Xinjiang-Tibet-Bahn
Bahnstrecke in der Volksrepublik China
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Die Xinjiang-Tibet-Bahn (chinesisch 新疆—西藏铁路, Pinyin Xīnjiāng−Xīzàng tiělù, kurz: chinesisch 新藏铁路, Pinyin Xīnzàng tiělù – „Xinzang-Bahn“) ist eine geplante Eisenbahnstrecke im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang und Autonomen Gebiet Tibet der Volksrepublik China.[1] Es handelt sich um eine Strategische Bahn.[1][2]
| Lhasa–Xigazê West–Zanggui 拉薩—日喀则西—藏桂 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Zug im Bahnhof Xigazê (2019) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 251 / 2314 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 120 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Bahnstrecke
Lhasa–Xigazê
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Bahnstrecke
Xigazê–Hotan
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Die Xinjiang-Tibet-Bahn umfasst zwei Teilstrecken: Die Bahnstrecke Lhasa–Xigazê (chinesisch 拉萨—日喀则铁路, Pinyin Lāsà–Rìkāzé tiělù, kurz: chinesisch 拉日铁路, Pinyin Lārì tiělù – „Lari-Bahn“) von Lhasa zum Güterbahnhof Xigazê West im Stadtbezirk Samzhubzê ist seit 2014 in Betrieb.[3] Die Bahnstrecke Xigazê–Hotan, (chinesisch 日喀则—和田铁路", Pinyin Rìkāzé–Hétián tiělù, kurz: chinesisch 日和铁路, Pinyin Rìhé tiělù – „Rihe-Bahn“) von Xigazê West nach Zanggui im Regierungsbezirk Hotan befindet sich noch im Bau und teils in Planung[4].
Strategische Bedeutung
Die Bahnstrecke soll Südwest- und Nordwestchina wirtschaftlich erschließen und verbinden.[1][5] Hierbei geht es in Xinjiang insbesondere um die Kohleförderung.[5] Das Hochland von Tibet soll überhaupt an das restliche China und auch an die südostasiatischen Märkte angebunden werden sowie in seiner Infrastruktur ausgebaut werden.[5][6] Die über mehr als ein Jahrzehnt andauernden Bauarbeiten sollen die Provinzen auch als Arbeitsmarkt fördern und Zulieferbetriebe ansiedeln.[5][6] Hierbei geht es auch um den Einfluss des Zentralstaats in Tibet.[2]
Die Eisenbahnstrecke betrifft auch die chinesisch-indischen Beziehungen, denn sie läuft entlang der Line of Actual Control[1][5][7] und durchquert die zwischen beiden Staaten umstrittene Region Aksai Chin[7]. Indien betrachtet den Ausbau daher mit Skepsis.[5][8][9] Die Eisenbahnlinie kann daher auch militärisch genutzt werden, weswegen sie als Dual-Use bezeichnet wird.[2] Außerdem ist die Bahnstrecke für die chinesisch-nepalesischen Beziehungen bedeutsam.[9][10] Mit der China-Nepal-Bahn ist eine Verlängerung nach Kathmandu in Nepal geplant.[9][10] Zurzeit plant auch Indien eine Bahnstrecke nach Kathmandu.[10]
Streckenverlauf
| Tibetische Bezeichnung |
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| Tibetische Schrift: ལྷ་གཞིས་ལྕགས་ལམ། |
| Wylie-Transliteration: lha gzhis lcags lam |
| Offizielle Transkription der VRCh: Lha–Xi zaglam |
| Chinesische Bezeichnung |
| Vereinfacht: 拉日铁路 |
| Pinyin: Lā–Rì tiělù |
Bahnstrecke Lhasa–Xigazê
Die Bahnstrecke Lhasa–Xigazê hat mehrere Stationen: Am Bahnhof Lhasa[11] besteht Anschluss an die die Lhasa-Bahn nach Xining. Von dort und an den Haltepunkten Lhasa Südbahnhof[11] und Xêrong[12] besteht eine Umsteigemöglichkeit zur Sichuan-Tibet-Bahn nach Chengdu und darüber zur Yunnan-Tibet-Bahn nach Kunming. Dort verlässt der Zug das Tal des Lhasa He.[11] Unter den insgesamt 13 Bahnhöfen[11] befinden sich Stationen in Qüxü[11], Nyêmo[11], wo der Zug das Tal des Yarlung Tsangpo, des Oberlaufs des Brahmaputras, verlässt, Rinbung[11] und Xigazê[11]. Die Bahnstrecke endet am Güterbahnhof Xigazê West. Von dort aus wird sich die Bahnstrecken Xigazê–Hotan anschließen.
Bahnstrecke Xigazê–Hotan
Die Bahnstrecke Xigazê–Hotan wird am Güterbahnhof Xigazê West in Samzhubzê in der Stadt Xigazê in Tibet als Verlängerung der Bahnstrecke Lhasa–Xigazê beginnen,[13] über die auch die Lhasa-Bahn nach Xining, die Sichuan-Tibet-Bahn nach Chengdu und die Yunnan-Tibet-Bahn nach Kunming erreicht werden können.[5] Als Endbahnhof ist der Bahnhof Zanggui im Kreis Guma in Regierungsbezirk Hotan geplant.[4] Dieser liegt an der Bahnstrecke Kaxgar–Hotan in Xinjiang und ist über Kaxgar bis Ürümqi verbunden.
Der Abschnitt von Xigazê West[13] über Sa’gya,[14] Dinggyê,[14] Tingri,[14] den See Peiku Tso[14][15] nach Dzongkar im Kreis Gyirong[15] ist bereits geplant.[4] Die Bahnstrecke durchquert das Transhimalaya.[4] Der Baubeginn sollte bereits 2025 sein, was jedoch nicht eintrat. Er wird nun im Jahr 2026 erwartet (Stand: 2025).[4]
Die Teilstrecke von Dzongkar nach Sênggê Zangbo im Kreis Gar ist noch nicht näher geplant.[14] Das Vorhaben ist eine Streckenführung über Saga,[14] Zhongba[14] und Baga im Kreis Burang[14]. Sie wird überwiegend durch die Tibetische Hochebene zwischen den Gebirgen Himalaya und Transhimalaya verlaufen. Sie wird den Yarlung Tsangpo, den Oberlauf des Brahmaputra, sowie den Sênggê Zangbo, den Oberlauf des Indus überqueren.
Der Streckenabschnitt von Sênggê Zangbo nach Zanggui ist bereits geplant und der Baubeginn wurde Ende 2025 oder kurz darauf erwartet (Stand: 2025).[14] Er läuft über Ritu im Kreis Rutog[14] und die Region Aksai Chin[7]. Dort wird die Bahnlinie den Transhimalaya erneut sowie das Kunlungebirge und den Fluss Karakax überqueren.
Verlängerung
Es ist geplant, die Strecke als China-Nepal-Bahn nach Tokha bei Kathmandu in Nepal fortzusetzen.[10] Es wurde 2008 und noch im Jahr 2017 erwogen, die Strecke nach Tingri über Nyalam, den Grenzort Zhangmu und die Brücke der sino-nepalesischen Freundschaft nach Kathmandu zu leiten[16][17], jedoch gibt es inzwischen eine abweichende Planung. In einer Absichtserklärung vom Juni 2018, die von Chinas Präsidenten Xi Jinping und von Khadga Prasad Oli, dem Premierminister Nepals, unterzeichnet wurde, soll die Strecke bis 2025 um weitere 150 km über Gyirong und den Grenzübergang Rasuwaghadi nach Kathmandu-Tokha verlängert werden[9][10][18]. Die Inbetriebnahme war zunächst für 2025 geplant[18], jedoch war bis dahin nicht einmal der Bau begonnen worden. Eine Machbarkeitsstudie wird im Juni 2026 erwartet.[10]
Langfristig soll die sich anschließende Bahnstrecke Kaxgar–Hotan von Kaxgar nach Pakistan verlängert werden.[19] Jenseits einer Regierungserklärung bestehen aber noch keine näheren Planungen (Stand: 2025).
Geschichte
Im Jahr 2008 wurde der grundsätzliche Plan der Xinjiang-Tibet-Bahn bekannt gegeben.[1][4] Dies war zwei Jahre nach Eröffnung der Lhasa-Bahn.[20] Bereits 2015 wurde angekündigt, dass die Strecke von Xigazê um 540 km bis Dzongkar verlängert werden sollte, geplante Eröffnung 2020[18], was bislang nicht eingetreten ist (Stand: 2025).
Die Bauarbeiten der Bahnstrecke Lhasa–Xigazê begannen am 26. September 2010 und wurden im März 2014 weitgehend beendet. Die Baukosten betrugen 13,3 Mrd. Yuan[3] (etwa 1,6 Mrd. Euro[21]). Mit 50.000 Yuan (6100 Euro) pro Meter war sie damals die teuerste in China gebaute Bahnstrecke. Die Strecke wurde am 16. August 2014 mit einem Eröffnungszug in Betrieb genommen, der von Lhasa nach Xigazê fuhr.[22]
Die Ausschreibungen für Geländestudien und Streckenplanung der Bahnstrecke Xigazê–Hotan begannen schließlich im Mai 2022.[1][7] Im Jahr 2023 lag eine Planung bis zum See Peiku Tso vor.[2] Der Baubeginn wurde im August 2025 für das Jahr 2026 erwartet.[4] Die Chinesische Regierung gründete am 7. August 2025 die Xinjiang–Tibet Railway Co. Ltd. (chinesisch 新藏铁路有限公司, Pinyin Xīnzàng tiělù yǒuxiàngōngsī), eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der staatlichen China Railway.[1][6][7] Als Startkapital wurden 95 Milliarden Yuan[1][6][7] (entsprach am Gründungstag etwa 11,4 Mrd. Euro[21]) eingesetzt. Sie ist zunächst mit der Bauplanung und dem Bau beauftragt und wird den Eisenbahnbetrieb schließlich errichten. Sie ist auch mit dem Kauf von Grundstücken und internationalen Handelsverträgen beauftragt.[1]
Später soll die Linie über das Aksai Chin nach Hotan verlängert werden, vor 2035 wird nicht mit einer Eröffnung gerechnet.[8][4] Im August 2025 war die Geländeplanung abgeschlossen und ein Baubeginn im folgenden halben Jahr wurde von Zanggui bis etwa zur Provinzgrenze Tibets erwartet.[4] Dieser Abschnitt soll 463 Kilometer lang sein und wird mit 17 Tunneln und 86 Brücken vorgesehen.[4]
Technische Angaben
Sie ist Bahnstrecke Lhasa bis Xigazê West 251 Kilometer lang.[23] Die Bahnstrecke von Xigazê West bis Zanggui wird nach bisherigem Planungsstand 1980 Kilometer lang sein.[6] Andernorts werden 2063 Kilometer angegeben.[4][14] Da der Abschnitt der geplanten China-Nepal-Bahn von Xigazê nach Gyirong (südlich von Dzongkar) mit etwa 540 Kilometer länger angegeben wird[18] sowie der Teilabschnitt zwischen der Provinz Xinjiang von Zanggui bis zur Grenze Tibets mit etwa 463 Kilometern[4], erscheint die Größere der beiden Zahlen wahrscheinlicher. Insgesamt ergeben sich 2314 Kilometer, allerdings sind beim Streckenbau Änderungen vorbehalten.
Die Bahnstrecke von Lhasa nach Xigazê West ist für 120 km/h ausgelegt.[3] Aufgrund der schwierigen Topographie mussten 29 Tunnel und 96 Brücken gebaut werden, die 45,8 Prozent der Gesamtstrecke ausmachen.[3] Die Fahrzeit zwischen beiden Städten beträgt knapp drei Stunden. Dabei werden Diesellokomotiven der für das Hochgebirge angepassten chinesischen Baureihe China Railway HXN3 eingesetzt.[22]
Die Neubaustrecke von Xigazê nach Zanggui soll mit einer Geschwindigkeit von 160 und abschnittweise bis 200 Stundenkilometer befahren werden.[4] Die Bauzeit soll 10 Jahre betragen (Stand: 2025, das heißt bis 2035).[4] Die Strecke verläuft ausschließlich im Hochgebirge und in Hochebenen auf durchschnittlich 4.500 Metern Höhe, was den Bau sehr erschwert.[5] Im Winter werden Temperaturen bis zu −40 Grad Celsius erwartet.[1][14]
