Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll

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Die Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ) ist eine von insgesamt zwei Spezialeinheiten der deutschen Zollverwaltung und ist das Äquivalent zu den Spezialeinsatzkommandos der Landespolizeien und der GSG 9 der Bundespolizei.

StellungSpezialeinheit
Gründung1994
Schnelle Fakten Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll – ZUZ –, Staatliche Ebene ...
Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll
– ZUZ –
Schulterabzeichen
Schulterabzeichen
Staatliche Ebene Bund
Stellung Spezialeinheit
Aufsichtsbehörde Zollkriminalamt
Gründung 1994
Hauptsitz Köln, Nordrhein-Westfalen
Bedienstete ~ 50
Netzauftritt www.zoll.de
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Auftrag

Die ZUZ ist dem Zollkriminalamt in Köln (ZKA) unterstellt. Das ZKA ist gem. § 3 Abs. 6 Nr. 3 ZFdG zur Unterstützung der Behörden der Zollverwaltung verpflichtet, die erforderliche Einsatzunterstützung zu gewähren, unter anderem durch Bereitstellung von Spezialeinheiten.[1]

Die ZUZ unterstützt die Zollfahndungsämter und Hauptzollämter (wie für Spezialeinheiten üblich) bei der Durchführung von Zugriffs- und Schutzmaßnahmen, insbesondere dann, wenn Lebensgefahr für eingesetzte Zöllnerinnen und Zöllner besteht – unter anderem bei der Vollstreckung von Haftbefehlen gegen gewaltbereite und bewaffnete Verdächtige, das Sichern von Durchsuchungen, sowie Personenschutzeinsätze und Observationen.[2][3] Dies ist vornehmlich im Bereich der organisierten Kriminalität sowie bei Gewalt- und Schwerstkriminalität der Fall.

Daneben kann die ZUZ gem. § 70 ZFdG im Rahmen der Amtshilfe die Polizei der Länder, das Bundeskriminalamt oder die Bundespolizei bei Hochrisikoeinsätzen unterstützen. Wechselseitig kann auch der Zoll gem. § 69 ZFdG Amtshilfe dieser Behörden, bei Bedarf inklusive deren Spezialeinheiten, anfordern.

Das Fähigkeitsprofil der ZUZ ist vergleichbar mit dem der SEKs der Landespolizei und der GSG9 der Bundespolizei.[4][5]

Die ZUZ kann als Bundeseinheit auch im europäischen Ausland sowie in Einzelfällen sogar weltweit eingesetzt werden.[6]

Neben der ZUZ werden von den Zollfahndungsämtern als weitere Spezialeinheiten jeweils die Observationseinheiten Zoll (OEZ) bereitgehalten.

Bewerbung und Ausbildung

Allgemeines

Das Anforderungsprofil für Aspiranten ist dem der GSG 9 oder eines SEKs vergleichbar.[7]

Bewerbung

Die Bewerbung kann einmal jährlich erfolgen.

  • Bewerben können sich Beamte im Alter von 23 bis 35 Jahren oder bis 40 Jahre für Beamte, welche im Operativen Technischen Dienst arbeiten wollen
  • Grundsätzlich müssen Bewerber eine abgeschlossene Zollausbildung sowie Berufserfahrung vorweisen – es ist jedoch auch möglich, sich als Beamter einer Landes- oder Bundespolizeibehörde zu bewerben.
  • Eine sehr gute Gesundheit, psychische Stabilität, Stressresistenz, hohe Lernbereitschaft und hohe körperliche Leistungsfähigkeit sind Grundvoraussetzungen.
  • Der Bewerber muss nicht bereits zum Zeitpunkt der Bewerbung Waffenträger sein.[8][2]

Auswahlverfahren

In einem zweiwöchigen Auswahlverfahren werden unter anderem Intelligenz, Merk- und Konzentrationsfähigkeit unter Stress, das räumliche Vorstellungsvermögen, technisches Verständnis, Motivation, Teamfähigkeit, psychische Stabilität und Stressresistenz getestet. Hinzu kommen noch diverse Sporttests sowie ein psychologisches Gespräch. Ergänzt wird das Auswahlverfahren durch einen Klaustrophobie-, Höhen- und Reaktionstest. Anschließend entscheidet eine Kommission über die Eignung des Bewerbers. Vor Beginn des zweiwöchigen Auswahlverfahrens muss der Bewerber eine umfangreiche medizinische Untersuchung absolvieren. Das Anforderungsprofil ist für Männer und Frauen identisch.[9]

Aus- und Fortbildung

An den erfolgreichen Abschluss des Eignungsauswahlverfahrens schließt sich die „Qualifizierende Fortbildung ZUZ“ an. Diese setzt sich zusammen aus der zehnwöchigen „Basisfortbildung“ und der ca. zwölfmonatigen „Einführungsfortbildung SEK“.[10]

Die Basisfortbildung dient dem gezielten körperlichen Aufbau der ZUZ-Anwärter sowie der Vermittlung grundlegender Fähigkeiten und Fertigkeiten, die für die nachfolgende Spezialfortbildung unentbehrlich sind (u. a. Klettern, Abseilen, Fast-Roping, Schießen, Einsatztraining sowie eine Härtewoche). Die Basisfortbildung schließt mit einem weiteren Test ab, dessen Bestehen Voraussetzung für die Weiterführung der Fortbildung ist.

Die anschließende „Einführungsfortbildung SEK“ wird zum Großteil bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen durchgeführt. Der Schwerpunkt in diesem Abschnitt ist die taktische Ausbildung sowie eine Vertiefung der in der Basisfortbildung vermittelten Inhalte.

Die Eingriffstechniken, welche während der qualifizierenden Fortbildung vermittelt werden, basieren auf der Kampfkunst Wing Tsun und Jiu Jitsu.[11]

Außerdem muss jeder erfolgreiche Bewerber einer erweiterten Sicherheitsüberprüfung nach dem Sicherheitsüberprüfungsgesetz zustimmen.

Bereits während der Ausbildung haben Anwärter der ZUZ Anspruch auf eine Erschwerniszulage für besondere Einsätze.[12]

Ausrüstung

Waffen der ZUZ (v. unten): HK G36K, HK MP5 und Glock-Pistolen

Die Einsatzbeamten der ZUZ werden speziell für Zugriffe ausgerüstet.[2] Neben einem umfangreichen Fuhrpark mit einer Vielzahl an Sonderfahrzeugen verfügt die ZUZ über ein mit anderen Einheiten vergleichbares Waffenarsenal. In der Regel kommen Waffen von Heckler & Koch und Glock zum Einsatz. Die Standard-Mitteldistanzwaffe ist derzeit das HK416. Als Kurzwaffe kommt die Glock 17 mit Rotpunktvisier und Laser-Licht-Modul zum Einsatz.[13] Die ZUZ gilt als eine der am modernsten ausgestatteten Sondereinheiten in Deutschland.[14]

Geschichte

Die ZUZ wurde 1994 als Antwort auf die zunehmende Gewaltbereitschaft gegenüber Zollbeamten gegründet.[15] Bis zur Gründung der ZUZ war es gängige Praxis, dass das ZKA bei Einsätzen, welche die Fähigkeiten und Ausrüstung der Zöllner überstieg, Amtshilfe durch ein Spezialeinsatzkommando der Länderpolizei oder die der GSG 9 der Bundespolizei anforderte.

Siehe auch

Commons: Zentrale Unterstützungsgruppe Zoll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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