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Yao-Volksreligion

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Yao-Volksreligion bezeichnet religiöse Traditionen von Gruppen der Yao, insbesondere von Mien- und Mun-Gemeinschaften in Südchina und dem nördlichen Festlandsüdostasien. In der Forschung wird häufig auch von Yao-Daoismus gesprochen, weil daoistische Rituale, Manuskripte und Vorstellungen in vielen Yao-Gemeinschaften eine zentrale Rolle spielen.[1]

Der Begriff bezeichnet keine in allen Yao-Gruppen einheitliche Religion. Die religiösen Praktiken unterscheiden sich nach Region und Untergruppe; daoistische Überlieferungen wurden mit lokalen Ritualen und sozialen Ordnungen verbunden.[2]

Geschichte

Die Übernahme daoistischer Rituale durch Yao-Gruppen ist Gegenstand religions- und sozialhistorischer Forschung. Ältere Deutungen führten den Yao-Daoismus auf religiöse Bewegungen der Song-Dynastie zurück. Für die Verbreitung daoistischer Ritualtraditionen unter Yao-Gruppen liegen nach dem derzeitigen Forschungsstand jedoch erst seit der Qing-Dynastie eindeutige Belege vor.[2]

Die Forschung beschreibt diesen Prozess nicht als vollständige Ersetzung lokaler Traditionen durch den Daoismus. Vielmehr wurden daoistische Texte und Riten in unterschiedliche regionale Traditionen integriert und dabei den jeweiligen Gemeinschaften angepasst.[2]

Initiation und religiöse Praxis

In den meisten untersuchten Yao-Gemeinschaften durchlaufen junge Männer als Teil des Übergangs zum Erwachsenenalter eine daoistische Ordination (chinesisch 度戒, Pinyin dùjiè).[1] Die Ordination ist mit der Weitergabe rituellen Wissens verbunden, macht aber nicht jeden Initiierten zu einem hauptamtlichen Ritualspezialisten.

Für Ausbildung und Ritualpraxis sind Manuskripte wichtig, die in einer Variante der chinesischen Schrift geschrieben werden. Die Texte werden kopiert, rezitiert und gesungen; sie sind damit zugleich Teil religiöser Praxis und kultureller Weitergabe.[1] Komplexere Zeremonien werden von Ritualmeistern durchgeführt, die über besondere Texte, Kenntnisse und Ordinationsgrade verfügen.[1]

Forschung

Die Erforschung des Yao-Daoismus verbindet Ethnologie, Religionswissenschaft, Geschichtswissenschaft und Manuskriptforschung. Das an der University of Hong Kong angesiedelte Yao Dao Project untersucht insbesondere die Ritualtraditionen der Lanten Yao in China, Laos und Vietnam. Das Projekt hat mehr als 2100 von Ritualmeistern verwendete Manuskripte digitalisiert und katalogisiert.[1]

Literatur

  • Eli Alberts: A History of Daoism and the Yao People of South China. Cambria Press, Youngstown 2007, ISBN 978-1-934043-14-1.
  • Eli Noah Alberts: From Yao to now: Daoism and the imperialization of the China/Southeast Asia borderlands. In: Asian Ethnicity. Band 18, Nummer 2, 2017, S. 156–172, doi:10.1080/14631369.2016.1192946.
  • Ralph A. Litzinger: Other Chinas: The Yao and the Politics of National Belonging. Duke University Press, Durham 2000, ISBN 978-0-8223-2549-9.

Einzelnachweise

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