Xing Danwen

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Xing Danwen (chinesisch 邢丹文; * 1967 in Xi’an) ist eine chinesische zeitgenössische Künstlerin und Fotografin.[1] Ihr Werk umfasst Fotografie, Video und multimediale Installationen und thematisiert Urbanisierung, kulturelle Spannungen zwischen Globalisierung und Tradition, weibliche Identität sowie das Verhältnis von Individuum und Kollektiv.[2]

Xing Danwen (2018)

Leben

Xing erhielt als Jugendliche eine klassische Malereiausbildung und schloss 1986 die der Kunstakademie Xi’an angegliederte Schule ab.[1] Im Jahr 1992 erwarb sie an der Zentralen Hochschule der Bildenden Künste in Peking einen Bachelorabschluss in Malerei.[1] Ende der 1980er-Jahre wandte sie sich als Autodidaktin der Fotografie zu; nach dem Studium machte sie die Kamera zu ihrem wichtigsten Arbeitsmittel und fotografierte die Pekinger Untergrundkultur.[2] Von 1998 bis 2001 studierte sie mit Förderungen des Asian Cultural Council an der School of Visual Arts in New York, wo sie einen Master of Fine Arts erlangte.[3] Der Aufenthalt in New York markierte eine Erweiterung ihrer Arbeit von der dokumentarisch anmutenden Fotografie hin zu stärker konstruierten, multimedialen Bildwelten.[4]

Wirken

In der zwischen 1993 und 2003 entstandenen Serie Ein persönliches Tagebuch (个人日记) hielt Xing die experimentelle Pekinger Kunstszene von Künstlerdörfern über Performances in Wohnungen bis zu Installationen im öffentlichen Raum aus einer bewusst persönlichen Perspektive fest.[5] Die Aufnahmen gelten zugleich als bedeutende Zeugnisse der Aktivitäten im Östlichen Dorf von Peking der 1990er-Jahre.[1] Mit Ich bin eine Frau (我是女人; 1994–1996) und In der Kulturrevolution geboren (生于文革; 1995) setzte sie autobiografische Erfahrungen, weibliche Körper und die Prägung ihrer Generation durch die Kulturrevolution in Beziehung.[3] In Lange Bildrolle (长卷; 1999–2000) erprobte sie ungeschnittene analoge Panoramen, während die Zweikanal-Videoinstallation Schlafwandeln (梦游; 2001) räumliche und kulturelle Entwurzelung sowie Übergänge zwischen Erinnerung, Gegenwart und Fiktion thematisierte.[3] Für disCONNEXION (2002–2003) fotografierte sie in Südchina ausrangierte Leiterplatten, Kabel und weiteren Elektronikschrott so, dass die zunächst abstrakt und attraktiv wirkenden Kompositionen die ökologischen und sozialen Folgen globalisierter Produktion erst bei näherer Betrachtung offenbaren.[6] Zwei Arbeiten aus dieser Serie befinden sich im Whitney Museum of American Art.[7] In Vervielfältigung (复制; 2003) richtete sie den Blick auf massenhaft angehäufte Spielzeugteile und damit auf standardisierte Wunschbilder und industrielle Vervielfältigung.[6] Seit 2004 montiert sie in Urbane Fiktion (都市演绎) fotografierte Figuren, häufig Darstellungen ihrer selbst, in Aufnahmen von Architekturmodellen und inszeniert darin Unfälle, intime Begegnungen und andere urbane Dramen.[8] Die Serie hinterfragt die Versprechen neuer Wohnwelten, indem sie Konsumaspiration, Einsamkeit und die unsichere Grenze zwischen Wirklichkeit und Fiktion gegenüberstellt.[9] Wandhaus (墙屋; 2007), entstanden während eines Aufenthalts in dem von John Hejduk entworfenen Haus in den Niederlanden, überträgt diese Beschäftigung mit städtischer Isolation auf einen durch Mauern und getrennte Funktionsbereiche strukturierten Innenraum.[6] 2017 zeigte das Rotziegelmuseum in Peking unter dem Titel Ein verliebter Gefangener (爱之囚) ihre bis dahin umfangreichste Werkschau und erste große institutionelle Einzelausstellung in China mit Fotografien, Videos, Installationen und neuen Arbeiten.[10]

Einzelnachweise

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