Yamuna Krishnan
indische Chemikerin und Hochschullehrerin
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Yamuna Krishnan (Tamil யமுனா கிருஷ்ணன்; * 25. Mai 1974 in Chennai, Indien) ist eine indische Chemikerin und Hochschullehrerin. Sie ist Professorin für Chemie an der Universität Chicago. Sie leistete Pionierarbeit an der Schnittstelle zwischen DNA-Nanotechnologie und Zellbiologie. Ihr Labor entwickelte eine vielseitige chemische Bildgebungstechnologie zur quantitativen Echtzeit-Darstellung von Second Messengers in lebenden Zellen und genetischen Modellorganismen.[1][2]

Leben und Werk
Krishnan ist die Tochter von P.T. Krishnan und Mini in Parappanangadi im Distrikt Malappuram in Kerala. 1993 erwarb sie ihren Bachelor-Abschluss in Chemie am Women’s Christian College der Universität Madras in Chennai. Am Indian Institute of Science in Bangalore erwarb sie 1997 ihren Master-Abschluss in Chemischen Wissenschaften und promovierte 2002 in Organischer Chemie. Von 2001 bis 2004 forschte sie als Postdoktorandin und Forschungsstipendiatin am Fachbereich Chemie der Universität Cambridge.[3]
Anschließend forschte sie von 2005 bis 2009 am National Centre for Biological Sciences (NCBS) des Tata Institute of Fundamental Research (TIFR) in Bangalore und anschließend bis 2013 als Reader „F“ mit Tenure am NCBS des TIFR. 2013 wurde sie zur Associate Professorin am NCBS des TIFR befördert und wechselte im August 2014 als Professorin für Chemie an die University of Chicago. Seit 2014 ist sie außerordentliche Professorin am NCBS.
Forschung
Krishnans Arbeitsgruppe forscht auf den Gebieten quantitativer fluoreszierender chemischer Sensoren, zellspezifischer und organellenspezifischer Zielsteuerung sowie Grundlagenforschung in der Biologie und biomedizinischen Anwendungen. Sie erforscht neue Funktionen der DNA und entwickelt DNA-basierte Nanodevices. Dabei handelt es sich um nanoskalige Strukturen, die aus DNA-Strängen bestehen und mit künstlichen Funktionen ausgestattet werden können. Ihre Forschungsgruppe am NCBS leistete Pionierarbeit bei der Anwendung von DNA-Nanodevices zur Untersuchung lebender Zellen. An der Universität Chicago erweiterte sie die Anwendungsmöglichkeiten der DNA-Nanotechnologie in der Grundlagenforschung der Biologie und der Präzisionsmedizin.[4]
Sie ist im Redaktions- und Beirat von Fachzeitschriften der Royal Society of Chemistry, der American Chemical Society, von Wiley und Cell Press tätig und gehört den wissenschaftlichen Beiräten des Max-Planck-Instituts für Zellbiologie und Genetik in Deutschland sowie der Brain Research Foundation in den USA an. Sie ist Mitbegründerin der beiden Unternehmen Esya Inc. und MacroLogic Inc., die ihre Organellen-gerichtete Nanotechnologie für Diagnostik bzw. Therapie einsetzen.[5][6]
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)
- 2013: Shanti Swarup Bhatnagar Award, Chemical Sciences
- 2014: Cell's 40 under 40,
- 2014: AVRA Young Scientist Award
- 2014: Faculty of 1000 Prime, Chemical Biology
- 2017: Infosys Prize for Physical Sciences[7]
- 2020: Ono Pharma Breakthrough Science Award
- 2020: Sun Pharma Foundation Award for Basic Medical Research
- 2020: Member der American Association for the Advancement of Sciences
- 2022: Richard M. Furlaud Distinguished Lecture, Rockefeller University
- 2023: Fellow der Royal Society of Chemistry
- 2023: Outstanding Scientist Award, American Association of Indian Scientists in Cancer Research
- 2023: Director’s Pioneer Award, National Institute of Health[8]
- 2024: Louis Block Professorship, University of Chicago[9]