Observationseinheit Zoll
Spezialeinheiten der deutschen Zollverwaltung
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Die Observationseinheiten Zoll (OEZ) sind eine von insgesamt zwei Spezialeinheiten der Bundeszollverwaltung für Observation und Zugriff. Es bestehen acht OEZ an den jeweiligen Standorten der Zollfahndungsämter.
Auftrag
Die Zollfahndungsämter müssen gem. § 5 Abs. 3 Nr. 1 ZFdG Spezialeinheiten zur Unterstützung für andere Behörden der Zollverwaltung vorhalten, soweit dies nicht durch das Zollkriminalamt geschieht. Dies tun sie in Form der Observationseinheiten Zoll.
Hauptaufgabe der OEZ ist die Unterstützung aller Bereiche des Zolls, die mittlere, schwere und organisierte Zollkriminalität zu bekämpfen.[1][2][3] Dies sind vorrangig der Zollfahndungsdienst und die Finanzkontrolle Schwarzarbeit.[1][3]
Dafür beobachten die OEZ (ggf. auch längerfristig) verdächtige Personen und nehmen sie ggf. fest.[1][2] Sie stellen verdeckt Beweise sicher und führen Aufklärungs-, Sicherungs- und Schutzmaßnahmen durch.[1][2]
Die OEZ sind mit den Mobilen Einsatzkommandos (MEK) der Polizeien der Länder vergleichbar.[2]
Die weitere Spezialeinheit des Zolls ist die Zentralen Unterstützungsgruppe Zoll (ZUZ), die beim Zollkriminalamt angesiedelt ist.
Organisation
Die OEZ sind in den acht Zollfahndungsämtern Teil des Sachgebiets 200 – „Einsatzunterstützung“ neben den Technischen Servicediensten und dem Lage- und Informationsdienst.
Sie gliedern sich in zwei Einsatzgruppen: "Observation" und "Technische Einsatzgruppe" (TEG),[4] die sich bei ihren Einsätzen gegenseitig begleiten und unterstützen.[3] Die Einsatzgruppe Oberservation führt Observationen, Sicherungs- und Schutzmnaßnahmen sowie Festnahmen durch.[3] Die TEG sind verantwortlich für die komplexe Unterstützungstechnik bei den laufenden Einsatzmaßnahmen, wie zum Beispiel Ortungs-, Nachtsicht-, Wärmebild-, Video- und Audiotechnik.[2][3]
Bewerbung und Ausbildung
Allgemeines
Die Stellen werden regelmäßig im Bewerbungsportal des Zolls ausgeschrieben.[3] OEZ-Beamte erhalten eine Polizei- und eine Erschwerniszulage.[3]
Bewerbung
Die Ausbildung zum Waffenträger ist nicht erforderlich.[3] Auch Zollbeamte auf Probe können sich bewerben.[1][3] Das Höchstalter der Kandidaten beträgt beträgt 40 Jahre.[1][3]
Auswahlverfahren
Die Eignung für eine Verwendung in den OEZ wird zunächst in einem Eignungsauswahlverfahren festgestellt.[3][4] Es besteht aus einem schriftlich psychologischen Test (ein Tag) sowie einer medizinischen Untersuchung, einem sportlichen-praktischen Test und Gespräch mit einem Psychologen und einer Auswahlkommission (fünf Tage).[3][4][2][5]
Aus- und Fortbildung
An das Eignungsauswahlverfahren schließt ein Verwendungsfeststellungsverfahren an.[4] Es umfasst die gesamte qualifizierende Fortbildung und beginnt mit einer modular aufgeteilten Einführungsfortbildung.[4] Dabei erfolgen weitere eine Leistungsüberprüfung der sportlichen bzw. praktischen Fähigkeiten, wobei intensivere sportliche Anforderungen zu erfüllen sind.[4] TEG-Einsatzbeamte werden teilweise gesondert geschult und müssen nur die ursprünglichen sportlichen Anforderungen erfüllen.[4]
Im Rahmen der Fortbildung werden OEZ-Beamte in ihrer Observationstätigkeit geschult, kommen darüber hinaus aber u. a. als Einsatztrainer für Sport beziehungsweise Schießen, Einsatzsanitäter, Fahrsicherheitstrainer und Einsatztechniker zum Einsatz.[2][3]
Geschichte
Ende der 1980er Jahre gewann die Observation wegen immer häufiger organisiert und konspirativ agierender Straftäter im Zuständigkeitsbereich des Zolls zunehmend an Bedeutung.[2] Als Reaktion auf diese Umstände wurden die OEZ bei den Zollfahndungsämtern eingerichtet.[2]
Vorgänger der dezentral bei den Zollfahndungsämtern angesiedelten OEZ war bis 2007 die zentral beim ZKA angesiedelte Unterstützungsgruppe Zoll (UGZ).
Siehe auch
Literatur
- Michael Soiné: Ermittlungsverfahren und Polizeipraxis. Hüthig Jehle Rehm, 2013, ISBN 978-3-7832-0023-2, S. 60 (Google Books).