauptdarsteller sind Olivia Newton-John, Michael Beck und Gene Kelly. Der Film startete am 9. Oktober 1980 in den bundesdeutschen Kinos und war ab dem 16. Dezember 1988 auch in den Lichtspielhäusern der DDR zu sehen. Xanadu bezieht sich namentlich auf die Sommerresidenz des Kublai Khan, die Stadt selbst wird in Samuel Taylor Coleridges Gedicht Kubla Khan von 1816 erwähnt, das von Olivia Newton-John und Gene Kelly im Film zitiert wird.
| Film | |
| Titel | Xanadu |
|---|---|
| Produktionsland | USA |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1980 |
| Länge | 92 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Stab | |
| Regie | Robert Greenwald |
| Drehbuch | Richard Christian Danus, Marc Reid Rubel |
| Produktion | Lawrence Gordon |
| Musik | Barry De Vorzon |
| Kamera | Victor J. Kemper |
| Schnitt | Dennis Virkler |
| Besetzung | |
| |
| → Synchronisation | |
Handlung
Der Film erzählt die Geschichte einer sommerlichen Liebesromanze in Los Angeles zwischen dem jungen Künstler Sonny Malone und Kira, einer vorübergehend ins irdische Dasein gerufenen Muse.
Sonny malt bei AirFlo Records vergrößerte Plattencover, die Geschäften als Reklame dienen. Auf dem Cover der Band namens The 9 Sisters entdeckt er eine schöne Frau, die ihm kurz zuvor im Park begegnet ist. Auf der Suche nach ihr begegnet er dem ehemaligen Orchestermusiker Danny McGuire. Während Danny seine Muse in der Big-Band-Ära aus den Augen verloren hatte, kann Sonny seine nicht wiederfinden.
Auf Rollschuhen setzt Sonny seine Suche nach der unbekannten Frau von dem Plattencover fort. Er begegnet ihr mehrmals, die beiden verlieben sich ineinander, aber die Frau gibt außer ihrem Vornamen Kira nichts von sich preis. Sie hilft Sonny und Danny aber dabei, ein Gebäude zu finden, das sich zu einem Tanzlokal umbauen lässt. Das alte Pan-Pacific Auditorium im Art-déco-Stil erweist sich bei näherer Inspektion als Traumobjekt für dieses Vorhaben und Danny gewinnt Sonny als Geschäftspartner. Das Tanzlokal bekommt auf Kiras Anregung den Namen Xanadu.
Kurz vor der Eröffnung des Lokals gesteht Kira, dass sie die Muse Terpsichore ist, eine der neun Musen des Olymp. Sie wurde ausgesandt, um die Entstehung von Xanadu anzuregen, kann jedoch trotz ihrer tiefen Gefühle zu Sonny nicht bleiben, da es ihr untersagt ist, sich in Sterbliche zu verlieben. Sonny reagiert bestürzt auf diese Enthüllung, doch Kira überwindet ihren Trennungsschmerz und verlässt ihn, nachdem sie ihre Pflicht erfüllt hat. Sonny will sich mit dem plötzlichen Verlust seiner Traumfrau nicht abfinden und sucht beim Rollschuhlaufen nach Möglichkeiten, sie wiederzusehen. Als er verzweifelt frontal auf eine Wand zurast, auf der die Musen dargestellt sind, gelangt er nach Helikon. Zeus will seine Tochter nicht gehen lassen; doch Mnemosyne versucht ihn zu überreden, der jungen Frau wenigstens einen Gastaufenthalt auf der Erde zu gestatten.
Wie es scheint, setzt sich Mnemosyne durch: Bei dem spektakulären Eröffnungsabend des Tanzlokals ist Kira der Star inmitten einer glamourösen Rollschuh-Show. Auf dem Höhepunkt steht sie auf einem Podest, von dem aus sie schließlich in den Himmel aufsteigt. Sonny, der die Show bis dahin entzückt beobachtet hat, zeigt sich nun deprimiert. Hat er vielleicht alles nur geträumt? Danny versucht, ihn aufzumuntern, und bestellt ihm einen Drink. In der Kellnerin erkennt er Kira wieder.
Hintergrund
Xanadu basiert in großen Teilen auf der Handlung der Musical-Komödie Eine Göttin auf Erden (1947) mit Rita Hayworth. Die Figur Danny McGuire, gespielt von Gene Kelly, ist aus dem Film Es tanzt die Göttin (1944) übernommen, die Tanz- und Gesangsszene von Kelly mit Olivia Newton-John im Saal seiner Villa ist eine Reminiszenz an diesen Kinoerfolg.
Während einer romantischen Sequenz verwandeln sich Sonny und Kira in Zeichentrickfiguren. Die Animation stammt von Don Bluth.
Xanadu floppte an den Kinokassen, erhielt gemischte bis negative Kritiken und war neben Supersound und flotte Sprüche eine Inspiration für die Erschaffung der Goldenen Himbeere, um die schlechtesten Filme des Jahres auszuzeichnen. Sehr erfolgreich war hingegen der Soundtrack mit Musik von Olivia Newton-John und dem Electric Light Orchestra. Er wurde weltweit millionenfach verkauft, enthielt fünf erfolgreich ausgekoppelte Singles, erhielt 7-fach Platin und gehört damit zu den erfolgreichsten Filmmusiken überhaupt.
Xanadu erschien am 24. Juni 2008 auf DVD und am 8. März 2016 auf Blu-ray. Inzwischen wurde der Film auch im digitalen High-Definition-Format für Downloads und Streaming veröffentlicht.
Auszeichnungen
Xanadu erhielt 1981 den Razzie Award (Goldene Himbeere) für Robert Greenwald als schlechtesten Regisseur; nominiert war er darüber hinaus in den Kategorien „Schlechtester Schauspieler“ (Michael Beck), „Schlechteste Schauspielerin“ (Olivia Newton-John), „Schlechtester Song“, „Schlechtester Film“ und „Schlechtestes Drehbuch“. Im Jahre 2005 war er außerdem für den Sonderpreis „Schlechtestes Musical unserer ersten 25 Jahre“ nominiert.
Kritiken
„Eine Mischung aus altem Hollywood-Musical mit neuem Sound und moderner Choreografie, Phonstärken und Lichteffekten nach Disco-Art. Gut inszeniert, aber von penetranten Kitscheinbrüchen belastet.“
„Was Robert Greenwald bei seinem Leinwanddebüt als Inszenierung bietet, kommt über organisatorische Maßnahmen nicht hinaus. Dieser Stoff, der den Zauber fröhlicher Entrückung braucht, ist grob gewebt. Jute statt schillernder Seide. Von Atmosphäre keine Spur. Der athletische Tänzer von fortgeschrittenem Alter, also Gene Kelly, wirkt geradezu chic inmitten dieser staksigen Umgebung. Auf jeder lokalen Rollschuhbahn sieht man talentiertere Läufer als die jugendliche Truppe, die hier Beschwingtheit mimt.“
„Aber, aber! Welcher andere Film kann schon mit Olivia Newton-John als rollschuhfahrender Glühbirne aufwarten?“
„‚[…] dem schwachen Film helfen die Bemühungen von Gene Kelly und die Songs des Electric Light Orchestra […] nur wenig.‘ (Wertung: 1½ Sterne = mäßig)“
„[…] Wenn sich Olivia Newton-John und Michael Beck in einer Liebesszene abrupt in Zeichentrickfiguren verwandeln, deren Süßlichkeit selbst Disney peinlich berührt hätte, ist der Höhepunkt des kitschigen Schwachsinns erreicht. Und ein Tiefpunkt in der Geschichte des Musicals.“
Am 10. Juli 2015 wurde der Film im Rahmen der Tele-5-Reihe Die schlechtesten Filme aller Zeiten gezeigt.
Synchronisation
Die deutsche Synchronfassung entstand 1980 bei der Berliner Synchron GmbH unter der Synchronregie von Arne Elsholtz, der auch das Dialogbuch verfasste.[6]
| Darsteller | Rolle | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| Olivia Newton-John | Kira | Susanna Bonasewicz |
| Gene Kelly | Danny McGuire | Niels Clausnitzer |
| Michael Beck | Sonny Malone | Knut Reschke |
| James Sloyan | Simpson | Arne Elsholtz |
| Dimitra Arliss | Helen | Liane Rudolph |
| Lise Lang | Popcorn Girl | Rebecca Völz |
| Katie Hanley | Sandra | Alexandra Lange |
| Fred McCarren | Richie | Michael Nowka |
| David Tress | Nick | Lutz Riedel |
| Melvin Jones | Big Al | Ronald Nitschke |
| Mickey McMeel | Buchhalter | Peter Neusser |
| Coral Browne | Mnemosyne | Inge Landgut |
| Church Ortiz | Arbeiter | Manfred Lehmann |
| Fred McCarren | Richie | Michael Nowka |
Weblinks
- Xanadu bei IMDb
- Xanadu in der Online-Filmdatenbank