Zabitz (Osternienburger Land)

Ortsteil der deutschen Gemeinde Osternienburger Land From Wikipedia, the free encyclopedia

Zabitz ist ein Ortsteil der gleichnamigen Ortschaft der Gemeinde Osternienburger Land im Landkreis Anhalt-Bitterfeld in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).

Schnelle Fakten Gemeinde Osternienburger Land ...
Zabitz
Wappen von Zabitz
Koordinaten: 51° 47′ N, 11° 55′ O
Höhe: 73 m ü. NN
Fläche: 8,32 km²
Einwohner: 200 (31. Dez. 2022)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 06386
Vorwahl: 03496
Zabitz (Sachsen-Anhalt)
Zabitz (Sachsen-Anhalt)
Lage von Zabitz in Sachsen-Anhalt
Ortsmitte Zabitz
Ortsmitte Zabitz
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Geografie

Zabitz liegt zwischen Schönebeck (Elbe) und Köthen (Anhalt) am Rande des Biosphärenreservates Mittelelbe.

Die Ortschaft Zabitz bildet sich durch die Ortsteile Maxdorf, Thurau und Zabitz.

Geschichte

Die Historie von Maxdorf ist vor allem durch die Geschichte des Gutes und der späteren Domäne Maxdorf geprägt. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die Familie von Wettin in Besitz von Maxdorf. Dann veräußerte um 1617 Christoph Ernst von Wettin die Begüterung, an die Familie von Krosigk, an einen Bernhardt von Krosigk. Die Nacherben gaben Maxdorf an die Familie der Gebrüder von Hagen-Biendorf. 1662 erfolgte der Kauf durch Georg Levin von Arnstedt. Deren Nachfahren blieben in Maxdorf bis 1754. Dann acquri(e)rte es der spätere GFM Fürst Moritz von Anhalt-Dessau und es ging im Erbgang an seine Schwester Henriette Amalie von Anhalt-Dessau (1720–1793), damaliger Umfang 230 ha. Diese trat den Besitz gegen eine jährliche Rente an Herzog Leopold Friedrich Franz von Anhalt-Dessau ab. Anfang der 1920er Jahre war Gut Maxdorf etwa 220 ha groß und durch den amtierenden Herzog Friedrich II. von Anhalt-Dessau an einen Amtmann verpachtet.[2]

Thurau:

Zabitz wurde erstmals im Jahr 1332[3] oder am 28. Dezember 1156[4] urkundlich erwähnt. Es ist auch möglich, dass eine Siedlung dieses Namens schon früher im 10. Jahrhundert existiert haben kann, da die Endung „itz“ auf einen slawischen (wendischen) Ursprung hinweist.

Es wird aber auch vermutet, dass der Name Zabitz auf eine altsorbische Grundform „Sebudici“ zurückzuführen ist, der den slawischen Personennamen Sebud enthält. Das Element „ici“ wurde als „itz“ eingedeutscht und die Mittelsilbe fiel aus. So entstand der Name „Sebitz“, was mundartlich in das jetzige „Zabitz“ umgewandelt wurde.[5]

Bauhistorisch für Zabitz aus jüngerer Zeit von besonderer Bedeutung[6] ist das Haus Dryander, ausgeführt vom Architekten Hermann Muthesius in den Jahren 1910 bis 1911; für die Besitzerfamilie eines Freigutes am Ort. Nutznießer und Bauherr war der Landwirt Hermann (Hermann Karl) Dryander,[7] zugleich Direktor im Aufsichtsrat der Direktion der Disconto-Gesellschaft Halle a. Saale.[8][9]

In den Jahren nach 1945 war Zabitz vordergründig ein landwirtschaftlicher Ort. Viele Bürger des Ortes arbeiteten in den LPG des Ortes. Mit der Entwicklung und der allmählichen Erholung des Ortes nach dem Zweiten Weltkrieg suchten mehr und mehr Einwohner eine Arbeit in den Großbetrieben der damaligen Kreisstadt Köthen. Hauptversorgungsfeld blieb jedoch die Landwirtschaft, die auch in den einzelnen Haushalten spürbar war.

Am 20. Juli 1950 wurden die bis dahin eigenständigen Gemeinden Maxdorf und Thurau nach Zabitz eingemeindet.[10]

Gemeindenfusion

Am 1. Januar 2010 schlossen sich die bis dahin selbstständigen Gemeinden Zabitz, Chörau, Diebzig, Dornbock, Drosa, Elsnigk, Großpaschleben, Kleinpaschleben, Libbesdorf, Micheln, Osternienburg, Reppichau, Trinum und Wulfen zur Einheitsgemeinde Osternienburger Land zusammen.[11] Gleichzeitig wurde die Verwaltungsgemeinschaft Osternienburg, zu der diese Gemeinden gehörten, aufgelöst.

Politik

Ortschaftsrat

Als Ortschaft der Einheitsgemeinde Osternienburger Land übernimmt ein so genannter Ortschaftsrat die Wahrnehmung der speziellen Interessen des Ortes innerhalb bzw. gegenüber den Gemeindegremien. Er wird aus fünf Mitgliedern gebildet.

Bürgermeister

Als weiteres ortsgebundenes Organ fungiert der Ortsbürgermeister, dieses Amt wird zurzeit von Iris Schumacher wahrgenommen.[12]

Wappen

Blasonierung: „In Blau drei silberne Pfähle belegt mit nach oben abgewinkelten Mittelkreuzbalken 2 : 1.“

Zabitz besteht aus drei Ortsteilen: Maxdorf, Thurau und Zabitz. In diesen Orten war früher das ritterliche Geschlecht der Familie von Thurow ansässig, die über Generationen den Ort und die Region ab 1156/1160 prägten.[13] Es ist Beschluss des Gemeinderates vom 18. April 2006 das Wappen der erloschenen Familie von Thurow mit Schilde und drei Schaufeln 2 : 1 übertragen als Gemeindewappen zu führen. Das Wappen wurde 2006 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet.

Den Heraldikern war schon in den zurückliegenden Jahrhunderten nicht recht klar, was die drei „Gabeln“ im Thurowschen Wappen bedeuten. Mantzsch vertritt angesichts des frühen Nachweises der Insignien die Auffassung, dass es aus ehemaligen Hauszeichen bzw. Gemarkungszeichen entstandene Symbole sind. Im frühen anhaltischen Landadel finden sich mehrfach 2:1 gestellte Wappenzeichen, deren Zuordnung heute nur zu vermuten ist (z. B. Grafschaft Brehna), weil sie aus einer Zeit weit vor des Aufkommens einer heraldischen Terminologie stammen.

Flagge

Die Flagge ist weiß - blau (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend, Querform: Streifen waagerecht verlaufend) und das Wappen ist mittig auf die Flagge aufgelegt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Südlich von Zabitz führt die Bundesstraße 185 von Bernburg (Saale) nach Köthen (Anhalt). Im Osten von Zabitz befindet sich die Bahnstrecke Magdeburg–Leipzig.

Literatur

  • Maxdorf, In:
    • Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der Preußischen Monarchie nebst den königlichen Familien-, Haus-, Fideicommiss- und Schattull-Gütern. Band 13, Selbstverlag, Berlin 1873/74, Blatt.
    • Marxdorf mit Rittergut, In. Adreßbuch für Stadt und Kreis Köthen mit dem Einwohnerverzeichnis der Ortschaften ... Marxdorf... für 1929. Verlag Paul Schettler’s Erben, Köthen Mitte Februar 1929, S. 365.
    • Matthias Prasse: Rittergut Maxdorf. Herrenhaus-Kultur-Verlag, Schkopau 2016.
  • Thurau, In:
  • Zabitz, In:
    • Zabitz-Haus Dryander, In: S. o.: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Deutscher Kunstverlag, Berlin/München 1999, S. 905 f.
    • Das Haus Dryander mit Garten in Zabitz, In: Ulrike Wendland: Gartenkunst und Gartendenkmalpflege in Sachsen-Anhalt. In: Beiträge zur Denkmalkunde. 5, Hrsg. Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen Anhalt, Michael Imhof-Verlag, Petersberg 2011, S. 197 f.
Commons: Zabitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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