Zhang Haifeng

chinesischer Politiker und Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Zhang Haifeng (chinesisch 张海峰; geboren 1. Oktober 1910 in Hengshui in der Provinz Hebei; gestorben 1998) war ein chinesischer Politiker und Diplomat. Er wurde im Jahr 1964 als Botschafter der Volksrepublik China in die DDR entsandt. Dort leitete er die Botschaft in Berlin-Karlshorst bis 1969. Anschließend wurde er Botschafter in Rumänien sowie von 1973 bis 1978 in Jugoslawien. Wieder im Heimatland, übertrug ihm die Regierung ab 1981 höhere politische Ämter.[1]

Leben

Praktische und politische Arbeit

In seinen frühen Jahren nahm Zhang Haifeng am Widerstandskampf gegen Japan teil. Hier hatte er als Leiter der Ji-Heng-Grenz-Guerillaeinheit gegen Japan und als Kommissar der Sonderverwaltungszone Jingzhou in Hubei gedient.[2]

Im Jahr 1934 trat Zhang Haifeng der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) bei. Später bekleidete er verschiedene Ämter, darunter das des Sekretärs des Komitees der KPCh in der Präfektur Yichang, gleichzeitig Sekretär des Komitees der Stadt Yichang, Generalsekretär der Volksregierung von Wuhan und Leiter der Abteilung für Einheitsfrontarbeit des Komitees der KPCh der Stadt Wuhan.

Im Jahr 1954 war er leitender Direktor des Sanmenxia-Projektbüros.[1] 1959 wurde Zhang Haifeng Sekretär des Sekretariats des Parteikomitees der Provinz Guizhou.[2] 1963 wechselte er in das chinesische Außenministerium (Ministry of Foreign Affairs).[3]

Diplomatische Tätigkeit

Zhang Haifeng begann seine Karriere als Diplomat mit der Berufung zum Außerordentlichen und Bevollmächtigten Botschafter seines Landes in der DDR durch den chinesischen Präsidenten Liu Shaoqi im März 1964. In Ostberlin trat er die Nachfolge von Wang Guoquan an. – In seinem Amtszeitraum, genauer zwischen 1. Januar und 30. Juni 1968, nahmen rund 220 in West-Berlin wohnende oder dort studierende Chinesen die Dienste der Botschaft in Anspruch. Die Mitarbeiter nutzten die Kontakte vor allem auch für umfangreiche Agitationsarbeit über die chinesische Politik.[4]

Parallel zur Chinesischen Botschaft in Ostberlin existierte auch ein historisches Botschaftsgebäude in Westberlin, am Kurfürstendamm Nummer 218. Dieses Bauwerk aus dem Jahr 1896 wurde 1910 von Vertretern der damaligen Ching-Dynastie gemietet. – Mit der Gründung der VR China 1949 gaben die neuen Machthaber aus Fernost das Haus auf, das in der Folge viele Jahre leer stand.[5] Dieses ehemalige Botschaftsgebäude gelangte an Privateigentümer, die es sanierten und seitdem als eh. Chines. Gesandtschaft in Berlin-Charlottenburg (Mietshaus) mit Wohnungen und kleinen Geschäften betreiben.

Nach fünf Jahren, zum 5. Mai 1969, wurde Zhang Haifeng aus Ostberlin abberufen.[3] Nun folgten das Amt des Botschafters in Rumänien (Juni 1969–Mai 1973) und Jugoslawien (August 1973–April 1978) (Botschaftssitz in Belgrad, Stadtteil Novi Beograd, Bulevar Umetnosti 3). (Dieses Gebäude wurde während der Jugoslawienkriege durch NATO-Bombardements zerstört. Dort soll sich inzwischen eine kleine Gedenkstätte befinden, weil bei den Angriffen drei chinesische Journalisten starben.)[1][3]

Im Jahr 1979 wurde Song Zhiguang Zhang Haifengs Nachfolger als Botschafter in Ostberlin.[6]

Nach der Beendigung des diplomatischen Dienstes übernahm Zhang Haifeng in seinem Heimatland höhere politische Ämter wie: Stellvertretender Außenminister der Volksrepublik China (1979), Abgeordneter des 5. Nationalen Volkskongresses (1979 bis 1983) und Gewähltes Mitglied der 12. Zentralen Disziplinarkommission der Kommunistischen Partei Chinas.[1][3][2]

Siehe auch

Einzelnachweise

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