Zeruph

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Zeruph (hebräisch צֵרוּף), auch Tziruf, Tzeruf oder Ẓeruf ist ein Verfahren der jüdischen Hermeneutik, neben anderen wie Gematria, Temura und Notarikon. Im engeren Sinne wird unter „Zeruph“ eine Methode der spirituellen Buchstabenkombination verstanden, die in manchen Traditionen der Kabbala, auf der Vorstellung basiert, dass Buchstaben göttliche Kräfte repräsentierten. Durch das Permutieren heiliger Namen oder Worte versuchen einige Kabbalisten, tiefere Einsichten in die Schöpfung zu erlangen oder mystische Erfahrungen zu machen.

Wortbedeutung

Zeruph, hebräisch צרוף, leitet sich ab vom hebräischen Verbum צרף (sprich „Tsarap“h), was einerseits „reinigen, läutern“, andererseits „hinzufügen, zusammenstellen“ bedeutet.[1] Es ist das Verbalsubstantiv, also „Läuterung“ bzw. „Zusammenfügung“.

Das hebräische Wort צֵרוּף (Zeruph oder Tzeruf) stammt von der Wurzel צ־ר־ף (tz–r–f), die allgemein bedeutet: „zusammensetzen“, „verschmelzen“, „läutern“ oder „veredeln“. Im klassischen Hebräisch bezeichnet „צֵרוּף“ z. B. auch das Reinigen von Metall im Feuer (im Sinne von Schmelzen, Veredeln). So im Buch der Sprüche, (Spr 17,3 EU): „Der Schmelztiegel ist für Silber und der Ofen für Gold, aber der Herr prüft die Herzen.“ Das Verb לְצָרֵף (le-tsaref) wird hier für das Reinigen oder Schmelzen verwendet.

Auf Griechisch heißt dies Verfahren τὸ ναγραμματισμός oder auch νακύκλοσις, lateinisch revolutio, also ‚Umwälzung‘.

Das Verfahren

Beim Zeruph schreibt man alle möglichen Permutationen ohne Wiederholungen eines Wortes untereinander.[2] Ziel ist es, zu einem Neuen Worte zu kommen, welches das Ausgangswort erklärt.[3]

Beispiel

  • חלק – das Teil, Los, Bruchteil etc. Zeiteinheit.
  • לקח – nehmen; Lehrstück

Das Ganze wird auch kreisförmig dargestellt. Die einzelnen Worte, die jeweils eine andere Wortbildzahl, aber denselben Zahlenwert haben, sind die Havioth, (הואת) = griech.: οσίαι, also Seinsweisen eines Wortes. Dass das Verb „nehmen“ mit dem Worte „Teil“ etymologisch verwandt ist, steht zu vermuten. Hier handelt es sich um die Metathesis.

Literatur

Einzelnachweise

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