Zack Polanski
britischer Politiker (GPEW)
From Wikipedia, the free encyclopedia
Zack Polanski (* 2. November 1982 in Salford als David Paulden) ist ein britischer Politiker und seit September 2025 Parteiführer der Green Party of England and Wales.

Leben
Zack Polanski wurde am 2. November 1982 in der Stadt Salford, im Nordwesten Englands als Sohn einer Schauspielerin und eines Angestellten geboren und wuchs dort auf.[1] Seine Familie war jüdischem Glaubens und zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Osteuropa nach Großbritannien gezogen, wo sie ihren Nachnamen in Paulden ändern ließ.[2] Polanski wurde so als David Paulden geboren und änderte im Alter von 18 Jahren seinen Namen in Zack Polanski.
Polanski ging mit einem Stipendium auf die Privatschule Stockport Grammar School, hasste jedoch laut eigener Aussage seine Zeit dort und wechselte zum Ridge Danyers College. Von 2003 bis 2006 studierte er an der Aberystwyth University, bevor er eine Schauspielschule in Atlanta im US-Amerikanischen Bundesstaat Georgia besuchte.[1] Mitte der 2000er-Jahre zog er nach London zurück, wo er als Schauspieler arbeitete und unter anderem an der Academy of Live and Recorded Arts unterrichtete.[3] Er war auch als Hypnotherapeut tätig und engagierte sich in Projekten zugunsten von Obdachlosen.[4]
Polanski ist jüdischen Glaubens und vegan. Er lebt mit seinem Lebenspartner in London Borough of Hackney.
Politische Laufbahn
Liberal Democrats
Polanski begann seine politische Laufbahn bei den Liberal Democrats, welchen er 2015 beitrat.[5] Für die Partei kandidierte bei verschiedenen Wahlen, wie der Wahl zur London-Versammlung 2016 oder zum Camden Council 2015.[6] Aufmerksamkeit erregte er im Jahr 2016, als er den Labour-Parteivorsitzenden Jeremy Corbyn bei einer Kundgebung öffentlich für seine mangelnde Unterstützung gegenüber der Europäischen Union kritisierte. In Corbyns Verhalten sah Polanski einen der Gründe für den Austritt aus der EU beim Brexit-Referendum.[7]
Green Party
Polanski verließ 2017 die Liberal Democrats und wurde Mitglied der Green Party of England and Wales. Bei der britischen Unterhauswahl 2019 kandidierte er für den Wahlkreis Cities of London and Westminster, wurde jedoch mit 1,7 % der Stimmen nicht gewählt.[8]
2021 kandidierte er erneut für die Greens bei der Wahl zur London-Versammlung 2021 und wurde in die Assembly gewählt. Er war ebenfalls im Wahlkreis West Central zur Wahl angetreten, wo er Dritter wurde und die Partei ihr bestes Ergebnis holte.[9] Im Dezember erregte er in der London-Versammlung Aufmerksamkeit mit einem Antrag zu einem Gesetzentwurf zum Klima- und ökologischen Notstand, welcher sowohl von Labour und den Konservativen unterstützt wurde.[10]
Am 6. Juni 2022 gab Polanski bekannt, für das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden der Grünen Partei zu kandidieren. Die Wales Green Party unterstützte seine Kandidatur.[11] Er gewann die Wahl mit 51 % der Stimmen und übernahm das Amt von Amelia Womack.[12] Im Mai 2024 wurde er erneut in die London-Versammlung gewählt.
Im Januar 2025 lehnte Polanski eine ausschließlich aus Männern bestehende Podiumsrunde im Londoner Umweltausschuss ab und bestand auf einer Vielfalt der Redner. Die Konservativen verließen die Sitzung und bezeichneten Polanskis Vorgehen als „linke Identitätspolitik“.[13]
Im Mai 2025 gab Polanski bekannt, bei der Wahl zum Parteivorsitzenden der Grünen Partei zu kandidieren.[14] Er trat gegen die Doppelkandidatur von Adrian Ramsay und Ellie Chowns an, wobei er seinem Wahlkampf um die Notwendigkeit die Narrative der rechtspopulistischen Reform UK anzufechten.[15] Er kündigte ebenfalls an, die weite Enttäuschung über die Labour-Regierung unter Keir Starmer ausnutzen zu wollen und kritisierte dabei Starmers zentritischen Kurs.[10] Unterstützung erhielt er unter anderem von dem Journalisten und Aktivisten Owen Jones.[16]
Parteivorsitzender der Greens
Bei den Wahlen zum Parteivorsitz im September 2025 wurde Polanski mit über 85 % der Stimmen gewählt und ersetzte so Adrian Ramsey und Carla Denyer in dieser Position. Die Partei erlebte in den Monaten rund um Polanskis Kandidatur eine Welle an neuen Mitgliedern. Am 12. Oktober überholte sie mit über 100.000 Mitgliedern die Liberal Democrats.[17] Am 19. Oktober vermeldete die Partei, dass die Mitgliederzahl ebenfalls die der Conservative Party überholt hatte.[18] Polanski setzte nach seiner Wahl ein neues Ziel von 30 neuen Members of Parliament, dementsprechend 26 mehr als bei der britischen Unterhauswahl 2024.
Im Dezember besuchte Polanski die französische Stadt Calais, wo er Kritik am aktuellen System für Migranten übte.[19]
Politische Positionen
Polanski bezeichnet sich als sogenannten „Eco-Populist“ (deutsch: „Öko-Populist“[20]), wobei er Umweltpolitik mit sozialistischen Elementen kombiniert. Verschiedene Medien sahen in seinen Ansätzen eine linke Form des Populismus. Neben Grünpolitischen Positionen fordert Polanski ebenfalls höhere Steuern für Milliardäre sowie stärkere Regulierungen für private Unternehmen. Er argumentiert, dass die Bekämpfung des Klimawandels ebenfalls mit der Lösung von materiellen Problemen wie hohen Mietkosten verbunden sein sollte.[21]
Außenpolitisch kritisierte er das Verhalten der britischen Regierung gegenüber dem Krieg in Gaza, wobei er das Vorgehen der israelischen Regierung als Genozid bezeichnete.[22] Er zog ebenfalls einen Austritt aus der NATO in Betracht, unter anderem aufgrund von Donald Trumps Drohungen, Grönland zu annektieren.[23]