Zeina Nassar

deutsche Boxerin im Hidschab From Wikipedia, the free encyclopedia

Zeina Nassar (* 1998 in Berlin) ist eine deutsche Boxerin.

Leben

Zeina Nassar ist als Tochter libanesischer Eltern in Berlin-Kreuzberg[1] aufgewachsen. Sie hat eine Schwester und zwei Brüder. Ihre Eltern stammen aus Tyros (Sur) im Süd-Libanon. Als sie 13 Jahre alt war, begann sie – inspiriert von einem Video auf YouTube[1] – mit dem Boxsport.[2] 2018 gewann sie in der Gewichtsklasse im Profiboxen bis 57 kg die deutsche Meisterschaft.[3] Da Nassar mit Kopftuch kämpft, blieb ihr die Teilnahme an den U22-Europameisterschaften im Boxen wegen der internationalen Kleidervorschriften verwehrt.[4] 2019 wurden auf ihren Druck hin die internationalen Wettkampfregeln geändert, sodass Frauen nun auch im Hidschab boxen dürfen.[5] Nassar studiert Erziehungswissenschaften und Soziologie in Potsdam.[6]

Im November 2025 kündigte Nassar ihr Profidebüt für den 26. November 2025 in Lahore (Pakistan) an; es sollte den Auftakt eines viertägigen Boxfestivals bilden.[7] Sie trainiert dafür unter Roy Jones jr., der zugleich Mitveranstalter des Events ist; beteiligt sind auch Manny Pacquiao und der Weltverband WBA, die Südasien als Markt für das Profiboxen erschließen wollen.[7] Nassar tritt im Bantamgewicht gegen die Thailänderin Kanokwan Wirunpat an, deren Profibilanz vor dem Kampf 5 Siege und 4 Niederlagen aus 9 Kämpfen aufwies.[7] Ihre Amateurbilanz wird mit 40 Kämpfen (18 Siege, 22 Niederlagen) angegeben.[7] Nach eigenen Angaben liegen die Unterschiede zwischen Amateur- und Profibereich insbesondere in der Vermarktung, der Rundenlänge und in einem stärker langfristig angelegten Karriereaufbau.[7] Ihre Vorbereitung umfasst tägliche Einheiten mit Technik-, Ausdauer-, Kraft- und Schnelligkeitsarbeit sowie Sparring; zusätzlich legt sie Wert auf Regeneration, Ernährung und Mentaltraining und trainiert häufig in England und den USA.[7] Das Festival in Lahore war für vier Tage angesetzt; die Veranstalter erwarteten rund 25.000 Zuschauerinnen und Zuschauer in der Halle.[7]

Sportlich sozialisiert wurde Nassar bei den „Boxgirls Berlin“, einem feministisch ausgerichteten Verein, mit dem sie vor elf Jahren erstmals Berliner Meisterin wurde und der sie beim Einsatz für das Boxen im Hidschab und mit langärmliger Kleidung unterstützte.[7] In der Öffentlichkeit trat sie überdies als Moderatorin, Kampagnenbotschafterin und Schauspielerin am Berliner Gorki-Theater in Erscheinung und setzt sich für bessere Bildungschancen und Gleichberechtigung ein; zuletzt war sie als Laudatorin eines Fitnessanbieters tätig.[7]

Trivia

In der Webserie Druck hatte sie einen Kurzauftritt (Staffel 4, Folge 7) und spielte sich selbst.

Werke

Literatur

  • Mareike Graepel, Jan Hendrik Ax: Change is female. Frauen, die heute schon Geschichte schreiben. Knesebeck, München 2023, ISBN 978-3-95728-632-1, S. 182–187.

Einzelnachweise

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