Zagórzyce (Łobez)
Dorf in Polen
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Zagórzyce (deutsch Saagen) ist ein Dorf in der Woiwodschaft Westpommern in Polen. Es gehört zur Gmina Łobez (Gemeinde Labes) im Powiat Łobeski (Labeser Kreis).
Geographische Lage
Das Dorf liegt in Hinterpommern, unweit der Łoźnica, etwa dreißig Kilometer südöstlich der Stadt Resko, neun Kilometer südöstlich der Stadt Łobez und drei Kilometer nördlich des Dorfs Zajezierze.
Geschichte

Aus vorgeschichtlicher Zeit stammt ein Gräberfeld der Willenberg-Kultur. Nach ersten Untersuchungen im Jahre 1914 folgten weitere Ausgrabungen im August 1915 durch den Stettiner Archäologen Adolf Stubenrauch und im Jahre 1935 durch den Stettiner Archäologen Hans Jürgen Eggers. Unter den Funden war eine Situla, ein Keramikgefäß mit Henkeln, das nach dem Vorbild römischer Bronzegefäße geschaffen worden war.[1]

Das adlige Dorf Saagen mit zwei Vorwerken, das große und das kleine Gut genannt, war ehemals ein altes pommersches Lehen der in Hinterpommern alteingeborenen Familie Borcke gewesen, auf dem um 1782 noch eine Witwe von Borck saß.[2] Das Rittergut, das seit 1776 ein lehnfreies Erb- und Allodialgut war, wurde nach öffentlicher Feilbietung am 7. Juni 1797 für das Meistgebot von 15.205 Talern erblich dem Kgl. Preuß. Amtsrat Johann Daniel Pockrandt zugeschlagen, dem Pächter des Kgl. Amtes Kolberg[3]. Nachdem der Amtsrat am 29. Dezember 1806 in Saagen verstorben war,[4] erbte das Gut zunächst dessen Witwe und nach deren Ableben 1843 dessen Sohn, Gustav Pockrandt, der 1854 als Besitzer verzeichnet ist[5] und noch 1873 Besitzer war.[6]
1884 umfasste das Rittergut Saagen 536 Hektar Land und befand sich weiterhin im Besitz der Familie Pockrandt,[7] die es auch noch um 1896 besaß, als auch eine Ziegelei dazu gehörte.[8]
Der Gutsbezirk Saagen wurde am 8. Oktober 1901 in die Landgemeinde Saagen eingegliedert.[9]
Die Gemarkung der Landgemeinde Saagen hatte um 1930 eine Flächengröße von 6,8 km². Im Gemeindegebiet standen insgesamt 39 bewohnte Wohnhäuser an zwei verschiedenen Wohnstätten:[10]
- Pockrandsau
- Saagen
Im Jahr 1945 gehörte das Dorf Saagen zum Kreis Regenwalde im Regierungsbezirk Köslin der preußischen Provinz Pommern des Deutschen Reichs. Saagen war dem Amtsbezirk Schönwalde zugeordnet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde Saagen zusammen mit ganz Hinterpommern seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Danach begann die Zuwanderung von Polen. Das Dorf Saagen wurde unter der polonisierten Ortsbezeichnung ‚Zagórzyce‘ verwaltet. In der Folgezeit wurde die einheimische Bevölkerung von der polnischen Administration aus Saagen und dem Kreisgebiet vertrieben.
Demographie
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1782 | – | adliges Dorf mit zwei Vorwerken, einer Filialkirche von Schönwalde und zwölf Feuerstellen (Haushaltungen)[2] |
| 1818 | 101 | Dorf, adlige Besitzung[11] |
| 1852 | 179 | Dorf[12] |
| 1864 | 195 | am 3. Dezember, im Gemeindebezirk und Gutsbezirk zusammen[13] |
| 1867 | 191 | am 3. Dezember, davon 43 im Dorf und 148 im Gutsbezirk[14] |
| 1871 | 177 | am 1. Dezember, davon 33 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 144 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[14] |
| 1885 | 162 | am 1. Dezember, davon 37 im Dorf (sämtlich Evangelische) und 125 im Gutsbezirk (sämtlich Evangelische)[15] |
| 1895 | – | 132 Einwohner im Gutsbezirk[16] |
| 1910 | 230 | am 1. Dezember[16] |
| 1925 | 250 | darunter 243 Evangelische und sieben Katholiken[10] |
| 1933 | 248 | [17] |
| 1939 | 233 | [17] |
Literatur
- Saagen, Dorf, Kreis Regenwalde, Pommern, in: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Saagen (meyersgaz.org).
- Ludwig Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königlich-Preußischen Herzogtums Vor- und Hinterpommern. Teil II, Band 1: Beschreibung der zu dem Gerichtsbezirk der Königl. Landescollegien in Stettin gehörigen Hinterpommerschen Kreise. Stettin 1784, S. 352, Ziffer 52 (Google Books).
- Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern – Schilderung der Zustände dieser Lande in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Teil II: Landbuch des Herzogtums Stettin, von Kamin und Hinterpommern; oder des Verwaltungs-Bezirks der Königl. Regierung zu Stettin. Band 7: Der Kreis Regenwalde, und Nachrichten über die Ausbreitung der römisch-kathol. Kirche in Pommern. Berlin und Wriezen 1874, S. 842–843 (Google Books).
- Pommersches Güter-Adressbuch, Friedrich Nagel (Paul Niekammer), Stettin 1892, S. 62–63 (Google Books).
Weblinks
- Amtsbezirk Schönwalde (Territorial.de)
- Die Gemeinde Saagen im ehemaligen Kreis Regenwalde in Pommern (Gunthard Stübs und Pommersche Forschungsgemeinschaft, 2011).