Zero Parades: For Dead Spies
Computer-Rollenspiel
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Zero Parades: For Dead Spies ist ein Computer-Rollenspiel des Entwicklers und Publishers ZA/UM. Es wurde am 21. Mai 2026 für Microsoft Windows veröffentlicht, eine Portierung für die PlayStation 5 soll später erfolgen. Das Spionage-RPG ähnelt spielmechanisch und gestalterisch dem 2019 erschienenen, sehr erfolgreichen Rollenspiel Disco Elysium desselben Publishers, spielt aber in einer anderen fiktiven Welt.
| Zero Parades: For Dead Spies | |
| Entwickler | ZA/UM |
|---|---|
| Publisher | ZA/UM |
| Veröffentlichung | 21. Mai 2026 |
| Plattform | Windows PlayStation 5 (geplant) |
| Genre | Computer-Rollenspiel |
| Thematik | Spionage |
| Spielmodus | Einzelspieler |
| Steuerung | Maus und Tastatur, Gamecontroller |
| Medium | Download |
| Sprache | Englisch, Deutsch (Texte) |
Handlung
Zero Parades spielt in einer fiktiven Welt, die von zwei Großmächten dominiert wird. Auf der einen Seite steht eine Union kommunistischer Republiken (auch bekannt als „Superblock“), auf der anderen Seite das Imperium La Luz. Letzteres verfügte einst über ein ausgedehntes Kolonialreich, das es jedoch im Laufe der Zeit weitgehend verloren hatte. Nun erstarkt La Luz wieder und bedient sich einer Mischung aus militärischen Operationen und kultureller Propaganda, um seine einstigen Kolonien wiederzugewinnen. Die luzianische Technologie und Popkultur ist so dominierend, dass ihr Einfluss in verschiedenen Staaten die Bevölkerung empfänglich für Regierungspropaganda macht, wobei La Luz als „techno-faschistischer“ Staat beschrieben wird. Zwischen dem kommunistischen Block und La Luz herrscht seit Jahren ein Kalter Krieg. Des Weiteren spielt die einflussreiche Investmentbank EMTERR eine wichtige Rolle.
In dieser Situation setzt das Spiel in der kleinen Stadtrepublik Portofiro ein, die einst Teil des luzianischen Reiches war und nun wieder stark unter dessen Einfluss steht. Der Spieler/die Spielerin übernimmt die Kontrolle über die Blockagentin Hershel Wilk, Codename Cascade. Sie kennt Portofiro bestens, da sie vor fünf Jahren hier bereits aktiv war, doch endete ihre Mission in einem Fiasko. Sie wurde anschließend von der „Oper“, so die inoffizielle Bezeichnung des Blockgeheimdienstes, kalt gestellt, musste nun jedoch reaktiviert werden. Die Hintergründe dafür sind auch ihr unklar, denn das Spiel beginnt damit, dass sie ohne Erinnerung an den genauen Auftrag in einem Apartment in Portofiro zu sich kommt und feststellen muss, dass ihr Kontaktmann, Codename Pseudopod, sich in einem katatonischen Zustand befindet. Wilk findet einige wenige Hinweise und kontaktiert die Oper, die den sofortigen Abbruch der Mission anordnet. Wilk weigert sich jedoch, wobei sie sich nicht sicher sein kann, inwiefern sie ihren eigenen Leuten trauen kann. Auf sich allein gestellt beginnt sie nun mit Nachforschungen, wobei verstreute Anhaltspunkte über die politische Lage, ihre eigene Vergangenheit und die aktuellen Ereignisse in Portofiro nach und nach ein genaueres Bild ergeben.
Offenbar wurde Wilk, die nach der gescheiterten Operation vor fünf Jahren bei der Oper in Ungnade gefallen war, vor allem deshalb reaktiviert, weil ein ehemaliges überlebendes Teammitglied in Portofiro Kontakt zur Oper aufgenommen und auf Wilk als Kontaktperson bestanden hat. Der luzianische Geheimdienst ist in Portofiro aktiv, wie La Luz ohnehin bereits die „Wiedervereinigung“ (Reunion) anstrebt. Besonders die jüngere Bevölkerung des Stadtstaats ist kulturell ohnehin bereits vollkommen luzianisch geprägt: Mode, Musik und TV-Programme werden dabei propagandistisch genutzt. Wilk ist anfangs ganz auf sich allein gestellt, wobei sie trotz ihrer beachtlichen Fähigkeiten unter dem psychischen Stress leidet, damals versagt zu haben und nun fast blind agieren zu müssen.[1]
Spielmechaniken
Zero Parades ist ein Spionage-Rollenspiel, das in einer kompakten Open World spielt, wobei der Spielcharakter in der isometrisch dargestellten Umgebung gesteuert wird. Die grafische Gestaltung ist ebenfalls eng an Disco Elysium angelehnt. Dies gilt auch für die grundlegenden Spielmechaniken: Wie Disco Elysium stützt sich Zero Parades auf eine sehr dialoglastige Spielmechanik, die ohne eigentliche Kämpfe auskommt. Stattdessen werden Geschichte, Handlungsoptionen und Spielfortschritt durch Fertigkeitsproben (skill checks) und Dialogbäume entschieden.[2]
Ein zentraler Unterschied zu Disco Elysium sind drei Statuswerte, die man nun stets beachten muss: Erschöpfung, Angst und Delirium, die sich auf die Fertigkeitswerte für körperliche, soziale und mentale Aktionen beziehen.[3] Zu Beginn werden drei aus 15 Fertigkeitspunkte verteilt, die ganz unterschiedliche Bereiche abdecken, so beispielsweise technische, soziale und spezifisch die Spionage betreffende Fähigkeiten. Je nach Ausgangslage verfügt man so über bessere kombinatorische Fähigkeiten, um verschiedene Hinweise zu deuten, hat bessere Einblicke in die Psyche anderer Personen, die man befragt, oder schlicht ein größeres Hintergrundwissen über die Welt, die dem Spieler zu Beginn vollkommen unbekannt ist. So eröffnen sich weitere Dialogoptionen oder es erhöhen sich die Chancen bei den skill checks, die ausgewürfelt werden. Je nach Situation können allerdings Erschöpfung, Angst oder Delirium steigen. Mit Schlaf und Items können diese Punkte wieder gesenkt werden (wobei die konsumierbaren Items immer Boni und Mali bieten, also zum Beispiel Angst um zwei Punkte senkt, aber Erschöpfung um einen Punkt erhöht); übersteigen die Werte aber einen bestimmten Punkt, muss man einen bereits errungenen Fertigkeitspunkt wieder zurückgeben. Ein zeitweises Scheitern ist somit durchaus Bestandteil des Spielssystems.[4]
Neben dem Finden von Hinweisen und deren Interpretation auf Grundlage der gewonnenen Fertigkeiten, kommt dem umfangreichen Dialogsystem die zentrale Rolle im Spiel zu. Wie auch Disco Elysium ist Zero Parades extrem dialoglastig mit einer teils äußerst umfangreichen Vielfalt von Optionen. Portofiro wird von zahlreichen NPCs bevölkert, deren Aussagen teils erst über Umwege Hinweise für die Haupthandlung bieten, teilweise aber auch vollkommen unabhängig davon eigene kleine Geschichten erzählen. Die Dialoge sind englisch vertont, die Bildschirmtexte samt Dialogtexte sind eingedeutscht.
Rezeption
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Die Entwicklung von Zero Parades war im Vorfeld der Veröffentlichung kontrovers, da es bei ZA/UM intern zum Konflikt zwischen zentralen Personen im Entwicklerteam von Disco Elysium mit der Firmenführung kam, was zu Entlassungen und einem Rechtsstreit führte.[11] Zero Parades wurde daher von einem neuen Kreativteam entwickelt, was im Vorfeld für eine eher skeptische Berichterstattung gesorgt hat, nachdem im März 2025 die Entwicklung des Spionage-Rollenspiels bekannt gegeben wurde.[12]
Das am 21. Mai 2026 veröffentlichte Spiel wurde dann ganz überwiegend positiv bewertet, wobei unter anderem Setting, Handlung und Charakterisierung gelobt wurden. Bei OpenCritic hat das Spiel eine Wertung von 83/100 bei 67 berücksichtigten Rezensionen (Stand: 16. Juli 2026) erhalten.[6]