Yamataka Shigeri
japanische Frauenrechtsaktivistin, Suffragette und Politikerin
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Yamataka Shigeri (japanisch 山高 しげり, auch: Kaneko Shigeri (金子 茂); geboren 5. Januar 1899 in Tsu, Präfektur Mie; gestorben 13. November 1977) war eine japanische Frauenrechtsaktivistin, Suffragette und Politikerin.[1] Sie war Leiterin des „Rates der Frauenorganisationen“ (Chifuren) und Mitglied des japanischen Oberhauses.

Leben und Wirken

Shigeri wurde 1899 in Tsu in der Präfektur Mie als zweite Tochter eines Schulleiters und dessen Frau Tomi geboren. Von 1913 an besuchte sie die Takehaya Oberschule in Tokio, die sie 1916 abschloss. Noch im selben Jahr wechselte Shigeri zur Mädchennormalschule Tokio (heute: Frauenuniversität Ochanomizu), die sie 1919 abbrach. Sie heiratete und nahm den Familiennamen Kaneko an. Ein Jahr später 1920 brachte sie ihren Sohn Kintarō zur Welt.[1]
1920 begann Shigeri auch als Journalistin für die Zeitung Kokumin Shimbun zu arbeiten. Shigeri machte 1922 auch Yoshiya Nobuko mit Chiyo Monma bekannt. Als sich 1923 das Große Kantō-Erdbeben ereignete, bildete sich aus den Frauengruppen, die an Hilfsaktionen beteiligt waren, der „Tokioter Frauenverein“ (東京連合婦人会), der sich in der Folge auch für die politische Teilhabe von Frauen einsetzte. 1924 stand zudem die Verabschiedung des „allgemeinen Wahlrechts“ (普通選挙法) bevor, das im März 1925 beschlossen wurde, aber nur Männer ab 25 Jahren zur Wahl zuließ.[1] Der Gesetzesentwurf beförderte die Vereinigung der Kräfte für ein Frauenwahlrecht zu einer Bewegung. Noch im Dezember 1924 wurde dazu das „Bündnis zur Erlangung des Frauenwahlrechts“ (婦選獲得同盟, Fusen Kakutoku Dōmei)[Anm. 1][2] gegründet, für das der „Tokioter Frauenverein“ die Keimzelle bildete. Zum Vorstand des Bündnisses gehörten Kubushiro Ochimi und Ichikawa Fusae; Shigeri arbeitete mit zwei weiteren Frauen in der PR-Abteilung. Mit der Verabschiedung des allgemeinen Wahlrechts propagierte das Bündnis das Motto: „Es gibt kein allgemeines Wahlrecht ohne Frauenwahlrecht“ (婦選なくして普選なし).[3] Um sich auf die Arbeit im Bündnis zu konzentrieren, verließ Shigeri die Zeitung Shufu no Tomo (主婦の友社) nach nur einem Jahr wieder.
1933 ließ sich Shigeri scheiden und nahm wieder den Namen Yamataka an. In dieser Zeit entwickelte sich in Tokio aufgrund der Menge und in der Folge auch durch die kriegsbedingte Zweckentfremdung von Anlagen ein Problem mit der Müllentsorgung.[4] Für die an der Entsorgung beteiligten „Müll-Frauen“ (ゴミの小母さん) wurden Forderungen zum Mutterschutz und der Wohlfahrt von Mutter und Kind erhoben. 1934 bildete sich dazu das „Mutterschutz Bündnis“ (母性保護連盟, Bōsen hogo renmei), in dem Shigeri als Sekretärin mitarbeitete.
Weg in die Politik
Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb Shigeri politisch aktiv und setzte sich für Rentenzahlungen an Witwen und Kriegsveteranen und für die Rechte von Kindern ein.[2] Zusammen mit Ichikawa Fusae, Akamatsu Tsuneko (1897–1965) und Kawasaki Natsu gründete Shigeri im August 1945 ein Wohlfahrts- und „Frauenkomitee für Nachkriegsmaßnahmen“ (戦後対策婦人委員会, Sengo taisaku fujin iinkai). Zu den zentralen Forderungen des Komitees gehörten die Versorgung der zurückkehrenden Soldaten, die Verbesserung der Lebensmittelproduktion, ein Wachstum der Sparquote privater Haushalte, das aktive Wahlrecht für Frauen ab 20 Jahren, das Recht für Frauen ab 25 Jahren, für öffentliche Ämter zu kandidieren, und eine Reform der Zentral- und Kommunalverwaltungen, um Frauen den Weg in den öffentlichen Dienst zu ermöglichen.[2]
1952 wurde der „landesweite Rat der regionalen Frauenorganisationen“ (全国女性団体連絡協議会, kurz Chifuren) gegründet, dessen Vorsitzende Shigeri wurde und in dem sie sich neben Fragen zum Verbraucherschutz bis zu ihrem Lebensende engagierte. Gespräche mit Ichikawa u. a. über eine Filmgesellschaft für Lehrfilme führten 1955 zur Gründung der Sakura-Filmgesellschaft, deren Vorstand sich aus insgesamt 47 Frauen, Mitgliedern des Chifuren und Leiterinnen von Frauenvereinen verschiedener Regionen, zusammensetzte. 1955 brachte Sakura den Film Onēsan to issho (etwa: Schwestern gemeinsam) heraus, der bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig mit dem Jurypreis in der Kategorie Kinderfilm ausgezeichnet wurde.
Shigeri nahm 1962 als parteilose Kandidatin an den Wahlen zum Oberhaus teil und wurde mit einer Stimme Unterschied zu Matsumura Shūichi zunächst nicht gewählt. Da Matsumura aber im September verstarb und weil Abe Takematsu als Nachrücker die festgelegte Amtszeit überschritten hatte, wurden die Neuwahlen vorgezogen. Dieses Mal zog Shigeri ins Oberhaus ein und wurde 1965 erneut wiedergewählt.[5] Zusammen mit Ichikawa Fusae und Hayashi Shio (1904–1992) bildeten sie den Dainiin-Klub, eine Fraktion parteiloser Abgeordneter. Im Oberhaus befasste sich Shigeru mit Fragen der Wohlfahrt und des Verbraucherschutzes, wie die Reduzierung von Cyclamat in Lebensmitteln ein. Eine Wiederwahl 1971 scheiterte, woraufhin sich Shigeru aus der Politik zurückzog.
Shigeru Yamataka starb 1978 im Alter von 78 Jahren an akutem Nierenversagen.
Auszeichnungen
- 1955 Ehrenmedaille am blauen Band für Erfolge zur Verbesserung des Gemeinwohls und der Bildung
- 1969 Orden der Edlen Krone, dritte Klasse „Schmetterling“
- 1977 postum erhielt sie den 4. Hofrang und den Orden der Edlen Krone, zweite Klasse
Werke (Auswahl)
- 1985 Waga shiawase wa waga te de (わが幸はわが手で, etwa: Wir haben unser Glück in unserer Hand)
- 2007 Gesamtausgabe ihrer Werk in fünf Bänden
Weblinks
- 山高しげり-. In: 日本大百科全書(ニッポニカ) bei kotobank.jp. Abgerufen am 23. Dezember 2025 (japanisch).
- 山高しげり 参議院議員 基本情報と活動実績. 国会議員白書 International, abgerufen am 23. Dezember 2025 (japanisch).
- 山高しげりの参議院議員としての活動. (PDF) 日本社会福祉学会, abgerufen am 23. Dezember 2025 (japanisch).
Anmerkungen
- Eigentlich Fujin sansei kakutoku kisei dōmei (婦人参政権獲得期成同盟). Die Bezeichnung wurde bereits 1925 vereinfacht.